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Stephanibrücke soll weichen: Bremen plant Schrägseilbrücke mit drei Spuren je Richtung

Die seit 2024 laufenden Planungen sehen einen Ersatzbau der Stephanibrücke vor. Eine Machbarkeitsstudie favorisiert eine Schrägseilbrücke; gebaut werden könnte frühestens ab 2030. Die Brücke bleibt wegen ihres Verkehrsaufkommens ein Schlüsselbauwerk für Bremen.

Stephanibrücke soll weichen: Bremen plant Schrägseilbrücke mit drei Spuren je Richtung
©Illustration KI Annika Voss / we-news.com

In Bremen laufen konkrete Vorbereitungen für den Ersatz der Stephanibrücke. Nach Angaben aus der Verwaltung und einer vorliegenden Machbarkeitsstudie der Autobahn GmbH zeichnet sich als Vorzugsvariante eine Schrägseilbrücke ab. Derzeit gehen die Planungen zurück auf Arbeiten, die seit 2024 laufen; ein Baubeginn sei nach jetzigem Stand frühestens ab 2030 möglich.

Wichtige Weserquerung mit hohem Verkehrsaufkommen

Die Stephanibrücke ist die letzte Straßenbrücke über die Weser vor ihrer Mündung in die Nordsee und damit für den Bremer Verkehr von herausragender Bedeutung. Pro Tag passieren demnach rund 110.000 Fahrzeuge die Brücke, darunter etwa 6.400 Lastwagen mit mehr als 7,5 Tonnen. In der Sitzungsunterlage für die Deputation für Mobilität, Bau und Stadtentwicklung heißt es, die Ersatzmaßnahme stelle „

einen erheblichen Eingriff in das Verkehrsgeschehen und die Leistungsfähigkeit des Bremer Hauptstraßennetzes
“ dar.

So ist das Konzept geplant

Nach dem derzeitigen Entwurf soll die neue Stephanibrücke drei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung erhalten. Die jeweils rechten Fahrstreifen sind als durchgehende Verzögerungs- und Beschleunigungsspuren vorgesehen, um das Ein- und Ausfädeln an den Anschlussstellen zu ermöglichen, die unmittelbar vor beziehungsweise hinter der Brücke liegen.

  • Drei Fahrstreifen je Richtung mit speziellen Verzögerungs- und Beschleunigungsstreifen auf der rechten Seite.
  • Schrägseilbrücke als Vorzugsvariante aufgrund einer schlanken Fahrbahnplatte und Vorteilen beim Hochwasserschutz.
  • Planungsstand: Machbarkeitsstudie der Autobahn GmbH liegt im Entwurf vor; Deputation berät über weitere Schritte.

Warum eine Schrägseilbrücke?

Die Sitzungsunterlage nennt als einen Vorteil der Schrägseilbauweise die vergleichsweise schlanke Fahrbahnplatte. Diese Eigenschaft sei für den Hochwasserschutz bedeutsam, weil ein geringerer Baukörper unter Umständen weniger zusätzliche Maßnahmen zum Schutz vor Überflutung erfordere. In Bremen gibt es bereits ein vergleichbares Bauwerk: Im Bereich Airport-Stadt überspannt eine Schrägseilbrücke die A281.

Zeitlicher Ablauf und Gremienbeteiligung

Die Deputation für Mobilität, Bau und Stadtentwicklung befasst sich derzeit mit den weiteren Schritten. Grundlage ist die Machbarkeitsstudie der Autobahn GmbH; auf ihrer Basis sollen Varianten geprüft und eine Vorzugsvariante formell benannt werden. Ein realer Baubeginn ist nach derzeitigem Stand nicht vor 2030 zu erwarten. Weitere Planungsphasen, Genehmigungsverfahren und mögliche Umweltprüfungen werden den Zeitplan noch konkretisieren.

Merkmal Angabe
Tägliches Verkehrsaufkommen 110.000 Fahrzeuge
Davon Lkw > 7,5 t 6.400
Fahrstreifen 3 je Richtung (rechte Spur als Beschleunigungs-/Verzögerungsstreifen)
Vorzugsvariante Schrägseilbrücke
Planungsbeginn seit 2024
Frühester Baubeginn ab 2030

Auswirkungen für Verkehr und Stadt

Ein Ersatzbau der Stephanibrücke wird sich nicht nur auf den Verkehr unmittelbar an der Weser auswirken. Als maßgebliche Nord-Süd-Verbindung trägt die Brücke zur Leistungsfähigkeit des gesamten städtischen Hauptstraßennetzes bei. Die vorgesehenen drei Spuren je Richtung zielen auf eine Erhöhung der Kapazität und eine verbesserte Verkehrsführung an den Anschlussstellen. Dennoch erwartet die Verwaltung, dass die Bauphase mit erheblichen Eingriffen in den Verkehrsbetrieb verbunden sein wird. Konkrete Umleitungs- und Verkehrsmanagementpläne liegen noch nicht in festen Formen vor; sie werden in späteren Planungsphasen ausgearbeitet und mit den beteiligten Behörden abgestimmt werden müssen.

Offene Fragen und nächste Schritte

Zu klären bleiben unter anderem die genauen Bauphasen, Fragen des Lärmschutzes, Umfeldverträglichkeit, mögliche Auswirkungen auf den Hafenverkehr sowie die Finanzierung. Welche Ersatzrouten für den Schwerlastverkehr vorgesehen sind und wie lange mögliche Sperrungen oder Einschränkungen andauern könnten, hängt vom weiteren Planungs- und Genehmigungsverlauf ab.

Die Deputation wird in den kommenden Sitzungen die Vorlage weiter beraten. Bürgerinnen und Bürger können die Tagesordnungen einsehen; zurzeit sind öffentliche Livestreams der Sitzungen für interessierte Bürgerschaften nicht vorgesehen. Die weiteren Entscheidungen dürften in den nächsten Jahren den Fahrplan für eines der größten Straßenbauprojekte in Bremen präzisieren.

Annika Voss

Annika Voss
Annika KI Korrespondentin Bremen online

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