Die Stadtgemeinde Kirchdorf an der Krems arbeitet an einem neuen Nutzungskonzept für das Hallenbad und die angeschlossene Sauna im Pflichtschulzentrum. Hintergrund ist die laufende Generalsanierung des Schulkomplexes sowie anhaltende wirtschaftliche Defizite im Saunabetrieb, die eine Neuausrichtung erforderlich machen.
Sauna bleibt weiterhin geschlossen
Die Sauna ist bereits seit dem Vorjahr geschlossen und wird nach Angaben der Stadt auch im kommenden Jahr aufgrund der Bauarbeiten nicht in Betrieb gehen. Parallel dazu laufen Überlegungen zur künftigen Betriebsführung und zur Optimierung des Angebots. Ziel ist es, die Attraktivität für Nutzerinnen und Nutzer zu erhöhen und gleichzeitig die wirtschaftliche Tragfähigkeit zu verbessern.
Wirtschaftliche Kritik und bisherige Defizite
Zuletzt wies der Betrieb der Sauna einen jährlichen Verlust von mehr als 10.000 Euro auf. Bereits 2015 hatte der Landesrechnungshof den geringen Kostendeckungsgrad bemängelt und eine dauerhafte Einstellung des Saunabetriebs empfohlen. Vor diesem Hintergrund sollen sowohl Nutzung als auch Betriebsführung grundlegend überprüft werden.
„Zielsetzung ist die Erstellung eines Gesamnutzungskonzepts, das unterschiedliche Maßnahmen zur Optimierung der Nutzung und des Betriebs von Hallenbad und Sauna umfasst, um den Betrieb der Sauna mittelfristig auch betriebswirtschaftlich darstellen zu können“,
erläuterte Bürgermeister Markus Ringhofer.
Was das Gesamtkonzept prüfen soll
Die Stadt nennt mehrere Prüfbereiche, die in das Gesamtkonzept einfließen sollen. Im Zentrum stehen:
- Nutzung der vorhandenen Räumlichkeiten und mögliche Um- oder Mehrfachnutzung bisher untergenutzter Flächen,
- Öffnungszeiten und Eintrittspreise,
- Betreibermodelle und organisatorische Fragen zur wirtschaftlichen Optimierung.
Stadtrat Michael Feldmann, Obmann im Ausschuss für Sport und Freizeit, betont, dass auch die Bedürfnisse der Bevölkerung berücksichtigt werden sollen. Ein besonderes Augenmerk liege auf den rund 40 Dauerkarten-Nutzerinnen und -Nutzern, die zuletzt für mehr als 80 Prozent der Saunaeintritte verantwortlich waren.
Folgen für Beschäftigte und Nutzer
Die Schließung und die geplanten Prüfungen haben direkte Auswirkungen auf Beschäftigte, Dauerkarteninhaber und Gelegenheitsnutzer. Bislang offen ist, wie ein neues Betreibermodell Personaleinsatz, Arbeitszeiten und mögliche Zusatzangebote beeinflussen wird. Die Stadt hat angekündigt, die Ergebnisse der laufenden Erhebungen im zuständigen Ausschuss für Freizeit und Sport zu beraten und in die weiteren Planungen einzubeziehen.
| Fakt | Stand / Bedeutung |
|---|---|
| Sauna-Betriebsverlust | Mehr als 10.000 Euro jährlich |
| Empfehlung Landesrechnungshof | 2015: dauerhafte Einstellung des Saunabetriebs empfohlen |
| Dauerkarten-Nutzer | Rund 40 Personen, verantwortlich für >80 % der Eintritte |
| Bauphase | Generalsanierung des Pflichtschulzentrums läuft; Sauna bis mindestens nächstes Jahr geschlossen |
Für die Stadtverwaltung stellt sich die Herausforderung, ein Gleichgewicht zwischen öffentlicher Daseinsvorsorge und wirtschaftlicher Verhältnismäßigkeit zu finden. Die Diskussion um Öffnungszeiten, Eintrittspreise und mögliche alternative Nutzungen ist auch eine Standortfrage: Wie können kommunale Einrichtungen so betrieben werden, dass sie Beschäftigten und Nutzerinnen Nutzen bringen, ohne die Gemeindefinanzen dauerhaft zu belasten?
Ob die künftige Lösung in einer geänderten Preisstruktur, einer verstärkten Einbindung externer Betreiber oder in einer Umnutzung bisher wenig genutzter Flächen liegt, ist offen. Klar ist jedoch, dass die Stadt Kirchdorf an der Krems die Weichenstellung als Teil der Nachnutzung des sanierten Pflichtschulzentrums begreift und die Ergebnisse transparent in die politische Beratung einbringen will.
Die laufenden Erhebungen und das daraus entstehende Gesamtkonzept sollen im zuständigen Ausschuss beraten werden. Konkrete Entscheidungen über ein zukünftiges Betreibermodell oder zeitnahe Wiedereröffnungen gibt es derzeit noch nicht.