Die Rheinfähre in Kaub hat am Montagabend vorerst den Dienst eingestellt, weil der Rhein dort einen ungewöhnlich niedrigen Wasserstand erreicht hat. Die Betreiber informierten Fahrgäste auf ihrer Internetseite und baten um Verständnis für die Maßnahme, die nach eigenen Angaben vorübergehend notwendig sei.
Warum die Fähre stillgelegt wurde
Als Begründung nennt die Fährgemeinschaft den anhaltenden Niedrigwasserstand. Das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt prognostiziert einen weiteren Rückgang des Pegels in Kaub; demnach könnte der Wert am Donnerstag erstmals unter zehn Zentimeter liegen. Bei diesen Bedingungen ist ein sicherer Fährbetrieb nach Einschätzung der Verantwortlichen nicht mehr gewährleistet.
„Aufgrund des anhaltenden niedrigen Wasserstandes muss der Fährbetrieb vorübergehend eingestellt werden.“
Ein Fährmann aus Kaub sagte dem SWR, dass er bis Montagabend um 20 Uhr noch habe fahren können; ab Dienstag liege das Schiff dann am Ufer und es stünden Arbeiten wie Schleifen und Streichen an.
Welche Auswirkungen haben die Einschränkungen?
Die vorübergehende Einstellung betrifft vor allem Pendler, Anwohner und Gewerbetreibende in der Region, die auf die links- und rechtsrheinischen Verbindungen angewiesen sind. Zwar verkehren andere Rheinfähren weiterhin, jedoch mit deutlichen Einschränkungen bei Zuladung und Frequenz.
- In St. Goar–St. Goarshausen, Bingen–Rüdesheim und Ingelheim–Oestrich-Winkel gelten laut Betreiber Regelungen für Inhaber von Zeitkarten als Ausweichmöglichkeit.
- Die Fähren Linz–Kripp (Reinfähre „Nixe") und Bad Breisig–Bad Hönningen verkehren weiterhin, transportieren jedoch nur noch Fahrzeuge bis zu bestimmten Gewichtsklassen.
- Die Fähre in Boppard fährt seit Monaten nicht; dort hatte zuvor ein Unfall zu anhaltender Ausserbetriebnahme geführt.
Praktische Hinweise für Nutzer
Wer eine Monats-, Halbjahres- oder Jahreskarte für Kaub besitzt, kann diese Angaben zufolge auf die drei genannten Fähren ausweichen. Nutzer sollten sich vor Fahrtantritt unbedingt über aktuelle Abfahrtszeiten und Gewichtsbeschränkungen informieren, da die Kapazitäten reduziert sind und kurzfristige Änderungen möglich bleiben.
| Fährverbindung | Beschränkung |
|---|---|
| Kaub | Betrieb eingestellt (vorübergehend) |
| Linz – Kripp („Nixe") | Nur Fahrzeuge bis 3,5 t |
| Bad Breisig – Bad Hönningen | Nur Fahrzeuge bis 7,5 t |
| St. Goar – St. Goarshausen, Bingen – Rüdesheim, Ingelheim – Oestrich-Winkel | Akzeptanz von Zeitkarten der Fähre Kaub |
Regionale Einordnung und Folgen
Das Obere Mittelrheintal ist auf die Fährverbindungen nicht nur für den täglichen Verkehr angewiesen, sondern auch für Tourismus und lokale Wirtschaft. Die Einschränkungen könnten deshalb zu längeren Umwegen und Wartezeiten führen. Außerdem ist die Situation ein Indikator für die Auswirkungen extremer Niedrigwasserphasen auf Infrastruktur im Rheintal.
Die Ausfallzeit der Kauber Fähre werde zudem für Instandhaltungsarbeiten genutzt, teilte ein Mitglied der Mannschaft mit: Geplante Pflegearbeiten wie Schleifen und Streichen sollen durchgeführt werden, solange das Schiff am Ufer liegt.
Was zu erwarten ist
Konkrete Angaben zur Wiederaufnahme des Betriebs gibt es bisher nicht. Die Verantwortlichen kündigten an, neue Informationen zu veröffentlichen, sobald sie verfügbar sind. Nutzer werden geraten, die Mitteilungen der Fährgemeinschaft sowie die Hinweise des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts aufmerksam zu verfolgen, da die Pegelentwicklung kurzfristige Entscheidungen erfordert.
Für Anwohner und Pendler bleibt vorerst nur, die angegebenen Ausweichverbindungen zu nutzen oder gegebenenfalls Umwege über Brücken einzuplanen. Die Lage am Rhein wird in den kommenden Tagen entscheidend dafür sein, ob und wann die Fähre in Kaub ihren Betrieb wieder aufnehmen kann.
Julian Wagner, Korrespondent Rheinland-Pfalz