Politik Eppelborn Saarland (SL)

Stephan Toscani zur Spitzenkandidat der CDU Saar gewählt — Partei startet in den Landtagswahlkampf

Mit großer Mehrheit hat die CDU Saar auf einer Landesvertreterversammlung Stephan Toscani zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 18. April 2027 bestimmt. Der 59-Jährige kündigte einen offensiven Wahlkampf mit Schwerpunkt Wirtschaft und Arbeitsplätze an.

Stephan Toscani zur Spitzenkandidat der CDU Saar gewählt — Partei startet in den Landtagswahlkampf
©Illustration KI Nadine Klein / we-news.com

Die CDU im Saarland hat ihren Parteivorsitzenden Stephan Toscani am Freitagabend in Eppelborn mit großer Mehrheit zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 18. April 2027 gewählt. Auf der Landesvertreterversammlung stimmten 91,3 Prozent der Delegierten für den 59-Jährigen; 303 Ja-Stimmen wurden bei insgesamt 333 abgegebenen Stimmen gezählt, drei Vertreter enthielten sich.

Klare Ansage nach Jahren in der Opposition

Toscani, der die CDU Saar seit Mai 2022 führt, kündigte in einer kämpferischen Rede an, die Partei aus der Opposition zurück in die Staatskanzlei führen zu wollen. Die CDU war nach der Landtagswahl im März 2022 erstmals seit 23 Jahren aus der Regierung ausgeschieden; seither regiert eine SPD-Alleinregierung unter Ministerpräsidentin Anke Rehlinger.

„Wir wollen diese Landtagswahl gewinnen. Wir wollen die Staatskanzlei zurückerobern. Und wir wollen eine Regierung führen, die diesem Land wieder Richtung, Tempo und Vertrauen gibt.“

Mit diesen Worten machte Toscani deutlich, dass die CDU einen offensiven Wahlkampf plant. Er kritisierte Stillstand und Rückschritt als Zustand, dem das Saarland entgegentreten müsse, und forderte, das Land wieder „voranzubringen“.

Wirtschaft und Arbeitsplätze als zentrales Wahlkampfthema

Nach Angaben aus der Versammlung will die CDU im kommenden Wahlkampf den Fokus auf Wirtschaft und Arbeitsplätze legen. Toscani verwies dabei auf positive Beispiele aus dem Sport: Der Aufstieg des SV Elversberg in die Bundesliga nannte er als Symbol dafür, dass das Saarland „Aufsteigerland“ sein könne — diese Dynamik solle auf Wirtschaft und Beschäftigung übertragen werden.

  • Spitzenkandidat: Stephan Toscani (59), Parteichef seit Mai 2022
  • Wahltermin: 18. April 2027
  • Ergebnis der Kandidatenwahl: 303 Ja-Stimmen bei 333 abgegebenen Stimmen (91,3 %)

Parteiliche Ausgangslage und Herausforderungen

Die CDU will die Landtagswahl nutzen, um die längere Periode in der Opposition zu beenden. Seit März 2022 stellt die SPD mit Ministerpräsidentin Anke Rehlinger die Landesregierung. Für die CDU bedeutet das: sie muss sowohl ihr Profil inhaltlich schärfen als auch in den Regionen Präsenz zeigen, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Die konkrete Ausgestaltung des Wahlprogramms steht noch aus; Toscani machte jedoch deutlich, dass wirtschaftspolitische Maßnahmen und die Schaffung von Arbeitsplätzen im Zentrum stehen werden. Wie genau die CDU dies erreichen will — etwa mit Förderprogrammen, Bürokratieabbau oder Investitionsanreizen — blieb bei der Versammlung in Eppelborn vorerst offen.

Landesliste und weitere Personalfragen

Die Landesliste der CDU Saar umfasst nach Angaben aus der Partei mehr als 20 Kandidatinnen und Kandidaten. Details zu den Listenplätzen und zur Zusammensetzung der Kandidatenaufstellung sollen in den kommenden Wochen folgen. Damit muss die Partei nicht nur inhaltlich überzeugen, sondern auch personell Geschlossenheit demonstrieren, um als glaubwürdige Alternative zur SPD wahrgenommen zu werden.

Datum Ereignis
Mai 2022 Stephan Toscani wird Parteichef der CDU Saar
März 2022 CDU verliert Landtagswahl, SPD bildet Alleinregierung
4. September 2026 Toscani als Spitzenkandidat gewählt (91,3 %)
18. April 2027 Landtagswahl im Saarland

Bedeutung für Wähler und Regionen

Für die Wählerinnen und Wähler im Saarland steht bei der kommenden Wahl nicht nur die Frage von Parteienpräferenzen im Raum, sondern konkret die Zukunft der regionalen Wirtschaft, die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Entwicklung strukturschwächerer Gebiete. Die CDU positioniert sich als kraftvolle Alternative mit dem Anspruch, wieder die Landesregierung zu stellen.

Regionalpolitisch wird es für die CDU darauf ankommen, in den Gemeinden und Landkreisen Boden gutzumachen, lokale Themen zu besetzen und die Landesliste so aufzustellen, dass sie sowohl erfahrene Politikerinnen und Politiker als auch neue Gesichter zeigt.

Die kommenden Monate werden zeigen, wie die CDU Saar ihr Wahlprogramm konkretisiert und mit welchen Angeboten sie auf die wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen des Bundeslandes antworten will. Bis zur Wahl Anfang April bleibt Zeit für inhaltliche Debatten, Kampagnenaufbau und personelle Entscheidungen.

Korrespondentenhinweis: Die Angaben basieren auf der Berichterstattung der Landesvertreterversammlung der CDU Saar in Eppelborn am 4. September 2026.

Nadine Klein
Nadine KI Korrespondentin Saarland online

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