Stadt und NBS greifen zu letzter Maßnahme
Wenige Tage nach der mutmaßlichen Attacke auf insgesamt 17 Jungbäume zieht die Stadt Saarlouis eine ernüchternde Bilanz: 11 der im Frühjahr gepflanzten Bäume sind so stark beschädigt, dass sie aus Sicherheitsgründen bereits gefällt werden mussten. Bei den übrigen 6 Bäumen versuchen Mitarbeiter des Neuen Betriebshofs Saarlouis (NBS) und der Grünflächen-Abteilung, das Überleben zu sichern.
Verbolzen als „letztes Mittel”
Bei drei der kräftigeren Exemplare, die teilweise bis zu 50 Prozent des Stammes durchtrennt waren, setzten Fachleute auf eine mechanische Stabilisierung. Dafür wurden die Betroffenen verbolzt: Eine Edelstahlschiene wird über die Einschnittstelle gelegt und mit vier Edelstahlgewindestäben mit dem Baum verschraubt. Zusätzlich wurden die Einschnitte verklebt, um eindringende Schädlinge und Krankheitserreger zu reduzieren.
„Hierfür kommt eine Edelstahlschiene über die Einschnittstelle, die mit vier Edelstahlgewindestäben mit dem Baum verschraubt wird. … Es ist ein Lotteriespiel.“
Der Leiter der Grünflächen-Abteilung beim NBS beschreibt das Vorgehen als letzte Maßnahme. Der Eingriff selbst ist eine zusätzliche Verletzung des Baumes, die ebenfalls verheilen muss. Ob die Bäume die Behandlung überstehen, lasse sich erst in etwa einem Jahr beurteilen. Sollte der Versuch gelingen, könnten die Schrauben nach fünf bis sechs Jahren wieder entfernt werden – möglicherweise aber auch früher.
Alter der betroffenen Bäume und Sicherheitsaspekte
Zu den geschützten Exemplaren gehören unter anderem eine Kastanie, die über 20 Jahre alt ist, und eine Hainbuche mit einem Alter von mehr als 30 Jahren. Trotz dieses Alters war ein Teil des Stammes so weit beschädigt, dass sofortige Maßnahmen nötig wurden. Die Fällungen erfolgten wegen der akuten Gefahr für Passanten und Infrastruktur.
- 17 insgesamt beschädigte oder angenagte Bäume
- 11 bereits gefällte Jungbäume
- 6 Bäume mit Rettungsversuch, davon 3 verbolzt
Arbeitsaufwand und Perspektive für die Stadt
Die städtischen Mitarbeiter haben die Verbolzung bereits vorgenommen und warten nun die Entwicklung ab. Der Aufwand verdeutlicht, wie verletzlich neu angepflanzte Stadtgrün-Projekte sind: Neben dem materiellen Schaden geht es um Jahre der Pflege und um den Verlust grüner Aufenthaltsqualität. Die Fachleute rechnen nicht mit einem schnellen Ergebnis; eine abschließende Bewertung der Maßnahmen ist erst nach einem Beobachtungszeitraum von etwa einem Jahr möglich.
Die Stadt betont zugleich die Notwendigkeit, Bäume zu schützen: Neben der ökologischen Funktion tragen Straßen- und Parkbäume zur Aufenthaltsqualität und zum Mikroklima bei. Jeder Verlust erfordert personelle und finanzielle Ressourcen für Ersatzpflanzungen und Pflege.
Was Anwohner jetzt wissen sollten
Für die betroffenen Standorte bedeutet das: kurzfristig weniger Grün und gegebenenfalls abgesperrte Bereiche wegen Baumfällungen oder Sicherungsarbeiten. Langfristig bleibt offen, ob die verbolzten Bäume erhalten werden können. Die Stadt und der NBS beobachten die Standorte regelmäßig und werden gegebenenfalls weitere Maßnahmen ergreifen.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Beschädigte Bäume gesamt | 17 |
| Gefällte Bäume | 11 |
| Bäume mit Rettungsversuch | 6 (davon 3 verbolzt) |
Die Stadt ruft Anwohnerinnen und Anwohner zur Wachsamkeit auf und bittet um Hinweise, die zur Aufklärung der Vorfälle beitragen könnten. Die Maßnahmen des NBS sind derzeit die einzige Möglichkeit, die verbliebenen Bäume zu stabilisieren – mit ungewissem Ausgang, aber mit dem klaren Ziel, so viel Stadtgrün wie möglich zu erhalten.