Der städtische Kindergarten Froschheim ist als erster städtischer Kindergarten der Stadt Salzburg mit der Plakette „Natur im Garten“ ausgezeichnet worden. Der Antrag für die Ehrung wurde von der Leiterin des Kindergartens, Monika Pirker, im April 2026 beim Salzburger Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaftspflege eingebracht.
Praktische Naturnähe statt Schulgarten-Idyll
Für die Auszeichnung müssen Einrichtungen bestimmte Vorgaben erfüllen. Im Kindergarten Froschheim wird daher bei der Gartenpflege bewusst auf chemisch-synthetische Pestizide und Düngemittel sowie auf Torf verzichtet. Statt formaler Beete dominieren Bäume, Stauden, Blumen und ein Naturrasen, die Lebensräume für Tiere und Pflanzen bieten und gleichzeitig als Lernräume für die Kinder dienen.
Handlungsebene: Gatschküche und AckerRacker
Ein zentrales Element des pädagogischen Angebots ist die sogenannte „Gatschküche“, in der Kinder mit den Händen in der Erde graben und bodenlebende Tiere entdecken können. Ergänzt wird dieses Angebot durch das Projekt „AckerRacker“, das die Entstehung von Lebensmitteln praktisch vermittelt: Die Kinder sehen von Anfang an, wo Lebensmittel herkommen und wie sie wachsen.
- Verzicht auf Pestizide, Kunstdünger und Torf
- Gestaltung mit Bäumen, Stauden, Blumen und Naturrasen
- Praktische Lernangebote: „Gatschküche“ und „AckerRacker“
„Die Kinder können hier jeden Tag entdecken, beobachten und selbst mitgestalten. Sie lernen früh, wo unsere Lebensmittel herkommen und warum ein achtsamer Umgang mit Pflanzen, Tieren und natürlichen Ressourcen wichtig ist. Ich gratuliere dem gesamten Team herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung“,
so Bürgermeister Bernhard Auinger, der dem Kindergarten zur Auszeichnung gratulierte.
Warum die Auszeichnung Bedeutung hat
Die Plakette „Natur im Garten“ ist in Salzburg nicht nur ein Gütesiegel für naturnahe Gestaltung, sie ist zugleich Ausdruck eines pädagogischen Konzepts, das Nachhaltigkeit und Umweltbildung bereits im Kindergartenalter verankern will. Durch praktische Erfahrungen im Freien entstehen früh Verhaltensweisen und Einstellungen gegenüber Natur und Ressourcen, die langfristig auch Konsum- und Umweltverhalten prägen können.
Was Eltern und Pädagogen daraus mitnehmen können
Eltern, die Wert auf naturorientierte Betreuung legen, finden im Froschheim-Modell mehrere Anknüpfungspunkte: die Verknüpfung von Spielsituation und Lerninhalt, die bewusste Materialwahl in der Außenanlage und Projekte, die nicht nur biologisches Wissen vermitteln, sondern auch Verantwortung und Achtung vor Lebewesen.
| Aspekt | Beispiel im Kindergarten Froschheim |
|---|---|
| Gartenpflege | Verzicht auf Pestizide, Düngemittel und Torf |
| Lernangebote | Gatschküche, AckerRacker |
| Lebensraum | Bäume, Stauden, Blumen, Naturrasen |
Kontext in der Stadtentwicklung
Die Ehrung des Kindergartens Froschheim reiht sich in eine Reihe städtischer Initiativen ein, die urbane Grünräume und bildungsnahe Umweltprojekte fördern. Für die Stadtgemeinde ist die Auszeichnung ein positives Signal in Richtung naturnaher Gestaltung öffentlicher Flächen und frühzeitiger Umweltbildung.
Für kommunale Entscheidungsträger und pädagogische Träger kann das Froschheim-Beispiel als Vorlage dienen, wie sich Außenanlagen von Kinderbetreuungseinrichtungen ohne großen Aufwand ökologisch aufwerten und gleichzeitig als Lernort nutzen lassen.
Die Auszeichnung wurde offiziell über den Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaftspflege abgewickelt; konkrete finanzielle Förderungen oder Bauarbeiten werden im Beitrag nicht genannt.
Der Kindergarten Froschheim bleibt damit ein lokales Beispiel dafür, wie Bildungseinrichtungen im direkten Umfeld der Kinder ökologische Praxis und Alltagslernen verbinden können.