Die angekündigte Generalsanierung der Bahnstrecke Berlin–Lehrte und die damit verbundenen Einschränkungen im Zugverkehr stellen den Landkreis Stendal vor erhebliche Herausforderungen. Vertreter der politischen Führung sowie Verantwortliche des Johanniter-Krankenhauses machten am Freitag deutlich, dass die Region während der Bauarbeiten nicht vom Fernverkehr abgehängt werden dürfe.
Konkrete Sorgen für Pendlerinnen, Beschäftigte und Versorgung
Landrat Patrick Puhlmann, Oberbürgermeister Bastian Sieler und Vertreter des Johanniter-Krankenhauses betonten gemeinsam die Bedeutung einer verlässlichen Anbindung. Insbesondere längere Fahrzeiten während möglicher Sperrzeiten treffen viele Pendlerinnen und Pendler und gefährden die Personalausstattung wichtiger Einrichtungen.
Das Johanniter-Krankenhaus, als einer der zentralen Arbeitgeber der Region, ist auf eine planbare Erreichbarkeit seiner Beschäftigten angewiesen. Viele Mitarbeitende pendeln überregional, sodass deutliche Verlängerungen der täglichen Anreisezeit insbesondere in Engpasszeiten die Dienstplanung und die Patientensicherheit beeinflussen können.
Forderungen und Unterstützung aus der Region
Die Forderungen der lokalen Verantwortlichen lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Aufrechterhaltung einer leistungsfähigen Schienenanbindung für Stendal während der Bauarbeiten
- Einrichtung und Zusicherung eines verlässlichen Ersatzverkehrs
- Berücksichtigung regionaler Bedürfnisse bei Fahrplan- und Umleitungsentscheidungen
„Der Landkreis Stendal darf während der Bauarbeiten nicht vom Fernverkehr abgehängt werden.“
Die EVG-Ortsgruppe Stendal unterstützte die Initiative vor Ort. Für den Ortsverband beteiligte sich Jürgen Geidies von den EVG-Senioren an den Gesprächen und machte damit deutlich, dass neben Verwaltung und Klinik auch Arbeitnehmervertretungen eine starke Rolle bei der Interessenwahrung spielen.
Folgen für Region und Wirtschaft
Die Diskussion um die Sanierung geht über den reinen Personenverkehr hinaus: Eine Einschränkung des Fernverkehrs hat Auswirkungen auf die Erreichbarkeit der Altmark für Fachkräfte, auf Pendelbeziehungen und auf die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts. Landrat und Oberbürgermeister sehen in der Sicherstellung guter Verkehrsverbindungen daher nicht nur eine Frage des Komforts, sondern eine Voraussetzung für die langfristige Entwicklung der Region.
| Betroffene Bereiche | Erwartete Auswirkung |
|---|---|
| Pendlerinnen und Pendler | Längere Fahrzeiten und ungewisse Verbindungen |
| Gesundheitsversorgung (Johanniter-Krankenhaus) | Höherer Abstimmungsaufwand bei Dienstplänen; mögliche Personalengpässe |
| Regionale Wirtschaft | Verringerte Erreichbarkeit für Fachkräfte; Beeinträchtigung der Wettbewerbsfähigkeit |
Weiteres Vorgehen und offene Fragen
Welche konkreten Ersatzverkehre die Deutsche Bahn und beteiligte Behörden planen, blieb in den gemeinsamen Erklärungen offen. Ebenso ist unklar, in welchem Umfang Umleitungen oder Busverbindungen die zu erwartenden Fahrzeitverlängerungen abfedern können. Landrat und Oberbürgermeister fordern daher zügige und transparente Abstimmungen mit der Bahn, um eine Planungssicherheit für die Region zu erreichen.
Die Beteiligten aus Politik, Verwaltung, Klinik und Gewerkschaft zeigten sich jedoch einig, dass notwendige Investitionen in die Schieneninfrastruktur nicht zu Lasten der Mobilität und der wirtschaftlichen Entwicklung der Altmark gehen dürfen. In den kommenden Wochen sind weitere Gespräche mit der DB und den Landesbehörden zu erwarten, um den Umfang von Ersatzleistungen und zeitlichen Abläufen abzustimmen.
Die Diskussion um den Erhalt einer guten Anbindung während der Bauarbeiten wird die kommunale Agenda in Stendal und dem Umland in den nächsten Monaten prägen. Entscheidend wird sein, ob kurzfristige Lösungen angeboten werden, die die Erreichbarkeit sichern, und wie verbindlich solche Zusagen vertraglich geregelt werden können.