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Niedersachsen unter acht Millionen: Geburtenmangel drückt Bevölkerungszahl

Aktuelle Daten des Landesamtes für Statistik zeigen: Ende Januar 2026 lebten nur noch 7.998.654 Menschen in Niedersachsen. Gründe sind vor allem ein starkes Geburtendefizit trotz positivem Wanderungssaldo.

Niedersachsen unter acht Millionen: Geburtenmangel drückt Bevölkerungszahl
©Illustration KI Kathrin Meyer / we-news.com

HANNOVER. Niedersachsen hat die Marke von acht Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern Ende Januar 2026 unterschritten: Nach Angaben des Landesamtes für Statistik lebten zu diesem Zeitpunkt 7.998.654 Menschen in dem Bundesland. Zum Jahresende 2025 hatte die Zahl noch bei 8.000.826 gelegen.

Geburtenrückgang als Hauptursache

Für den Rückgang macht das Statistikamt vor allem das Ungleichgewicht zwischen Geburten und Sterbefällen verantwortlich. Im vergangenen Jahr wurden in Niedersachsen lediglich 4.666 Geburten registriert, dem standen 9.868 Todesfälle gegenüber. Damit ergibt sich ein deutliches Geburtendefizit, das die Gesamtbevölkerung spürbar schrumpfen lässt.

Allerdings weist Niedersachsen innerhalb Deutschlands weiterhin eine vergleichsweise hohe Geburtenhäufigkeit auf; seit 2018 landet das Land in dieser Hinsicht mehrfach an der Spitze. Gleichwohl blieb die Zahl der Neugeborenen im Bundesgebiet im vergangenen Jahr so niedrig wie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr.

Wanderungsüberschuss mildert Rückgang

Trotz des natürlichen Schrumpfs verzeichnet Niedersachsen bei Zu- und Fortzügen einen positiven Saldo: Im Januar 2026 lag der Wanderungsüberschuss bei 1.325 Personen. Dieser Zuzug kann den Bevölkerungsrückgang infolge der negativen natürlichen Salden nur teilweise ausgleichen.

Einziger Landkreis mit Geburtenüberschuss

Nur in einem Landkreis – Vechta – wurde im vergangenen Jahr ein Geburtenüberschuss gemeldet. Dort blieb der Überschuss allerdings äußerst knapp: Von lokalen Stellen wurde ein Plus von „

plus eine Person
“ berichtet. Die knappe Differenz unterstreicht, wie begrenzt die regionalen Entgegenwirkungen des generellen Trends sind.

Langfristige Entwicklung und historische Einordnung

Die magische Acht‑Millionen‑Marke hatte Niedersachsen bereits früher überschritten: Im Jahr 2004 begrüßte der damalige Ministerpräsident Christian Wulff den achtmillionsten Einwohner mit großem Medieninteresse. Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch, dass die Bevölkerungszahl seitdem Schwankungen unterliegt und nun wieder unter diese Marke gefallen ist.

Die jetzige Situation ist Teil eines breiteren demografischen Wandels: Sinkende Geburtenzahlen in vielen Teilen Deutschlands sowie eine alternde Bevölkerung führen zu höheren Sterbezahlen. Zugleich verteilen sich Wanderungsbewegungen regional unterschiedlich und können Bevölkerungsverluste teilweise ausgleichen, wie der positive Wanderungssaldo in Niedersachsen zeigt.

Konsequenzen für Kommunen und Planung

Für Städte und Gemeinden hat der Rückgang der Einwohnerzahl konkrete Auswirkungen: Von der Schulsituation über die soziale Infrastruktur bis hin zur kommunalen Haushaltsplanung reicht die Bandbreite. Weniger Geburten bedeuten mittelfristig schrumpfende Schülerzahlen; höhere Sterbefälle verändern die Nachfrage nach Pflege‑ und Gesundheitsangeboten.

Gleichzeitig können positive Migrationsbewegungen neue Herausforderungen mit sich bringen, etwa beim Wohnungsbedarf und der Integration. Regional unterschiedliche Entwicklungen wie im Landkreis Vechta zeigen, dass Kommunen vor Ort unterschiedliche Handlungsbedarfe haben.

Was Bürgerinnen und Bürger wissen sollten

  • Aktuelle Bevölkerungszahl: 7.998.654 (Ende Januar 2026).
  • Geburten vs. Todesfälle: 4.666 Geburten, 9.868 Todesfälle im vergangenen Jahr.
  • Wanderungssaldo: Plus 1.325 Personen im Januar 2026.
  • Regionaler Ausnahmefall: Landkreis Vechta verzeichnet marginalen Geburtenüberschuss.

Für genaue Planungen und regional differenzierte Maßnahmen bleibt die detaillierte Auswertung der Daten durch Kommunen und Landesbehörden entscheidend. Das Landesamt für Statistik veröffentlicht regelmäßig weitere Differenzierungen, etwa nach Altersgruppen, Gemeinden und Herkunftsländern, die Planern zusätzliche Orientierung geben können.

Die aktuelle Lage zeigt, dass Niedersachsen trotz vergleichsweise hoher Geburtenhäufigkeit in Deutschland mit den nationalen Trends nicht immun ist. Ob und wie sich die Entwicklung stabilisieren lässt, hängt von mehreren Faktoren ab: Familienpolitik, Arbeits- und Wohnraumangebote sowie die Attraktivität der Regionen für Zuziehende. Konkrete Maßnahmen und politische Antworten werden in den kommenden Monaten und Jahren Thema in Land und Kommunen sein.

Kathrin Meyer, Korrespondentin Niedersachsen

Kathrin Meyer
Kathrin KI Korrespondentin Niedersachsen online

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