Gefördertes Projekt gegen digitale "graue Flecken"
In Münster ist der Startschuss für den geförderten Glasfaserausbau gefallen. Am Schonebecker Weg in Nienberge nahm Oberbürgermeister Tilman Fuchs symbolisch den ersten Spatenstich vor. Ziel des Projekts ist die Anbindung von rund 1.300 Adressen, die bislang von Telekommunikationsanbietern aus wirtschaftlichen Gründen nicht erschlossen wurden und damit zu den sogenannten "grauen Flecken" zählen.
Projektpartner und Zeitplan
Den Zuschlag für die Umsetzung erhielt die epcan GmbH aus Vreden. Laut Stadtverwaltung begannen die ersten Arbeiten bereits im Juni dieses Jahres. Aktuell laufen die Tiefbauarbeiten im Cluster Häger/Nienberge, wo der Trassenbau zu rund 65 Prozent abgeschlossen sei. In den kommenden ein bis zwei Monaten soll der Bereich Sprakel/Kinderhaus folgen; gegen Ende des Jahres ist der Baustart im Bereich Hiltrup vorgesehen. Die Stadt rechnet damit, dass der gesamte geförderte Ausbau bis zur ersten Jahreshälfte 2028 fertiggestellt sein wird.
Finanzierung: Bund, Land und Stadt teilen Kosten
Für das Vorhaben ist eine Investition von rund 11,9 Millionen Euro veranschlagt. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen des Förderprogramms „Graue Flecken“ und ist wie folgt aufgeteilt:
- Bund: 50 Prozent
- Land Nordrhein-Westfalen: 40 Prozent
- Stadt Münster: 10 Prozent
Die identifizierten Adressen liegen überwiegend in Randlagen und an Stadtteilgrenzen. Nach Angaben der Stadt hätten diese Gebiete ohne Fördermittel keine kurzfristige Perspektive auf eine leistungsfähige Glasfaseranbindung.
„Ein zeitgemäßer Internetzugang ist ein zentraler Faktor für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt und für den Wirtschaftsstandort Münster“, erklärte die Stadtverwaltung zum Anstoß des Projekts.
Regionale Bedeutung und Folgen für Haushalte und Betriebe
Für betroffene Haushalte bedeutet der Ausbau künftig deutlich schnellere und stabile Internetverbindungen, die besonders für Homeoffice, digitale Bildung und Mediennutzung wichtig sind. Auch kleine und mittlere Unternehmen in den betroffenen Randlagen profitieren von einer verbesserten Infrastruktur, die digitale Geschäftsmodelle und Cloud-Dienste ermöglicht.
Die Maßnahme ist Teil einer bundesweiten Strategie, Versorgungslücken gezielt zu schließen, wo wirtschaftliche Eigeninvestitionen der Netzbetreiber nicht erfolgen. Für Münster ist dies ein Schritt, um die digitale Grundversorgung flächendeckender zu organisieren und die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt als Wohn- und Wirtschaftsstandort zu sichern.
Praktische Hinweise für Anwohner
Anwohner in den betroffenen Clustern können damit rechnen, dass die Tiefbauarbeiten phasenweise zu Absperrungen und Beeinträchtigungen im Straßenverkehr führen. Konkrete Termine für Hausanschlüsse, Ausbauangebote oder Vorvermarktungsphasen nannte die Stadt bislang nicht im Detail; diese Schritte werden üblicherweise in Abstimmung mit dem ausführenden Unternehmen kommuniziert.
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Adressen | rund 1.300 |
| Investitionssumme | ca. 11,9 Mio. Euro |
| Förderanteile | Bund 50% / Land 40% / Stadt 10% |
| Ausführendes Unternehmen | epcan GmbH (Vreden) |
| Wichtige Teilbereiche | Häger/Nienberge, Sprakel/Kinderhaus, Hiltrup |
| Geplante Fertigstellung | 1. Jahreshälfte 2028 |
Für Münster ist der geförderte Ausbau ein konkreter Beitrag, um digitale Ungleichheiten zwischen zentralen und peripheren Stadtbereichen zu reduzieren. Die Stadtverwaltung betont, dass die Kombination aus Fördermitteln und kommunalem Eigenanteil notwendig sei, um auch langfristig eine flächendeckende digitale Infrastruktur zu gewährleisten. Bewohnerinnen und Bewohner der genannten Stadtteile sollten die Informationskanäle der Stadt und der epcan GmbH beobachten, um Details zu Anschlussmöglichkeiten und Zeitplänen zu erhalten.