Hoher Anteil ohne Abschluss trifft jungen Arbeitsmarkt in Wuppertal
In Wuppertal sind nach Angaben der Arbeitsagentur 82 Prozent der Arbeitslosen unter 25 Jahren ohne Berufsabschluss. Die Zahl verdeutlicht eine strukturelle Herausforderung für die Stadt und die Perspektiven junger Menschen auf dem Arbeitsmarkt. Zugleich gibt es aktuell noch freie Ausbildungsplätze: Betriebe in Wuppertal melden insgesamt 499 offene Lehrstellen, wie die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Düsseldorf unter Berufung auf die Arbeitsagentur mitteilt.
Die IG BAU hebt hervor, dass das Angebot sowohl im Handwerk als auch in anderen Branchen vorhanden sei. Konkret werden freie Ausbildungsplätze unter anderem im Baugewerbe und im Garten- und Landschaftsbau genannt. Die Gewerkschaft rät ausdrücklich dazu, jetzt aktiv die Suche nach einer Ausbildung anzugehen, da viele Ausbildungsverhältnisse noch vor dem Start des neuen Lehrjahres begonnen oder auch später vereinbart werden können.
- 499 freie Ausbildungsplätze insgesamt
- 15 freie Ausbildungsplätze im Baugewerbe
- 12 freie Plätze im Garten- und Landschaftsbau
- 6 freie Ausbildungsplätze bei Dachdeckerbetrieben
Die Zahlen der IG BAU werden in einen überregionalen Kontext gestellt: Laut Statistischem Bundesamt haben in Nordrhein-Westfalen rund 642.000 junge Erwachsene im Alter von 20 bis 34 Jahren weder eine abgeschlossene Berufsausbildung noch einen Ausbildungsplatz. Vor diesem Hintergrund wirkt das Ausbildungsplatzangebot in Wuppertal einerseits als Chance, andererseits als dringender Appell an Politik, Unternehmen und Beratungsstellen.
„Wichtig ist, sich einen Ruck zu geben und jetzt einen Ausbildungsbetrieb zu suchen. Denn mit einer Ausbildung in der Tasche sind die Jobs, die man ein Berufsleben lang macht, in der Regel sicherer und vor allem auch deutlich besser bezahlt“, so Tino Brüning, Vorsitzender der IG BAU Düsseldorf.
Beratungsangebote und praktische Tipps für Bewerber
Die IG BAU empfiehlt jungen Menschen ohne Berufsabschluss, die Angebote der Berufsberatung zu nutzen. Als konkrete Anlaufstellen werden die Jugendberufsagentur (JBA) und die örtlichen Angebote der Arbeitsagentur genannt – sowohl persönlich vor Ort als auch digital. Die Gewerkschaft betont, dass direkte und mutige Kontaktaufnahme zu Betrieben oft zu Praktika oder sogar zu Ausbildungsplätzen führen kann.
| Bereich | Anzahl freier Ausbildungsplätze |
|---|---|
| Baugewerbe | 15 |
| Garten- und Landschaftsbau | 12 |
| Dachdecker | 6 |
| Gesamt (Wuppertal) | 499 |
Die Vorstellung, dass August und September die klassischen Monate für Ausbildungsstarts sind, wird von der IG BAU relativiert: Auch im Oktober stellten Betriebe noch ein. Diese zeitliche Flexibilität kann für Bewerber ohne Abschluss eine wichtige Chance darstellen, den Einstieg in eine Lehre noch zu schaffen.
Für Wuppertal ergibt sich daraus ein doppeltes Gebot: Zum einen müssen Beratungs- und Vermittlungsangebote weiter gestärkt werden, damit junge Menschen die vorhandenen Chancen nutzen können. Zum anderen sind Unternehmen gefragt, mehr Ausbildungsplätze anzubieten und Bewerbern auch niedrigschwellige Einstiege wie Praktika zu ermöglichen. Nur so lässt sich der Anteil junger Menschen ohne Berufsabschluss langfristig senken und die lokale Fachkräftenachfrage sichern.
Die Kombination aus hohem Anteil ohne Abschluss und noch vorhandenen Ausbildungsplätzen macht deutlich, dass sowohl Angebot als auch Nachfrage auf dem Wuppertaler Ausbildungsmarkt aktiv zusammengebracht werden müssen. Beratungsstellen, Gewerkschaften und Betriebe betonen: Wer jetzt handelt, hat bessere Perspektiven.