Der spanische Musiker und Künstler Víctor Coyote ist nach einem Fahrradunfall gestorben. Geboren 1958 in Tui (Galicien), prägte Coyote in mehreren Dekaden Musik, Comic und Videokunst und galt als eine schwer einzuordnende Figur innerhalb der spanischen Kulturgeschichte.
Vom Punk der späten 1970er zur Movida
Seine musikalische Laufbahn begann Ende der 1970er Jahre. 1979 gründete er die Gruppe Los Coyotes, die er gemeinsam mit Fernando Gilabert leitete und deren Bandnamen er später als Künstlernamen übernahm. Die Band, die anfänglich dem Psychobilly zugerechnet wurde, öffnete sich bald für lateinamerikanische Rhythmen und gehörte zu den frühen Pionieren dieses Klangmixes in Spanien.
Mit dem Album „Mujer y sentimiento“ (1985) setzte Los Coyotes einen markanten Akzent auf der Karte der sogenannten Movida, jener lebendigen Kulturbewegung, die in Städten wie Vigo und Madrid stattfand und in der Coyote zu den unruhigeren, unorthodoxen Gestalten zählte.
Wandel und mediale Vielgestaltigkeit
1988 änderte die Gruppe ihren Namen in Los Coyotes de Víctor Abundancia und erzielte mit dem Lied „Esta noche me voy a bailar“ einen ihrer bis heute erinnerbaren Treffer. 1992 löste sich die Band endgültig auf. Für Coyote jedoch bedeutete das keine künstlerische Pause, sondern einen Wechsel der Ausdrucksformen.
Er verband fortan Musik, Comic und Film zunehmend miteinander. Bereits in den Jahren 1984 bis 1987 lieferte er Beiträge für das Magazin Madriz. Danach widmete er sich verstärkt der Regie von Videoclips und dem Zeichnen. Zu seinen bekannten Videoprojekten zählen unter anderem das Video zu „Milonga“ von Los Rodríguez sowie das Video zu „Carmiña Vacaloura“, einem Stück aus der Filmmusik des Xabarín Club, das in Galicien eine generationsprägende Wirkung entfaltete.
Solokarriere und bleibende Spuren
1995 kehrte Víctor Coyote mit dem Soloalbum „Lo bueno, dentro, disco“ ins Studio zurück. Aus diesem Album entstand auch die Melodie „Jaguarundi“, die als Titelmusik der Vuelta Ciclista a España desselben Jahres Verwendung fand. In den folgenden Jahren setzte er seine Arbeit in verschiedenen Medien fort: Er veröffentlichte Monografien, wirkte an Sammelpublikationen mit und blieb sowohl in der Musik- als auch in der Grafikszene präsent.
Sein Schaffen lässt sich nicht leicht in Schubladen pressen: Zwischen Punk, Latin-Einflüssen, Comickunst und Videoregie agierte Coyote immer wieder an den Schnittstellen der Künste. Diese Vielseitigkeit machte ihn zu einer prägenden Gestalt der spanischen Kultur, die bis kurz vor seinem 70. Lebensjahr aktiv blieb.
Zeitleiste
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1958 | Geburt in Tui (Galicien) |
| 1979 | Gründung von Los Coyotes |
| 1985 | Album „Mujer y sentimiento“ |
| 1988 | Umbenennung in Los Coyotes de Víctor Abundancia |
| 1992 | Auflösung der Band |
| 1995 | Soloalbum „Lo bueno, dentro, disco“; „Jaguarundi“ als Vuelta-Titelmusik |
Bedeutung und Nachwirkung
Víctor Coyote wird als eine Figur gewürdigt, die in mehreren kulturellen Feldern Spuren hinterlassen hat: in der regionalen Popkultur Galiciens, in der spanischen Indie- und Alternativszene der Movida sowie in der Comic- und Videokunst. Seine Beiträge für Magazine sowie die Regiearbeiten an Musikvideos trugen dazu bei, sein Werk über reine Tonträger hinaus sichtbar zu machen.
- Multimediale Praxis: Coyote arbeitete konsequent an der Schnittstelle von Musik, Bild und Bewegtbild.
- Genreübergreifende Karriere: Vom Psychobilly über lateinamerikanische Rhythmen bis zur Soloproduktion.
- Langfristige Präsenz: Aktivität und Einfluss reichten von den späten 1970er Jahren bis kurz vor seinem Tod.
Sein Tod endet eine langjährige, wechselvolle Karriere, die sich in Spanien in unterschiedlichen Szenen niederschlug. Die Verbindung aus experimentellem Musikansatz, grafischer Arbeit und Videoregie macht Víctor Coyote zu einem exemplarischen Beispiel für Künstler, deren Werk Grenzen zwischen Gattungen überwindet.