Neues Verfahren verkürzt Vorbereitung und erhöht Flexibilität im OP
Das Klinikum Schärding hat als erstes Regionalklinikum in Oberösterreich eine Fluoreszenz‑Methode zur Identifikation des sogenannten Wächterlymphknotens bei Brustkrebsoperationen in den regulären Betriebsablauf übernommen. Laut den Angaben des Spitals wird das System seit August 2026 routinemäßig eingesetzt; die erste erfolgreiche Anwendung erfolgte bereits im Juni 2025.
Zum Einsatz kommt das Fluoreszenzsystem SPY‑PHI in Kombination mit dem Farbstoff Indocyaningrün (ICG). Dadurch lässt sich der Sentinel‑Lymphknoten innerhalb von etwa 15 Minuten sichtbar machen und gezielt entfernen. Für Patientinnen bedeutet das einen geringeren organisatorischen Aufwand, weil die bisher übliche radioaktive Markierung und die damit verbundene Aufnahme am Vortag entfallen.
Konkrete Auswirkungen auf Patientinnen und Abläufe
Bisher mussten Patientinnen, die an einer Wächterlymphknoten‑Markierung erforderlich machten, bereits einen Tag vor der Operation aufgenommen und für die nuklearmedizinische Markierung in ein anderes Krankenhaus überwiesen werden. Mit der Fluoreszenztechnik wird die Injektion des Farbstoffs unmittelbar vor dem Eingriff durchgeführt — die Patientin befindet sich dann bereits in Narkose und merkt davon nichts.
- Weniger Vorhaltezeit im Spital für Patientinnen
- Entfall der Überweisung in die Nuklearmedizin eines anderen Hauses
- Mehr Flexibilität bei der Planung und Durchführung von Operationen
„Mit dieser Methode können wir den Sentinel‑Lymphknoten sicher, rasch und ohne den Einsatz radioaktiver Substanzen darstellen. Das ist ein großer Fortschritt für unsere Patientinnen und für die Organisation der operativen Behandlung.“
Das Zitat stammt von Peter Prötsch, Leiter des Brustzentrums Schärding und Rohrbach. Er hebt damit sowohl den Nutzen für die Betroffenen als auch für die internen Abläufe hervor. Ohne den zusätzlichen Transportweg in die Nuklearmedizin gewinnen die operativen Teams zeitliche Planungsspielräume und reduzieren organisatorische Abhängigkeiten von anderen Einrichtungen.
Technik und Zahlen im Überblick
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| System | SPY‑PHI |
| Kontrastmittel | Indocyaningrün (ICG) |
| Erste Anwendung | Juni 2025 |
| Regelbetrieb seit | August 2026 |
| Sichtbarmachung | rund 15 Minuten |
Die Umstellung hat für das Klinikum auch wirtschaftliche Relevanz: Wegfallende Verlegungen reduzieren Logistikaufwand und mögliche Kosten, gleichzeitig erhöht sich die Kapazität zur Durchführung weiterer Eingriffe. Für ein regionales Spital wie Schärding, das eine breite Grundversorgung sicherstellt, sind solche Effizienzgewinne bedeutend — insbesondere in Zeiten, in denen Personal‑ und Ressourcenmanagement zunehmend unter Druck stehen.
Einordnung für Betroffene und Beschäftigte
Für Patientinnen bedeutet die neue Methode weniger organisatorische Belastung und mehr Komfort. Für das Pflege‑ und Ärzteteam vor Ort ergeben sich veränderte Arbeitsabläufe: Die Markierung entfällt im Vorfeld, die intraoperative Visualisierung tritt an ihre Stelle. Das erfordert Schulung und Anpassung der Prozesse, schafft aber auch Unabhängigkeit von externen Abteilungen.
Welche Langzeitauswirkungen diese Umstellung auf Ergebnisqualität, Verweildauer und Kostenstruktur haben wird, lässt sich derzeit noch nicht abschließend beziffern. Das Klinikum hat die Technik jedoch bereits in den Regelbetrieb überführt, was auf eine positive interne Bewertung hindeutet. Beobachtet bleiben sollten postoperative Daten zur onkologischen Sicherheit und zur Patientinnenzufriedenheit, um die Vorteile empirisch zu untermauern.
In der Region ist die Einführung ein Beispiel dafür, wie technologische Neuerungen in Regionalspitälern Versorgungslücken schließen und zugleich Abläufe rationalisieren können. Für Frauen mit Verdacht oder Diagnosen im Bereich Brustkrebs stellt die lokale Verfügbarkeit dieses Verfahrens eine Erleichterung dar, da lange Wege und zusätzliche Krankenhausaufenthalte reduziert werden.