Das Ministerium für Bildung und Ausbildung in Vietnam hat dem Premierminister einen Bericht über die Versorgung mit Schulbüchern für das Schuljahr 2026/27 vorgelegt. Dem Dokument zufolge ist die Versorgungslage deutlich verbessert: Von einem ursprünglich höheren Fehlbestand blieb bis zum 24. September ein Defizit von rund 800.000 Exemplaren übrig. Insgesamt seien damit etwa 99,69 % des Bedarfs gedeckt.
Wie kam es zur Lücke und wie wird sie geschlossen?
Laut Bericht betrug der Gesamtbedarf an Lehrbüchern am 20. September rund 246 Millionen Exemplare. Innerhalb weniger Tage konnte der Fehlbestand massiv reduziert werden: Von knapp 2,8 Millionen Exemplaren Mitte September sank das Defizit auf etwa 800.000. Um weiterhin ausreichend Nachschub zu garantieren, hat das Ministerium den staatlichen Bildungsverlag angewiesen, bis zum 30. September zusätzliche 3 Millionen Lehrbücher zu drucken und auszuliefern.
Die zusätzlichen Exemplare sollen folgende Zwecke erfüllen:
- Deckung der noch bestehenden Versorgungslücke bei Schülerinnen und Schülern,
- Belieferung von Schulbibliotheken und Nachlieferungen an Vertriebsstellen,
- Ablage eines Reservebestands für Naturkatastrophen, Stürme und Überschwemmungen.
Verteilungskanäle und Zugänglichkeit
Der Verlag wurde angewiesen, die Verteilung über Verlagshäuser und Buchhandlungen in 34 Provinzen und Städten sicherzustellen. Zusätzlich sollen Bücher an Agenturen und Verkaufsstellen abgegeben werden, damit Schülerinnen und Schüler die Lehrwerke direkt vor Ort oder online erwerben können. Der Bericht betont ausdrücklich, dass auch weitere Druckaufträge und Nachlieferungen möglich bleiben, um unvorhergesehene Bedarfe abzudecken.
"Bis zum 24. September war die zusätzlich zu veröffentlichende Anzahl an Büchern vollständig geliefert."
Die Formulierung in dem Bericht unterstreicht, dass die bis dahin vorgesehenen Lieferungen eingetroffen sind; gleichzeitig bleibt das Ministerium auf eine flexible Nachversorgung eingestellt.
| Position | Anzahl (ca.) |
|---|---|
| Gesamtbedarf (20. Sept.) | 246 Mio. |
| Fehlbestand (15. Sept.) | ~2,8 Mio. |
| Fehlbestand (24. Sept.) | ~0,8 Mio. |
| Geplante Nachproduktion | 3 Mio. |
Konsequenzen für Schulen, Lehrkräfte und Familien
Für Schulen bedeutet die Verbesserung der Versorgungslage kurzfristig Entspannung: Bibliotheken und Klassenzimmer können bis zum Unterrichtsstart bzw. laufenden Schuljahr mit Lehrwerken bestückt werden. Lehrkräfte gewinnen Planungssicherheit bei der Stoffvermittlung und bei Prüfungs- bzw. Maturavorbereitungen. Familien erhalten dadurch eine verlässliche Möglichkeit, fehlende Lehrwerke zu kaufen oder über Schulen ausgeliefert zu bekommen.
Gleichzeitig bleiben Risiken: Lieferketten können durch Wetterereignisse oder logistische Engpässe erneut gestört werden. Das Ministerium reagiert darauf mit dem Aufbau von Reserven für Naturkatastrophen — eine Maßnahme, die in einem Land mit häufiger Wetterschwankungen als notwendig erscheint.
Für die Schulverwaltung auf kommunaler Ebene bedeutet die angekündigte Auslieferung der zusätzlichen 3 Millionen Exemplare organisatorischen Aufwand: Koordination mit Verlagen, Buchhandlungen und Ausgabestellen sowie das Monitoring, dass Bücher tatsächlich bei den bedürftigen Schulen und Familien ankommen.
Ausblick
Der Bericht an den Premierminister dokumentiert eine deutliche Verbesserung der Versorgung mit Lehrmitteln, bleibt aber offen in Bezug auf die Verteilungsgerechtigkeit innerhalb der Provinzen: Ob entlegene oder besonders von Naturereignissen betroffene Gebiete rechtzeitig versorgt werden, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen. Die zusätzliche Druckauflage bis 30. September und der Aufbau von Reserven sind Schritte, die kurzfristig Abhilfe schaffen sollen. Langfristig bleibt die Frage, wie robuste Vorratssysteme und schnellere Logistikprozesse dauerhaft sichergestellt werden können.
Als Ressort Bildung beobachten wir weiter, wie die angekündigten Lieferungen umgesetzt werden und welche Auswirkungen die Maßnahmen auf Lehr- und Lernalltag vor Ort haben.