Der LASK hat am Dienstagabend österreichische Fußballgeschichte geschrieben: Nach einem 0:4-Rückstand im Play-off-Hinspiel gegen Celtic Glasgow setzte sich der Meister im Rückspiel in der ausverkauften Oberösterreich-Arena mit 5:1 nach Verlängerung durch und qualifizierte sich damit erstmals für die Gruppenphase der UEFA Champions League.
Die Wendung: Von 0:4 zu 5:4 gesamt
Vor rund 17.000 Zuschauerinnen und Zuschauern sahen die Linzer zunächst wie der unterlegene Teil aus: Ein abgefälschter Treffer von Callum McGregor in der 21. Minute brachte Celtic im Rückspiel in Führung. Doch der LASK antwortete eindrucksvoll. Moses Usor verwertete eine Gästegabe in der 32. Minute, Robert Ljubičić traf kurz nach der Pause (48.), Samuel Adeniran erzielte das 3:1 (58.). In der Schlussminute der regulären Spielzeit sorgte Joker Florian Flecker mit dem 4:1 (91.) für die Verlängerung.
In der Verlängerung blieb Celtic zwar phasenweise ballbesitzstark, blieb aber weitgehend ungefährlich. Samuel Adeniran krönte die Aufholjagd mit seinem Treffer in der 109. Minute, der den Gesamtscore von 5:4 fixierte und das von vielen zuvor heraufbeschworene „Wunder von Linz“ besiegelte.
„Ich bin richtig stolz“
Der Erfolg hat auch wirtschaftliche Folgen: Der Einzug in die Ligaphase bringt dem LASK ein Startgeld von 18 Millionen Euro. Celtic qualifiziert sich damit für die Europa League.
Spielstatistiken und Bedeutung
Die Statistik unterstreicht die Dominanz der Gastgeber: Am Ende standen 40 Abschlüsse und ein hoher Expected-Goals-Wert von 4,91 xG zugunsten des LASK. Solche Werte spiegeln die Überlegenheit in Chancen und Abschlussqualitäten wider, die letztlich die Basis für das Comeback bildeten.
| Fakten | Wert |
|---|---|
| Zuschauer | rund 17.000 |
| Endstand Rückspiel | LASK 5:1 Celtic (n.V.) |
| Gesamtscore | 5:4 |
| Abschlüsse LASK | 40 |
| xG LASK | 4,91 |
| Startgeld CL | 18 Mio. Euro |
Historischer Kontext
Ein derartiger Rückstandsdreher ist in Österreich selten: Bisher hatte nur Rapid 1985 ein 0:3 aus einem Hinspiel im Europacup noch umgedreht (5:0 gegen Dynamo Dresden im Cup der Cupsieger). International gibt es vergleichbare Beispiele, etwa Barcelonas 6:1 gegen PSG 2017, doch die Bedeutung für den LASK ist einzigartig: Zum ersten Mal überhaupt steht der Klub in der Champions-League-Gruppenphase.
- Schlüsselspieler: Samuel Adeniran (zweifacher Torschütze, entscheidendes Tor 109.)
- Wendepunkte: Anschlusstreffer Usor (32.), Ljubičić (48.), Flecker als Joker (91.)
- Finanzieller Effekt: 18 Mio. Euro Startgeld für die Champions League
Trainer und Klub stehen nun vor neuen Herausforderungen: Die Champions League bedeutet sportliche Hochspannung, aber auch eine Kalendertkräftigung des Spielplans und zusätzliche Belastungen für den Kader. Die wirtschaftliche Komponente eröffnet Möglichkeiten für Transfers und Infrastruktur, setzt den Klub aber auch unter Erwartungsdruck, sportlich und administrativ nachhaltig zu planen.
Für die österreichische Klubszene ist das Resultat ein Signal: Ein heimischer Klub kann mithalten und auf internationalem Niveau Spiele drehen, die zuvor als entschieden galten. Der LASK reiht sich damit in eine Liste bemerkenswerter Comebacks ein und liefert seinen Fans ein Kapitel, das in die Vereinschronik und in die Geschichte des österreichischen Fußballs eingehen wird.
Konkrete Aussagen zur weiteren Saisonplanung, möglichen Transfers oder zur Kaderstärke liegen aktuell noch nicht vor; der Fokus in Linz wird zunächst auf der unmittelbaren Feiern, der Regeneration der Spieler und der Vorbereitung auf die anstehende Gruppenphase liegen.