Eine repräsentative YouGov-Umfrage vom 7. September zeigt: knapp die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland lehnt es ab, dass die AfD mit Unterstützung anderer Parteien die Landesregierung in Sachsen-Anhalt bildet. Befragt wurden 1.862 Personen ab 18 Jahren.
Sachlage nach der Landtagswahl
Die AfD hatte die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt klar gewonnen. Nach dem vorläufigen Ergebnis erreicht sie 43,8 Prozent, reicht damit jedoch nicht für eine Alleinregierung. Die CDU kommt auf 17,2 Prozent. Die Linke, Grüne und SPD liegen jeweils bei Werten um 9 Prozent, das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) zieht mit gut 5 Prozent knapp in den Landtag ein. Vor diesem Hintergrund ist offen, wie eine mehrheitsfähige Landesregierung zustande kommen soll.
Ergebnisse der Umfrage
Bei der Frage, ob die AfD trotz des Wahlsieges mit Hilfe anderer Parteien die Landesregierung bilden sollte, verteilten sich die Antworten wie folgt:
- 36 Prozent sagten „auf keinen Fall“.
- 11 Prozent antworteten mit „eher nein“.
- 20 Prozent befürworteten „auf jeden Fall“ eine Bildung der Regierung mit Unterstützung anderer Parteien.
- 18 Prozent antworteten mit „eher ja“.
In der Summe ergibt das 47 Prozent, die gegen eine solche Regierungsbildung sind, und 38 Prozent, die sie befürworten oder dafür offen sind. Der Rest verteilte sich auf unentschieden oder keine Angabe.
“auf keinen Fall”
Wie beurteilen die Befragten die Haltung der CDU?
Die Umfrage fragte auch, ob es richtig sei, dass die CDU generell eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließt. Hier zeigen sich gespaltene Meinungen:
-
24 Prozent finden es „voll und ganz falsch“, dass die CDU generell eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließt; weitere 16 Prozent halten das für „eher falsch“.
- 31 Prozent sagen, es sei „voll und ganz richtig“, die CDU solle grundsätzlich jede Kooperation mit der AfD ablehnen; 15 Prozent bewerten dies als „eher richtig“.
Die Beurteilung einer allgemeinen Ausschlussstrategie gegenüber der Partei Die Linke fällt anders aus: 41 Prozent halten einen generellen Ausschluss für „voll und ganz“ bzw. „eher falsch“, 39 Prozent** finden ihn richtig.
Einordnung und mögliche Konsequenzen
Die Daten zeigen eine gespannte Gemengelage: Zum einen gibt es eine deutliche öffentliche Skepsis gegenüber einer Regierungsbildung der AfD mit Hilfe anderer Parteien. Zum anderen ist die Zustimmung zu einer absoluten Ausschlusslinie der etablierten CDU nicht mehrheitlich unumstritten. Für die politischen Akteure in Sachsen-Anhalt bedeutet das:
- Die AfD steht zwar vorn, benötigt aber Partner oder Tolerierung, um eine Regierung zu stellen. Die gesellschaftliche Zustimmung dafür ist begrenzt.
- Die CDU steht politisch vor einem Dilemma: Ein kategorischer Ausschluss von Koalitionen mit der AfD findet breite Zustimmung, aber zugleich erhebliche Gegenstimmen, die pragmatischere Optionen nicht pauschal ausschließen wollen.
- Für andere Parteien (Linke, Grüne, SPD, BSW) bedeutet das Verhandlungsspielraum, aber auch die Herausforderung, Mehrheit und Legitimität zugleich zu sichern.
Die Umfrage liefert kein Urteil darüber, welche Koalitionskonstellation konkret politisch realisierbar ist. Sie zeigt jedoch die Breite der öffentlichen Debatte und die Notwendigkeit, dass Parteien sowohl innenpolitische Prinzipien als auch parlamentarische Mehrheiten abwägen müssen.
| Perspektive | Prozent |
|---|---|
| „auf keinen Fall“ (gegen AfD‑Regierungsbildung) | 36 % |
| „eher nein“ | 11 % |
| „auf jeden Fall“ (für AfD‑Regierungsbildung) | 20 % |
| „eher ja“ | 18 % |
Die Umfrage wurde von YouGov als „Frage des Tages“ am 7. September durchgeführt und ist repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren. Sie gibt einen Momentaufnahme der öffentlichen Stimmung wieder, die politische Entscheidungen vor Ort beeinflussen kann.