Die Mozartstadt verliert ihre Vertreterinnen in der höchsten Spielklasse des Damen-Eishockeys: Die DEC Eagles aus Salzburg haben angekündigt, aus eigener Entscheidung aus der Elite abzusteigen. Künftig wird das Team nicht mehr in der European Women’s Hockey League (EWHL) und der Austrian Women’s Hockey League (AWHL) vertreten sein, wie der Verein erklärte.
Sportliche Gründe: Kaderplanung und fehlende Salzburgerinnen
Als zentralen Grund für den freiwilligen Abstieg führt die sportliche Leitung Probleme bei der Kaderplanung an. Die Eagles seien in den vergangenen Jahren stets „an der absoluten Grenze“ gewesen, heißt es vom Verein. Entscheidender Kritikpunkt ist das Missverhältnis zwischen heimischen und zugekauften Spielerinnen.
„Wir waren in den letzten Jahren schon immer an der absoluten Grenze. Aus sportlicher Sicht hat sich dann einfach die Frage gestellt, wie sinnvoll das für uns noch ist“,
erklärt Eva Maria Verworner, die sportliche Leiterin der DEC Eagles und ehemalige Spielerin. Verworner, die im Artikel als 38‑Jährige bezeichnet wird, betont, dass der Anteil nicht heimischer Kräfte zuletzt überwiegend war: „Wenn wir sieben bis acht Spielerinnen aus unserer Kooperation mit Linz oder aus Innsbruck im Team hatten, dazu die vielen Importspielerinnen, um mitzuhalten, blieb für die Salzburgerinnen nur mehr wenig Platz.“
Das Verhältnis habe sich zuletzt bei etwa 20:80 eingependelt – aufgelistet als heimische Spielerinnen zu externen Spielerinnen – was aus Sicht der sportlichen Leitung nicht mehr mit dem Selbstverständnis des Klubs vereinbar gewesen sei.
Neuaufstellung in der zweiten Liga – Perspektive für lokale Talente
Die Eagles treten kommende Saison in der sogenannten DEBL 2 an, also der zweiten österreichischen Eishockey-Bundesliga der Damen. Der Verein sieht darin die Chance, die Mannschaft neu zu strukturieren und vermehrt auf Salzburger Spielerinnen zu setzen. Ziel sei es, in der neuen Liga konkurrenzfähig zu sein und zugleich Spielpraxis für heimische Akteurinnen zu schaffen.
- Weniger Importspielerinnen, mehr Einsatz für lokale Talente
- Neuaufbau mit Blick auf Aufstiegschancen in DEBL 2
- Bessere Entwicklungsbedingungen und Spielpraxis für Salzburgerinnen
Die sportliche Leitung formuliert klar, dass der Schritt kein endgültiges Aus für einen Spitzenklub in Salzburg bedeuten müsse, sondern Teil einer strategischen Neuausrichtung sei. Die Eagles wollen beobachten, wie sich die Mannschaft in der DEBL 2 entwickelt, und das Erreichen des Wiederaufstiegs nicht ausschließen.
Gegner und Struktur in der DEBL 2
In der zweiten Liga treffen die DEC Eagles unter anderem auf Mannschaften aus Tirol und anderen Bundesländern sowie auf Reserveteams etablierter Klubs. Konkret werden als Gegner genannt:
- Kitzbühel
- Innsbruck
- Zweite oder dritte Teams aus Linz, Villach oder Graz
- Neu gegründetes Team „The Noreias“ aus Klagenfurt
| Liga | Bedeutung |
|---|---|
| European Women’s Hockey League (EWHL) | Internationale Elite |
| Austrian Women’s Hockey League (AWHL) | Österreichische Spitzenliga |
| DEBL 2 | Zweite nationale Spielstufe; Entwicklungs- und Aufstiegsplattform |
Auswirkungen auf den Salzburger Frauen-Eishockey-Standort
Der freiwillige Rückzug der Eagles reiht sich in jüngere Entscheidungen weiterer Salzburger Klubs ein, die ähnlich restrukturieren oder Ligenwechsel vollzogen haben. Für die Nachwuchs- und Talentförderung in Salzburg stellt sich nun die Frage, wie Spielmöglichkeiten für junge Salzburgerinnen langfristig gesichert werden können.
Verworner hebt den Stellenwert hervor, eigene Spielerinnen zu fördern: „Mir ist das wichtig, dass ein Klub aus Salzburg auf die eigenen Akteurinnen setzt und diese auch Spielpraxis bekommen.“ Der Verein will mit dem Schritt signalisieren, dass Spielpraxis heimischer Spielerinnen künftig Vorrang hat.
Ausblick
Die kommende Saison in der DEBL 2 wird zeigen, ob das Modell des Neuaufbaus mit Fokus auf Salzburger Talente trägt. Sportlich bleibt die Hoffnung auf rasche Rückkehr in die höhere Spielklasse, organisatorisch die Herausforderung, Talente zu halten und weiterzuentwickeln. Für Salzburg bedeutet der Rückzug der Eagles vorerst den Verlust einer Präsenz in der nationalen und internationalen Damen-Spitze, gleichzeitig eröffnet sich eine Chance für eine nachhaltigere, regionale Entwicklung des Frauen-Eishockeys.
Korrespondenz: Philipp Moser, WE NEWS, Salzburg.