Das Festival Art Carnuntum eröffnete unter ungewöhnlichen Vorzeichen: Die Freiluftproduktion "Herr Teufel Faust" in der antiken Arena bei Carnuntum musste wegen heftiger Wetterereignisse verschoben werden. Die Inszenierung von Torsten Fischer mit Dominique Horwitz in der Titelrolle fand schließlich am Vollmondabend statt und bildete einen stürmischen Auftakt des Festivals.
Wetter als Regisseur
Ursprünglich für den vorgesehenen Termin angesetzt, konnte die Vorstellung erst mit einer Verzögerung von 24 Stunden gezeigt werden. Vor der Aufführung hatten Windböen und Unwetter die Aufbauten im Amphitheater so stark belastet, dass ein sofortiges Spiel nicht möglich war. Das Publikum erlebte die Szene dann am Folgetag unter freiem Himmel, in einer Atmosphäre, die dramatisch mit dem Werk korrespondierte: dunkel, mit hellem Mondlicht und einem Szenenbild, das die Naturkräfte nicht zu leugnen versuchte.
Fassung und Spiel
Die Produktion bietet eine Verdichtung des Goethe-Klassikers. Horwitz trägt die Figur in einer Inszenierung, die sowohl die poetische Sprache als auch die dramatischen Bilder des Originals nutzt. Besonders eindrücklich wirkte die Verbindung von Text und Wetter: Stellen, in denen Naturgewalten thematisiert werden, gewannen durch die reale Windstärke an unmittelbarer Wirkung.
„Stürme brausen um die Wette … bilden wütend eine Kette.“
Der zitierte Vers aus der Inszenierung erhielt durch die äußeren Umstände eine ungewohnte, beinahe dokumentarische Energie. Die Entscheidung der Verantwortlichen, die Vorstellung zu verschieben, beruhte auf Sicherheits- und Spieltauglichkeitsaspekten für Darsteller, Technik und Publikum.
- Ort: Amphitheater Carnuntum (Römerstadt nahe Wien)
- Regie/Fassung: Torsten Fischer (Verdichtung des Goethe-Textes)
- Hauptdarsteller: Dominique Horwitz
- Verzögerung: 24 Stunden wegen Unwetter und beschädigter Aufbauten
Relevanz für Freilufttheater
Der Vorfall ist nicht nur Anekdote, sondern verweist auf strukturelle Fragen des Sommerspiels: Freiluftproduktionen sind traditionell besonders wetteranfällig, was Planung, Technik und Haftungsfragen betrifft. Für Festivals wie Art Carnuntum bedeutet das ein ständiges Abwägen zwischen ästhetischer Intention (Spiel unter freiem Himmel, historischer Ort) und pragmatischen Sicherheitsauflagen. Die Verschiebung zeigte, dass Veranstalter bereit sind, kurzfristig zu reagieren, um sowohl künstlerische als auch sicherheitsrelevante Aspekte zu berücksichtigen.
Für das Publikum hatte die Verschiebung ambivalente Folgen: Einige Besucher bekamen statt der ursprünglich geplanten Vorstellung ein alternatives Programmangebot oder Informationen über den neuen Spieltermin; andere mussten Anreisen umbuchen. Trotz der Unruhe blieb die Resonanz beim tatsächlichen Aufführungstermin positiv, nicht zuletzt wegen der intensiven Bildkraft, die durch das Zusammenspiel von Inszenierung und Natur entstand.
Bilanz
Die Premiere von "Herr Teufel Faust" in Carnuntum bleibt als eindrückliches Beispiel dafür in Erinnerung, wie eng Theater und Umwelt in Freilichtproduktionen verflochten sind. Die Entscheidung zu verschieben hat offenbar zur Wahrung der Spielqualität und zur Sicherheit beigetragen, während die auffällig passende Naturkulisse der Aufführung zusätzliche dramatische Tiefe verlieh. Ob die Produktion langfristig Publikum und Kritik in gleicher Weise überzeugt, bleibt Teil der weiteren Festivalberichterstattung.
| Faktor | Auswirkung |
|---|---|
| Wetter | Aufbauten beschädigt, Vorstellung verschoben |
| Inszenierung | Verdichtung von Goethe; starke visuelle Wirkung |