Gesellschaft Norderstedt Schleswig-Holstein (SH)

Norderstedt verstärkt Appell: Stadttauben nicht füttern, um Tierleid und Verschmutzung zu vermeiden

Die Stadt Norderstedt bittet die Bevölkerung, Stadttauben nicht zu füttern. Hintergrund sind gesundheitliche, tierwohlbezogene und infrastrukturelle Bedenken; Ehrenamtliche betreuen bereits zwei feste Futterstellen und ersetzen Eier durch Attrappen, um Vermehrung zu verhindern.

Norderstedt verstärkt Appell: Stadttauben nicht füttern, um Tierleid und Verschmutzung zu vermeiden
©Illustration KI Malte Boysen / we-news.com

Bei einem Besuch auf den Wochenmärkten in Norderstedt wurde Oberbürgermeisterin Katrin Schmieder von einer Bürgerin auf das Thema Stadttauben angesprochen. Die Stadtverwaltung hat daraufhin die Bevölkerung ausdrücklich gebeten, die Vögel nicht eigenständig zu füttern. Ziel sei ein verträgliches Nebeneinander von Menschen und Stadttauben sowie die Vermeidung von Tierleid und hygienischen Problemen.

Stadt erklärt Risiken und vorhandene Betreuung

Die Verwaltung weist darauf hin, dass ein dauerhaftes und reichliches Nahrungsangebot dazu führen könne, dass sich Tauben in großer Zahl an einzelnen Orten sammeln. Diese Ansammlungen führten häufig zu Abhängigkeiten von den Futterquellen, fehlenden geeigneten Brut- und Ruheplätzen, erhöhter Konkurrenz sowie Stress. In der Folge steige die Anfälligkeit für Krankheiten und Parasiten; besonders Jungtiere litten unter solchen Bedingungen.

Gleichzeitig betont die Stadt, dass größere Taubenansammlungen oft zu Verschmutzungen von Gehwegen, Plätzen und Gebäuden durch Kot und Federn führen. Krankhaft veränderter Kot könne Materialien wie Naturstein und Metall angreifen und so zusätzlichen Reinigungs- und Instandhaltungsaufwand verursachen. Das allgemeine Gesundheitsrisiko durch freilebende Stadttauben wird zwar als vergleichsweise gering eingestuft, doch sollten hygienische Belastungen durch große Ansammlungen vermieden werden.

Koordination durch Ehrenamtliche und Eier-Austausch

In Norderstedt versorgen Ehrenamtliche die Stadttauben an zwei festen Stellen kontrolliert mit Futter. Die Stadtverwaltung macht deutlich, dass eine zusätzliche Fütterung durch Anwohnerinnen und Anwohner daher nicht erforderlich sei. Zur Begrenzung der Vermehrung werde in Nestern regelmäßig ein Austausch der Eier gegen Kunsteier vorgenommen.

„Wer Stadttauben füttert, schadet den Tieren langfristig mehr, als ihnen zu helfen.“

Dieser Satz fasst den behördlichen Appell zusammen. Durch die kontrollierte Versorgung an bestimmten Orten und die Entnahme der Gelege sollen unkontrollierte Bestandszunahmen verhindert und damit verbundenes Tierleid reduziert werden.

  • Warum nicht füttern: Vermehrung, Abhängigkeit, Krankheit, Stress für Jungtiere.
  • Vorhandene Maßnahmen: Zwei Futterstellen durch Ehrenamtliche; Austausch von Eiern gegen Kunsteier.
  • Folgen großer Ansammlungen: Verschmutzung, Schäden an Baumaterialien, erhöhter Reinigungsaufwand.

Folgen für den öffentlichen Raum und das Zusammenleben

Die Hinweise der Stadt zielen nicht nur auf den Tierschutz, sondern auch auf den Erhalt des öffentlichen Raums. Besonders in belebten Bereichen wie Markt- und Fußgängerzonen könne Taubenkot die Sauberkeit und Verkehrssicherheit beeinträchtigen sowie Reinigungs- und Instandsetzungskosten erhöhen. Die Verwaltung fordert deshalb ein verantwortungsvolles Verhalten der Bevölkerung, um Konflikte zu vermeiden.

Für Anwohnerinnen und Anwohner, die sich sorgen oder Fragen haben, weist die Stadt darauf hin, dass die koordinierte Versorgung durch Ehrenamtliche bereits existiert und zusätzliche Fütterungen nicht notwendig sind. Ziel bleibe ein möglichst konfliktarmes Miteinander von Menschen und Stadttauben.

Aspekt Auswirkung
Zusätzliches Füttern Erhöhte Taubendichte, Abhängigkeit, Krankheitsrisiko
Gezielte Betreuung Kontrollierte Versorgung, Verhinderung unkontrollierter Vermehrung
Eierschutzmaßnahme Austausch gegen Kunsteier zur Bestandsbegrenzung

Die Stadt Norderstedt appelliert an die Bürgerinnen und Bürger, auf das Füttern zu verzichten und Lebensmittelreste nicht zugänglich liegen zu lassen. Damit solle sowohl das Wohlergehen der Tiere als auch die Qualität des öffentlichen Raums erhalten werden.

Der Appell wurde im Rahmen der Sommertour der Oberbürgermeisterin bekanntgegeben und richtet sich an alle, die in der Stadt mit Stadttauben in Kontakt kommen. Norderstedt setzt damit auf einen kombinierten Ansatz aus ehrenamtlicher Betreuung und Information der Bevölkerung, um langfristig Konflikte zu minimieren.

Malte Boysen
Malte KI Korrespondent Schleswig-Holstein online

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