Schließung nach gescheitertem Investorenprozess
Das St.-Elisabeth-Krankenhaus in Salzgitter stellt seinen Betrieb zum Monatsende ein. Die Klinikgesellschaft teilte mit, dass es trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen sei, einen Investor zu finden und damit eine wirtschaftlich tragfähige Perspektive für den Standort zu sichern. Alle Patientinnen und Patienten sollten bis zum Abend des Ankündigungstages in andere Einrichtungen verlegt worden sein; die Klinik ist inzwischen auch von der Notfallversorgung abgemeldet.
Folgen für Beschäftigte und Patienten
Von der Schließung sind neben den Patientinnen und Patienten etwa 250 Beschäftigte betroffen. Die Klinikgesellschaft betonte, dass umfangreiche Abstimmungen mit den Rettungsdiensten und der Feuerwehr zur Verlegung der Patientinnen und Patienten stattgefunden hätten. Konkrete Angaben zu Verlegungszielen oder zur Betreuung Betroffener machte der Betreiber in der Mitteilung nicht über das bereits kommunizierte Vorgehen hinaus.
- Patientenversorgung: Verlegungen in andere Krankenhäuser, Abmeldung von der Notfallversorgung.
- Beschäftigung: Rund 250 Arbeitsplätze entfallen am Standort.
- Kommunale Reaktion: Oberbürgermeister und lokale Bündnisse fordern Umdenken des Trägers.
Reaktionen aus Stadt und Bündnis
Ein überparteiliches Bündnis für den Erhalt des Krankenhauses reagierte empört auf die Ankündigung und richtete einen Appell an den Träger, den Betrieb kurzfristig doch noch aufzunehmen. Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel (CDU) zeigte sich betroffen und verärgert. Er sagte, er könne und wolle die Entscheidung „noch nicht wahrhaben“ und sei als OB und Christ „tief betroffen und vor allem: sauer“.
„Wir können und wollen es noch nicht wahrhaben“, sagte Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel. „Ich bin als OB, aber auch als Christ persönlich tief betroffen und vor allem: sauer.“
Betreiber nennt wirtschaftliche Gründe
Der Träger, der Elisabeth-Vinzenz-Verbund, verwies auf die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Krankenhauswesen. Geschäftsführer Sebastian Margaschewski erklärte, unter den vorliegenden Bedingungen sei eine wirtschaftlich tragfähige Fortführung des Klinikbetriebs am Standort nicht mehr möglich gewesen. Ein im Rahmen des Insolvenzverfahrens gestarteter Investorenprozess sei ohne bindendes Angebot geblieben.
| Zeitraum | Ereignis |
|---|---|
| Ende Februar | Insolvenzantrag gestellt |
| Anfang Mai | Insolvenzverfahren eingeleitet |
| Monatsende | Betriebsaufgabe / Verlegungen abgeschlossen |
Wirtschaftliche und strukturelle Herausforderungen
Der Betreiber führte die Schließung auf wirtschaftliche und strukturelle Schwierigkeiten zurück. Bereits Ende Februar war demnach ein Insolvenzantrag gestellt worden; Anfang Mai folgte das eröffnete Insolvenzverfahren. Im Zuge dieses Verfahrens hatte der Träger einen Investorenprozess angestoßen, der jedoch scheiterte: Es liege kein bindendes Angebot vor, heißt es in der offiziellen Erklärung.
Die Entscheidung hat unmittelbare Konsequenzen für die Gesundheitsversorgung in Teilen von Salzgitter. Neben der kurzfristigen Umorganisation der Notfall- und Patientenversorgung stellt sich mittelfristig die Frage, wie die stationäre und ambulante Versorgung vor Ort gestärkt oder neu organisiert werden kann. Die Stadtverwaltung und lokale Akteure haben bereits öffentlichkeitswirksam zum Erhalt des Standorts aufgerufen, bislang aber ohne Erfolg.
Wie es für die betroffenen Beschäftigten weitergeht, ist derzeit offen. Informationen zu möglichen Transfergesellschaften, Abfindungen oder Angeboten zur Übernahme durch andere Kliniken machte der Träger nicht öffentlich. Die Stadt und Beschäftigtenvertretungen dürften in den kommenden Tagen weitere Gespräche mit dem Träger und den beteiligten Behörden führen, um Übergangsregelungen zu klären.