Prävention und Praxis: Küche im Spital als kritischer Versorgungsfaktor
Das Klinikum Freistadt hat in diesem Jahr erneut seine Blackout-Vorsorge geprobt. Bei zwei Übungsläufen konzentrierte sich das Küchenteam auf die Sicherstellung der Essensversorgung für Patientinnen, Patienten und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Falle eines längeren Stromausfalls. Im Zentrum standen organisatorische Abläufe, die Überprüfung von Vorräten und die Erprobung von Geräten unter Notstrom.
Ein möglicher großflächiger Stromausfall stellt Krankenhäuser vor besondere Herausforderungen: Kommunikation, Lieferketten und technische Infrastruktur können ausfallen, medizinische Geräte und Versorgungsleitungen sind betroffen. Vor diesem Hintergrund hat die Küche eine Schlüsselrolle, weil sie unmittelbar die Ernährungssicherheit im Spital gewährleistet.
Von Checklisten zu rationierten Speiseplänen
Die erste Übung zielte laut Angaben des Klinikums auf die Klärung von Zuständigkeiten und Abläufen. Mittels Checklisten und Notfallformularen wurden Verantwortlichkeiten festgelegt und die Grundversorgung unter Notstrombedingungen durchgespielt. In der zweiten Übung wurden Lagerbestände geprüft, Notstromtests an Geräten durchgeführt und Speisepläne für die besondere Lage angepasst.
„Gute Vorbereitung gibt Sicherheit. Unsere Mitarbeiter wissen dank der Übungen, was im Fall eines Blackouts zu tun ist, wie wir Lebensmittel verantwortungsvoll einsetzen und so die Essensversorgung auch über einen längeren Zeitraum sicherstellen können“,
heißt es aus der Küchenleitung; genannt wurden Bruno Ullmann und Thekla Gattringer als verantwortliche Personen.
Konkrete Maßnahmen und Planungshorizont
Als Ziel definierten die Verantwortlichen, die Versorgung aus eigenen Vorräten für bis zu 14 Tage zu sichern. Dabei standen mehrere Punkte im Fokus:
- Festlegung von Einsatzzonen und Zuständigkeiten
- Überprüfung und Kalkulation der Lagerbestände
- Test von Küchengeräten unter Notstromversorgung
- Anpassung von Speiseplänen und Rationierungsstrategien
- Prüfung alternativer Beschaffungswege und Möglichkeiten zur Selbstversorgung
Bei der Bestandsprüfung ging es nicht nur um die Menge an Lebensmitteln, sondern auch um deren Nutzbarkeit ohne reguläre Lieferketten. So wurden Möglichkeiten wie das Brotbacken im Haus als Ergänzung zur Versorgung diskutiert. Ebenso wurden alternative Bezugsquellen betrachtet, falls externe Lieferanten ausfallen.
Personal, Praxis und Kommunikation
Ein wichtiger Bestandteil der Vorbereitung war die Frage, wie genügend Personal im Krisenfall einsatzbereit gehalten werden kann. Die Übungen machten deutlich, dass neben technischen und logistischen Maßnahmen auch personelle Vorbereitungen notwendig sind: Schichtpläne, Erreichbarkeiten und die Kommunikation innerhalb des Spitals müssen robust sein, damit die Küche dauerhaft betrieben werden kann.
Die Tests der Geräte unter Notstrom zeigten, welche Abläufe im Ernstfall funktionieren und wo nachgebessert werden muss. Die Kombination aus organisatorischem Training und praktischen Probeläufen diente dazu, von der Planung in die Praxis zu kommen und die Verlässlichkeit der Versorgung zu erhöhen.
Wirkung für Patientinnen, Patienten und Beschäftigte
Für Freistadt und die Region bedeutet die Vorbereitung des Klinikums eine höhere Resilienz im Katastrophenfall. Eine stabilere Essensversorgung wirkt sich direkt auf die Pflegequalität und das Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten aus; zugleich reduziert sie Stress für das Personal und entlastet logistische Schnittstellen, wenn externe Lieferketten ausfallen.
| Aspekt | Ergebnis |
|---|---|
| Anzahl Übungen | 2 |
| Sicherungszeitraum | bis zu 14 Tage |
| Schwerpunkte | Organisation, Lager, Notstromtests, Speisepläne |
Die systematische Planung und das wiederholte Üben stärken die Krisenfähigkeit des Klinikums. Solche Maßnahmen sind Teil einer breiteren Vorsorgekultur, die sowohl technische als auch personelle Elemente umfasst. Für eine Region wie Oberösterreich, in der Versorgungseinrichtungen oft als zentrale Anlaufstellen fungieren, ist das ein wichtiger Standortfaktor.
Weitere Informationen zu konkreten Anpassungen oder langfristigen Investitionen in Notstromlösungen wurden vom Klinikum in der vorliegenden Presseinformation nicht genannt.