Studie sieht Düsseldorf im Spitzenfeld
Düsseldorf zählt nach einer bundesweiten Analyse der Berliner Organisation Agora Verkehrswende zu den am besten mit Bus und Bahn versorgten Großstädten Deutschlands. In dem Vergleich belegt die Landeshauptstadt den sechsten Platz unter den Großstädten und erreicht demnach die beste Güteklasse A im bevölkerungsgewichteten Durchschnitt.
Bewertet wurden nach Angaben der Studie vor allem drei Kriterien: die Entfernung von Wohnorten zur nächsten Haltestelle, die Taktdichte des Angebots und die Art des Verkehrsmittels. Für den Vergleich wurden insgesamt 120 städtische Landkreise, 617 Mittelstädte und 78 Großstädte untersucht. Düsseldorf liegt demnach vor anderen Großstädten wie Köln und Berlin; besser abgeschnitten haben nur Frankfurt am Main, Stuttgart, München, Hannover und Karlsruhe.
Warum Düsseldorf gut abschneidet
Die Analyse hebt die kurze Wegdistanz zu Haltestellen und den dichten Taktfahrplan als zentrale Faktoren für die Bewertung hervor. Für viele Düsseldorfer bedeuten diese Parameter, dass Busse und Bahnen grundsätzlich eine zuverlässige Alternative zum Auto bieten. Das Stadtgebiet profitiert zudem von einem Angebot, das verschiedene Verkehrsträger kombiniert und so eine bessere Erschließung gewährleistet als in zahlreichen anderen Regionen.
- Entfernung zur Haltestelle: Kurze Fußwege erhöhen die Erreichbarkeit.
- Taktdichte: Häufigere Verbindungen verringern Wartezeiten und erhöhen die Attraktivität.
- Vielfalt der Verkehrsmittel: Kombination von Bus, Straßenbahn und S‑Bahn verbessert die Netzabdeckung.
Trotz des guten Abschneidens weist die Studie zugleich auf Defizite in großen Teilen Deutschlands hin: Rund 21 Millionen Menschen lebten demnach an Orten, an denen Bus und Bahn kein gutes Grundangebot bereitstellen. Betroffene Regionen nennt die Untersuchung unter anderem in Teilen Bayerns, im Münsterland und im westlichen Niedersachsen.
„beste Güteklasse A im bevölkerungsgewichteten Durchschnitt“
Lokale Einschränkungen bleiben
Für Düsseldorfer Fahrgäste gilt jedoch: Gute Rahmenbedingungen im bundesweiten Vergleich schließen lokale Probleme nicht aus. Aktuell kommt es in der Stadt etwa durch mehrmonatige Bauarbeiten auf einer S‑Bahn‑Strecke in Richtung Süden zu Einschränkungen. Solche temporären Eingriffe können Pendler und Bewohner in den betroffenen Stadtteilen zusätzlich belasten und die Alltagssicherheit der Verbindungen mindern.
Die Ergebnisse der Studie liefern kommunalen und regionalen Verkehrsplanern eine Orientierung, wo das Angebot schon gut funktioniert und wo weiterhin Handlungsbedarf besteht. Besonders die feingranulare Auswertung — bis auf Flächenabschnitte von 100 mal 100 Metern — macht sichtbar, welche Wohngebiete von einem dichten Angebot profitieren und welche nicht.
Konsequenzen für Stadt und Region
Für die Stadtentwicklung und die Verkehrsplanung in Düsseldorf hat das Abschneiden im Vergleich mehrere Bedeutungen: Es stärkt die Argumentation für eine weitere Förderung des ÖPNV, kann bei Förderentscheidungen für Infrastrukturprojekte helfen und ist ein Indikator für Lebensqualität in städtischen Quartieren. Gleichzeitig macht die Studie klar, dass auch innerhalb einer gut versorgten Stadt einzelne Korridore oder Stadtteile kurzfristig durch Bauarbeiten oder langfristig durch strukturelle Lücken betroffen sein können.
| Rang (Großstädte) | Stadt |
|---|---|
| 1 | Frankfurt am Main |
| 2 | Stuttgart |
| 3 | München |
| 4 | Hannover |
| 5 | Karlsruhe |
| 6 | Düsseldorf |
Für Düsseldorferinnen und Düsseldorfer bedeutet das Ergebnis: Die Stadt bietet in weiten Teilen ein hochwertiges Nahverkehrsangebot, doch die Praxis vor Ort kann von Baustellen oder punktuellen Defiziten geprägt sein. Die Studie liefert damit sowohl Bestätigung als auch Ansporn für Politik und Verwaltung, Angebot und Stabilität des ÖPNV weiter zu verbessern.