In der Montagsausgabe der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ sorgte eine ungewöhnliche Antiquität für Staunen und Schmunzeln: eine elektronische beziehungsweise mechanische Eiersortierwaage aus dem Jahr 1964. Während Moderator Horst Lichter das Gerät sofort erkannte und nostalgisch kommentierte, zeigten sich die anwesenden Händler eher ratlos.
Was wurde gezeigt — und was wissen wir darüber?
Verkauft wurde die Waage von Christa und Simone aus Solingen. Christa berichtete, die Waage sei Teil eines Haushaltszubehörs gewesen, das sie beim Bezug ihrer ersten Wohnung 1964 gemeinsam mit 50 Hühnern erworben hatten. Das Gerät diente historisch dazu, Eier nach Größe und Gewicht zu sortieren, um den korrekten Verkaufspreis zu ermitteln. Hersteller ist die Firma Hartner, die solche Modelle ab etwa 1960 auf den Markt gebracht hat. Das Prüfgewicht fehlt, was den technischen und damit marktgerechten Wert beeinträchtigt.
Reaktionen in der Sendung
Im Händlerraum herrschte Verwirrung, die Moderation reagierte amüsiert. Lichter kommentierte augenzwinkernd die Alltagspraktik früherer Jahrzehnte und erinnerte an Hofladen- und Wochenmarkt-Situationen. Der ausstellende Experte, Sven Deutschmanek, zeigte sich überrascht und bemerkte, dass viele Zuschauerinnen und Zuschauer ein derartiges Gerät wohl noch nie gesehen hätten.
„Ich werd' verrückt, eine echte Eierwaage“,
rief Lichter, woraufhin Deutschmanek ungläubig nachfragte: „Kennst du die wirklich?“ Lichter bestätigte und verwies auf die Praxis früherer Hofläden, Eier nach Größen wie S, M, L zu sortieren — und scherzte, ob es nicht gar XXL-Eier gebe. Als Scherzoption wurde sogar ein Straußenei erwähnt.
Preisvorstellung und Perspektive auf den Sammlermarkt
Die Verkäuferin nannte als Wunschpreis 50 Euro. Experten in der Sendung machten deutlich, dass der fehlende Prüfgewichtsatz den Wert schmälert. Solche Geräte haben für Sammlerinnen und Sammler vor allem einen nostalgischen oder kuriosem Reiz; ihr Gebrauchswert ist in heutigen Haushalten gering, weil Normgrößen und industrielle Sortierung den Bedarf übernahmen.
- Objekt: Eiersortierwaage
- Baujahr: 1964
- Hersteller: Hartner (ab ca. 1960 Modelle im Markt)
- Fehlendes Teil: Prüfgewicht
- Wunschpreis der Verkäuferin: 50 Euro
Kontext und Folgen
Die Szene illustriert mehrere Aspekte: Zum einen zeigt sie, wie schnell Gebrauchsgegenstände des Alltags in den Bereich des Kuriosen rücken können, wenn sich Produktions- und Handelsweisen ändern. Zum anderen macht der Beitrag deutlich, dass Fernsehsendungen wie „Bares für Rares“ ein Publikum für kleine skurrile Zeitzeugen schaffen — zugleich aber den realistischen Marktwert durch technische Mängel, hier das fehlende Prüfgewicht, begrenzen.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Hersteller | Hartner |
| Baujahr | 1964 |
| Originalgebrauch | Sortieren von Eiern nach Größe/Gewicht |
| Fehlendes Element | Prüfgewicht |
| Wunschpreis | 50 Euro |
Für Zuschauerinnen und Sammler bleibt die Waage ein sympathisches Kuriosum — und eine Erinnerung daran, wie sehr sich alltägliche Abläufe in wenigen Jahrzehnten verändert haben. Ob sich tatsächlich jemand findet, der die Waage trotz fehlenden Prüfgewichts und eingeschränktem praktischen Nutzen zu 50 Euro mitnimmt, bleibt offen; in der Sendung war hingegen klar: das Objekt löste gute Laune und Gesprächsstoff aus.