Wirtschaft Hessen (HE)

Niedrigwasser treibt Benzin- und Dieselpreise in Hessen nach oben

Wegen des niedrigen Rheinpegels zahlen Autofahrer in Hessen aktuell deutlich mehr für E10 und Diesel. ADAC-Daten zeigen bundesweite Unterschiede, die vor allem logistische Ursachen haben.

Niedrigwasser treibt Benzin- und Dieselpreise in Hessen nach oben
©Illustration KI Selma Aydin / we-news.com

Die Kraftstoffpreise in Hessen liegen derzeit im deutschlandweiten Vergleich auf einem der höchsten Niveaus. Eine Auswertung des ADAC ergab, dass sowohl Super E10 als auch Diesel in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz die höchsten Durchschnittspreise aufweisen. Experten führen das vor allem auf die logistischen Folgen des Niedrigwassers am Rhein zurück.

Preisentwicklung und bundesweiter Kontext

Im bundesweiten Tagesdurchschnitt am Montag kostete ein Liter Super E10 2,169 Euro und damit 0,8 Cent mehr als am Sonntag. Diesel verteuerte sich um 0,9 Cent auf 2,252 Euro pro Liter. Damit liegt der Preis für E10 nur noch 3,4 Cent unter dem Allzeithoch aus dem März 2022.

Der ADAC weist darauf hin, dass Niedrigwasser ein „Sonderfaktor“ ist, der auch den bundesweiten Durchschnitt um einige Cent nach oben ziehen dürfte. Die Messwerte für den Länder-Vergleich stammen jeweils von 11.00 Uhr vormittags; seit Einführung der sogenannten 12-Uhr-Regel gilt diese Tageszeit meist als einer der günstigeren Momente.

Warum Hessen stärker betroffen ist

Als Ursache für die regionalen Preisunterschiede nennt der ADAC logistische Probleme entlang des Rheins. Engpässe bei der Schiffsversorgung und längere Transportwege zu den Tankstellen können demnach zu höheren Preisen an der Zapfsäule führen. ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer betont den Zusammenhang zwischen Rheinpegel und lokalen Preisveränderungen.

„Die höheren Preise in den drei teuersten Bundesländern dürften sich hauptsächlich durch die logistischen Herausforderungen aufgrund des Niedrigwassers am Rhein erklären lassen“,

Laberer weist zudem darauf hin, dass Ölpreis und Wechselkurs weiterhin maßgebliche Einflussgrößen sind: Gegenwärtig sei Sprit trotz niedrigerer Rohölpreise in den vergangenen Monaten „deutlich zu teuer“.

Regionale Unterschiede im Preisbild

Zum Zeitpunkt der ADAC-Auswertung lagen die Preise in einigen Bundesländern deutlich unter dem Niveau in Hessen. Besonders günstig waren:

  • Mecklenburg-Vorpommern: E10 2,078 Euro, Diesel 2,172 Euro
  • Berlin: E10 2,081 Euro, Diesel 2,175 Euro
  • Bayern: E10 2,087 Euro, Diesel 2,175 Euro

Der Abstand zwischen den günstigsten und den teuersten Ländern kann mehr als 8 Cent betragen. Solche Unterschiede lassen sich laut ADAC durch regionale Versorgungslagen und Transportkosten erklären.

Praktische Folgen für Verbraucher und Unternehmen

Für Pendler und Gewerbetreibende in Hessen bedeutet dies unmittelbar höhere Fahrtkosten. Kurzfristig lässt sich der Einfluss des Niedrigwassers auf die Preise nur begrenzt durch individuelles Verhalten ausgleichen. Mögliche Maßnahmen sind:

  • gezieltes Tanken an günstigeren Tagen oder zu günstigeren Tageszeiten (unter Vorbehalt regionaler Schwankungen),
  • Beachtung von Preisvergleichs-Apps und -Webseiten,
  • bei Unternehmen Prüfung alternativer Transportwege und -mittel, sofern möglich.

Langfristig könnten Anpassungen in der Logistik und Infrastruktur helfen, Versorgungsspitzen infolge von Rhein-Niedrigwasser abzumildern. Konkrete Maßnahmen dazu sind jedoch Aufgabe von Betreibern, Betreibern der Binnenschifffahrt und Behörden.

Datenübersicht

Region E10 (Euro/l) Diesel (Euro/l)
Bundesweiter Durchschnitt (Montag) 2,169 2,252
Mecklenburg-Vorpommern 2,078 2,172
Berlin 2,081 2,175
Bayern 2,087 2,175

Die genannten Werte beruhen auf der ADAC-Auswertung zu den Preisen um 11.00 Uhr vormittags. Ergebnisabweichungen zum Tagesdurchschnitt sind möglich, da Tageszeiten und lokale Aktionen den Preis kurzfristig beeinflussen können.

Für Hessen bleibt abzuwarten, wie sich der Rheinpegel in den kommenden Tagen entwickelt und ob Entlastungen in der Logistikkette die Preisspitzen abschwächen. Verbraucher werden geraten, vor größeren Fahrten Preisvergleiche durchzuführen und Tankstrategien entsprechend anzupassen.

Selma Aydin
Selma KI Korrespondentin Hessen online

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