In der Hansestadt Wismar ist das 25. Schwedenfest eröffnet worden. Die Eröffnung auf dem Marktplatz fand bei Sonnenschein und mit Salutschüssen statt; zur Eröffnung sprach Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und betonte die langjährige Verbundenheit zwischen Wismar und Schweden. "Das ist ein Fest des Friedens", sagte sie.
Ein Festival zwischen Erinnerung und Unterhaltung
Das Fest, das sich sowohl als historisches Gedenken als auch als großes Kulturereignis versteht, läuft noch bis zum kommenden Sonntag. Besucherinnen und Besucher finden Angebote in der Altstadt und am Hafen: Auf fünf Bühnen werden Programme aus dem Bereich Geschichte, Musik und Marktgeschehen geboten. Teilweise treten schwedische Künstlerinnen und Künstler auf, wie die Veranstalter mitteilen.
Die Veranstaltung soll an die lange und wechselhafte Beziehung Wismars zu Schweden erinnern. Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) wurde Wismar von schwedischen Truppen eingenommen; im Friedensschluss von Osnabrück 1648 fiel die Stadt samt Umgebung für längere Zeit unter schwedische Kontrolle. Erst 1803 wurde Wismar mit dem Umland an das Herzogtum Mecklenburg verpfändet und etwa ein Jahrhundert später endgültig übergeben.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1618–1648 | Dreißigjähriger Krieg; schwedische Eroberung Wismars |
| 1648 | Friedensvertrag von Osnabrück; Wismar fällt an Schweden |
| 1803 | Verpfändung an das Herzogtum Mecklenburg |
| etwa 1903 | Endgültige Rückgabe an Mecklenburg |
Erwartungen und Angebot
Die Veranstalter rechnen erneut mit großem Besucherandrang. Für die diesjährige Ausgabe geben sie eine Zahl von rund 100.000 Gästen an, wie bereits in den Vorjahren. Das Programm umfasst neben historischen Darstellungen ein umfangreiches Kultur- und Musikangebot über mehrere Bühnen sowie ein traditionelles Markttreiben.
- Ort: Altstadt und Hafen von Wismar
- Dauer: Eröffnung bis Sonntag
- Programm: Historienspektakel, Konzerte, Markt
- Besondere Beteiligung: Beiträge schwedischer Künstler
„Das ist ein Fest des Friedens.“
Kontext und Bedeutung
Das Schwedenfest verbindet touristische Anziehungskraft mit historischer Erinnerung. Die Veranstalter stellen die lange gemeinsame Geschichte in den Mittelpunkt, zugleich dient das Fest als Treffpunkt für Kultur und Handel. Durch das Zusammenspiel von historischen Referenzen und modernen Beiträgen – darunter internationale musikalische Auftritte – wird die regionale Erinnerungskultur mit zeitgenössischen Formen des Kulturangebots verknüpft.
Die Präsenz der Landespolitik bei der Eröffnung unterstreicht die Bedeutung des Festivals über die lokale Ebene hinaus. Ministerpräsidentin Schwesig verwies auf die Freundschaft zwischen Wismar und Schweden; damit setzt die Landesregierung ein sichtbares Zeichen für die kulturelle und historische Verankerung des Ereignisses.
Für Wismar, eine Stadt mit ausgeprägtem hanseatischem Erbe, ist das Schwedenfest ein regelmäßig wiederkehrendes Ereignis, das sowohl wirtschaftliche Effekte für Handel und Gastronomie als auch Imagevorteile für den Tourismus bringen dürfte. Ob die prognostizierten Besucherzahlen erreicht werden, bleibt abzuwarten; in jedem Fall handelt es sich um eines der größeren Kulturereignisse in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr.
Das Festival bietet Einheimischen und Gästen die Möglichkeit, historische Verbindungen nachzuvollziehen und zugleich gemeinschaftliche Stadtkultur zu erleben. Die Kombination aus Festbetrieb und erinnerungskulturellem Anspruch macht das Schwedenfest zu einem Markenzeichen im Kalender der Hansestadt.