Mitmachen bei der Artenerfassung: Kreis setzt auf Bürgerforschung
Der Kreis Recklinghausen hat in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station und der Unteren Naturschutzbehörde die „Arten‑Olympiade 2026“ gestartet. Ziel der Aktion ist es, über das gesamte Jahr hinweg Beobachtungen von Fledermäusen wie auch anderen Tier-, Pflanzen‑ und Pilzarten zu sammeln, um die biologische Vielfalt im Kreisgebiet besser zu erfassen und zu schützen.
Die Veranstalter werben gezielt um Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern: Fotografien und Fundmeldungen sollen über die Naturbeobachtungsplattform Observation.org sowie die zugehörigen Apps dokumentiert werden. Die Apps bieten nach Angaben der Organisatoren eine automatische Bestimmungsfunktion, sodass auch naturkundlich interessierte Laien Beiträge einreichen können.
- Ziel: Sammeln von Daten zu Fledermäusen, Pflanzen, Pilzen und anderen Arten über das Jahr.
- Plattformen: Observation.org und die Apps „ObsIdentify“ und „Observation“.
- Besondere Hinweise: Meldungen zu Wochenstubenquartieren von Fledermäusen sind für den Artenschutz besonders wertvoll.
Fledermäuse im Schein der Dämmerung dokumentieren
Die Akteure betonen, dass Fledermäuse vor allem in der Dämmerung aktiv werden. Wer die Tiere beobachtet oder Quartierausflüge bemerkt, hat laut Presseinformation gute Chancen auf einen Schnappschuss.
„Fledermäuse bei der Jagd zu fotografieren, ist sicherlich eine besondere Herausforderung. Wer aber die Möglichkeit hat, einen Quartierausflug zu beobachten, hat gute Chancen auf einen Schnappschuss“, sagte Heike Kalfhues von der Biologischen Station des Kreises.
Besonders wichtig seien Hinweise auf sogenannte Wochenstubenquartiere, in denen Fledermäuse ihre Jungen großziehen. Die Meldungen helfen Fachleuten, Schutzmaßnahmen zu planen und geeignete Lebensräume zu erhalten.
Keine Gefahr, sondern Helfer gegen Insekten
Im Pressetext wird außerdem klargestellt, dass die Tiere in der Regel keinen Schaden an Gebäuden verursachen. Arten wie die Zwergfledermaus nutzten häufig Dachbereiche, Fassadenverkleidungen oder Rollladenkästen als Quartier. Statt einer Schädigung stellten die Fledermäuse für viele Grundstücke einen natürlichen Beitrag zur Schädlingsbekämpfung dar: Sie fangen pro Nacht mehrere Tausend Insekten.
| Partner / Plattform | Rolle |
|---|---|
| Biologische Station Kreis Recklinghausen | Projektinitiator, fachliche Betreuung |
| Untere Naturschutzbehörde | Koordination und Naturschutzmaßnahmen |
| Observation.org, Apps „ObsIdentify“ und „Observation“ | Datenerfassung und automatische Bestimmung |
Die Aktion richtet sich gleichermaßen an erfahrene Naturbeobachter und an Laien. Durch die Nutzung der Apps sollen Hemmschwellen für die Teilnahme gesenkt werden: Automatische Bestimmungshilfen erleichtern die Dokumentation auch ohne tiefgehende Artenkenntnis. Die so gewonnenen Beobachtungsdaten sind für Forschung und Naturschutz von großem Wert, heißt es in der Mitteilung.
Für Recklinghausen und den Kreis bedeutet die Initiative eine Chance, lokale Vorkommen streng geschützter Arten besser zu erfassen und Schutzkonzepte zielgerichtet zu entwickeln. Bürgerbeteiligung schafft zudem Bewusstsein für die Bedeutung von Quartieren in Siedlungsgebieten und die Rolle der Fledermäuse im Ökosystem.
Weitere Informations- und Teilnahmehinweise sollen laut Presseinformation über die Biologische Station und die kommunalen Stellen des Kreises verfügbar sein. Die Beteiligung ist freiwillig und offen für alle Interessierten.
Konsequenzen vor Ort: Genaue Meldungen könnten künftig konkrete Schutzmaßnahmen nach sich ziehen, etwa durch Hinweise bei Bauvorhaben oder durch Beratung von Hauseigentümerinnen und -eigentümern. Zugleich stärkt die Aktion das bürgerschaftliche Engagement für die Artenvielfalt im Kreis Recklinghausen.