Insolvenzverfahren eingeleitet – Betrieb vorerst fortgeführt
Die Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Meilenstein mit Sitz in Neuwied befindet sich im Insolvenzverfahren. Das Amtsgericht Neuwied bestellte mit Beschluss vom 2. Juli Rechtsanwalt Dr. Alexander Jüchser (LIESER Rechtsanwälte) zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Nach Angaben der Beteiligten sollen die Betreuung und Unterstützungsangebote für Kinder, Jugendliche und Familien zunächst weiterlaufen.
Zu den angebotenen Leistungen zählen unter anderem ambulante Hilfen, soziale Gruppenarbeit, Tages- und Wohngruppen, Integrationshilfe sowie Schulbegleitung. Nach Darstellung des vorläufigen Insolvenzverwalters werden diese Dienste uneingeschränkt fortgeführt, um Kontinuität für die betreuten Personen zu gewährleisten.
Beschäftigte und Lohnfortzahlung
Rund 120 Beschäftigte sind bei Meilenstein beschäftigt. Für die Monate Juni, Juli und August seien die Löhne und Gehälter über Insolvenzgeld abgesichert, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter mit. Die beiden Geschäftsführer, Ingo Zwarg und Thomas Iser, haben gemeinsam mit Dr. Jüchser die Belegschaft über den Stand des Verfahrens informiert und zur Stabilität aufgerufen.
„Die Mitarbeitenden sollen gerade in der jetzigen Situation Stabilität und Verlässlichkeit für die betreuten jungen Menschen geben“, erklärten Geschäftsführung und vorläufiger Insolvenzverwalter.
Ursachen und Zielsetzung im Verfahren
Als Grund für den Insolvenzantrag werden nach Angaben der Beteiligten erhebliche Zahlungsausfälle in der Vergangenheit genannt. Konkrete Zahlen zu Forderungen oder Verbindlichkeiten wurden bisher nicht veröffentlicht. Dr. Jüchser hat bereits Gespräche mit der Geschäftsführung aufgenommen; in den kommenden Wochen sollen gemeinsam mit den beteiligten Akteuren die Voraussetzungen für eine nachhaltige Lösung erarbeitet werden.
- Fortführung der Leistungen: ambulant, teilstationär, stationär
- Sicherung der Löhne über Insolvenzgeld für Juni bis August
- Erarbeitung von Stabilisierungs- und Zukunftsperspektiven durch Insolvenzverwalter und Geschäftsführung
Regionale Bedeutung und Folgen
Meilenstein zählt in der Region Neuwied zu den bedeutenden freien Trägern der Jugendhilfe. Die Einrichtung begleitet Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien und bietet unterschiedliche Hilfsformen, um Perspektiven zu schaffen und Familien zu stärken. Vor diesem Hintergrund hat die Insolvenz nicht nur unmittelbare Auswirkungen auf die Beschäftigten, sondern auch auf kommunale Netzwerke, schulische Kooperationen und andere Fachstellen, die mit Meilenstein zusammenarbeiten.
Kommunale Stellen und beteiligte Einrichtungen dürften die weitere Entwicklung genau verfolgen. Eine Unterbrechung oder Reduzierung von spezialisierten Angeboten etwa in der Integrationshilfe oder der Schulbegleitung würde in vielen Fällen Anpassungen bei Schulen, Jugendämtern und Eltern erfordern. Bisherige Mitteilungen betonen jedoch, dass der laufende Betrieb priorisiert werde, um solche Brüche zu vermeiden.
Ausblick: Was in den nächsten Wochen zu erwarten ist
Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters sollen zeitnah Gespräche über mögliche Maßnahmen zur Stabilisierung des Geschäftsbetriebs stattfinden. Dabei geht es nach seinen Worten darum, eine tragfähige Zukunftsperspektive für die Einrichtung zu entwickeln. Ob dies eine Sanierung in Eigenverwaltung, ein Verkauf einzelner Betriebszweige oder andere Formen der Neuaufstellung sein werden, ist derzeit offen.
| Aspekt | Status / Stand |
|---|---|
| Vorläufiger Insolvenzverwalter | Dr. Alexander Jüchser (Bestellung 2. Juli) |
| Beschäftigte | Rund 120 |
| Lohnsicherung | Insolvenzgeld für Juni–August |
| Leistungsangebot | Ambulant, teilstationär, stationär: vorerst fortgeführt |
Für Betroffene, Eltern und Kooperationspartner bleibt die zentrale Frage, wie dauerhaft die Kontinuität der Angebote gesichert werden kann. Die Verantwortlichen haben betont, dass in den kommenden Wochen intensiv an Lösungen gearbeitet werde. Weitergehende Informationen werden erwartet, sobald konkrete Vorschläge zur Stabilisierung oder zu Umstrukturierungen vorliegen.
Die Stadt Neuwied und zuständige Behörden wurden in der Berichterstattung nicht mit detaillierten Stellungnahmen zitiert; es ist jedoch anzunehmen, dass die kommunalen Akteure aufgrund der regionalen Bedeutung von Meilenstein aufmerksam verfolgen, wie sich die Lage entwickelt.
Weitere Berichte werden folgen, sobald der vorläufige Insolvenzverwalter oder die Geschäftsführung konkrete Maßnahmen bekanntgeben.