Neustart nach KUF‑Krise: Fokus auf Organisation und Budgettreue
In Vöcklabruck ist die Gesellschaft, die das Hallenbad, das Stadion und den Stadtsaal betreibt, neu aufgestellt worden. Aus der früheren „Kultur‑ und Freizeit GmbH“ (KUF) entstand vor rund zwei Jahren die nun tätige „Stadt und Kultur Vöcklabruck GmbH“. Hintergrund der Umstrukturierung waren öffentliche Bekanntwerden finanzieller Probleme der KUF, bei denen die Stadt letztlich einspringen musste.
Die Geschäftsführung unter Daniel Leitner gibt an, dass viele interne Abläufe überarbeitet wurden. Leitner hebt insbesondere das Fehlen eines Vier‑Augen‑Prinzips, mangelnde Synergien und fehlende Digitalisierung in der Vorgängerorganisation hervor. Digitales Dateisystem und systematische Ablage seien nachgeführt worden, um Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Verwaltungsprozesse zu verbessern.
„Man hat die ganzen verschiedenen Papiere einmal sortieren und digitalisieren müssen. Das war auch eines der Defizite, dass es über die ganzen Jahre hinweg kein Dateisystem gegeben hat, wo alles sorgfältig abgelegt worden ist.“ — Daniel Leitner
Leitner meldet, das Unternehmen laufe mittlerweile wieder stabil und das Budget könne eingehalten werden. Neben der Budgetdisziplin weist die Geschäftsführung auf höhere Auslastungszahlen hin: So seien mehr Besucher im Hallenbad und eine Zunahme von Veranstaltungen im Stadtsaal zu verzeichnen. Diese Entwicklungen seien für die Wirtschaftlichkeit und für die Beschäftigten des kommunalen Betriebs bedeutsam.
Auswirkungen für Stadt, Beschäftigte und Investitionen
Bürgermeister Peter Schobesberger (SPÖ) zeigt sich zufrieden mit der Neuausrichtung: „Wir haben definitiv Brand aus. Das Unternehmen ist mit dem neuen Geschäftsführer extrem gut aufgestellt“, so Schobesberger. Positiv ausgewiesene Überschüsse sollen demnach in notwendige Investitionen gesteckt werden, was für die Erhaltung von Infrastruktur und für Beschäftigung relevant ist.
Für Beschäftigte bedeutet eine stabil laufende Betriebsgesellschaft verlässliche Arbeitsbedingungen und Planungssicherheit. Für die Stadtverwaltung eröffnet die Einhaltung des Budgets Spielräume, um mittel‑ bis langfristig Erhaltungs‑ und Modernisierungsmaßnahmen zu finanzieren, statt kurzfristig für offene Forderungen einspringen zu müssen.
- Neuorganisation mit Fokus auf Digitalisierung und Kontrollmechanismen
- Steigende Auslastung von Hallenbad und Stadtsaal
- Überschüsse sollen für notwendige Investitionen verwendet werden
Politische Nachwirkungen: Forderung nach Aufarbeitung
Trotz der positiven Signale bleibt die politische Debatte über die Vorgänge in der früheren KUF lebhaft. Oberbürgermeister und Stadtsenat hatten im vergangenen Jahr Ausgleichsleistungen veranlasst; Schobesberger nannte damals rund 400.000 Euro, mit denen die Stadt einsprang. Mehrere Fraktionen fordern weiterhin eine politische Aufarbeitung der ehemaligen Finanzgebarung. Die Grünen, die FPÖ und die NEOS sehen auch die frühere Stadtführung in der Verantwortung. Erwähnt wird unter anderem der Grüne Fraktionsobmann Stefan Hindinger.
Die Forderungen der Oppositionsparteien zielen auf politische Klarheit und gegebenenfalls auf Konsequenzen aus mangelhaften Kontrollmechanismen in der Vergangenheit. Für die städtische Verwaltung bleibt die Herausforderung, Transparenz herzustellen, ohne den laufenden Betrieb und die erforderlichen Investitionen zu gefährden.
Insgesamt steht die „Stadt und Kultur Vöcklabruck GmbH“ nach Darstellung der Geschäftsführung auf einem stabileren Fundament. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die gesteigerte Auslastung und die Budgetdisziplin nachhaltig sind und in welchem Ausmaß die angekündigten Investitionen die kommunale Infrastruktur langfristig sichern.