Stadtprojekt bringt Pleichach wieder ans Tageslicht
Würzburg plant die Renaturierung eines Abschnitts der Pleichach unmittelbar am Hauptbahnhof: Auf einer Länge von etwa 250 Metern wird der bislang kanalisiert geführte Bach nach dem Abriss und Neubau des Quellenbachparkhauses wieder an die Oberfläche verlegt und als mäandrierender Stadtbach gestaltet. Für das Vorhaben sind laut aktueller Planung rund 500.000 Euro veranschlagt.
Die Idee, die Pleichach aus ihrer Betonröhre zu befreien, stammt nicht von der Verwaltung allein: Vor rund 15 Jahren regte die Bürgerinitiative „Ringpark in Gefahr“ an, städtische Räume durch mehr Gewässer aufzuwerten. Der Slogan „Freiheit für die Pleichach“ begleitet das Anliegen seitdem und wird nun, nach Jahren der Diskussion, in einem ersten Abschnitt umgesetzt.
Was geplant ist und wer beteiligt ist
Nach dem derzeitigen Stand der Bauarbeiten am Quellenbachparkhaus sollen Abriss und Neubau den nötigen Raum schaffen, damit der Bach offen verlegt werden kann. Die Umgestaltung sieht eine naturnahe Führung mit Mäandern vor, wodurch ein kleiner Flusslauf entstehen soll, der stadtklimatische und ökologische Funktionen übernehmen kann.
- Länge des offenzulegenden Abschnitts: ca. 250 Meter
- Veranschlagte Kosten: rund 500.000 Euro
- Ort: Bereich Quellenbachparkhaus am Würzburger Bahnhof
Vertreterinnen und Vertreter der Stadt sowie am Projekt beteiligte Personen haben den Baufortschritt bereits in Augenschein genommen. In Berichten werden unter anderem Andrea Angenvoort-Baier und Matthias Hampl als Personen genannt, die die Arbeiten besichtigten.
Auswirkungen für die Stadt und Fragen der Nutzung
Die Renaturierung hat mehrere mögliche Effekte: ökologisch kann ein offener Bach Lebensräume für Insekten und Kleintiere schaffen, städtebaulich gewinnt der Bereich am Bahnhof an Aufenthaltsqualität, und für das Stadtklima können Verdunstung und Durchlüftung positive Folgen haben. Gleichzeitig werfen solche Maßnahmen praktische Fragen der Pflege, Sicherheit und Zugänglichkeit auf.
„Freiheit für die Pleichach“
In der Öffentlichkeit wird auch diskutiert, ob Anwohnerinnen und Besucher künftig die Möglichkeit haben werden, sich am Wasser aufzuhalten oder gar die Füße im Bach zu kühlen. Konkrete Festlegungen zu erlaubten Nutzungen, Zugängen und Pflegemaßnahmen sind in den bislang veröffentlichten Informationen nicht ausführlich beschrieben; solche Details dürften Teil der nächsten Planungsschritte und der Abstimmung mit den städtischen Gremien sein.
Finanzierung und weitere Planungsschritte
Die genannten 500.000 Euro decken nach jetzigem Kenntnisstand die geplanten Arbeiten für den Abschnitt am Quellenbachparkhaus. Ob zusätzliche Folgekosten für Pflege, Instandhaltung oder Anpassungen an den städtischen Wasserhaushalt entstehen, ist offen und wird noch zu beurteilen sein. Für die Bewohnerinnen und Bewohner der umliegenden Stadtteile sind solche Angaben relevant, denn sie bestimmen später auch die Qualität und die Zugänglichkeit des neuen Grünraums.
Die konkrete Umsetzung markiert einen sichtbaren Schritt hin zu einer stärker naturnahen Gestaltung urbaner Flächen in Würzburg. Ob und wie das Modell auf weitere Abschnitte der Pleichach oder andere innerstädtische Gewässer übertragen wird, hängt von den Erfahrungen mit diesem Pilotabschnitt und den politischen Entscheidungen in den kommenden Monaten ab.
Berichte und Fotos zum Baufortschritt zeigen bereits erste Maßnahmen am Quellenbachparkhaus; die Stadt und beteiligte Akteure werden voraussichtlich über weitere Termine und Beteiligungsmöglichkeiten informieren.
Korrespondent aus Bayern berichtet fortlaufend über städtische Umweltprojekte und deren Bedeutung für die Würzburgerinnen und Würzburger.