Fachforum in Kaiserslautern setzt Akzente für digitalen Umgang mit Informationen
Kaiserslautern. Bei der fünften Auflage der Medien Triennale Südwest standen am Veranstaltungstag in Kaiserslautern die Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf Informationsprozesse und demokratische Kommunikation im Mittelpunkt. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Medien und Wirtschaft erörterten Strategien für einen verantwortungsvollen Umgang mit KI und zeigten praktische Werkzeuge für Redaktionen und Nutzerinnen und Nutzer auf.
Jugendliche fühlen sich unsicher — neue Zahlen vorgestellt
Ein zentrales Ergebnis, das auf der Triennale präsentiert wurde, stammt aus der noch nicht veröffentlichten JIM-Studie 2026: Demnach sind 61 Prozent der Jugendlichen durch die zunehmende Präsenz von KI-Inhalten in Sozialen Medien verunsichert und stellen häufiger die Echtheit von Inhalten in Frage. Diese Zahl wurde von den Veranstaltern als Ausdruck einer deutlich spürbaren Alltagsrelevanz der Debatte hervorgehoben.
„61 Prozent der Jugendlichen fühlen sich durch KI-Inhalte auf Social Media verunsichert.“
Die Erkenntnis unterstrich die Forderung mehrerer Redner nach verstärkter Medienkompetenzförderung und klareren Regeln für den Einsatz von KI, um demokratische Prozesse zu schützen.
Praktische Demonstrationen und Medienpraxis
Auf der Triennale wurden nicht nur Debatten geführt: In Panels und Live-Demonstrationen zeigten Expertinnen und Experten praktische Risiken und Verteidigungsstrategien. So demonstrierte Christoph Maerz vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), wie sich mit frei zugänglichen KI-Tools aus öffentlichem Videomaterial Deepfakes erzeugen lassen. Gleichzeitig wurde ein Tool namens Gretchen AI vorgestellt, das bei der Identifikation solcher Fälschungen helfen kann.
- Masterclasses übersetzten die fachlichen Debatten in konkrete Anwendungsszenarien für Redaktionen;
- Themen waren KI-gestützter Journalismus, Vertrauen in Medien und der Einsatz von KI im redaktionellen Alltag;
- Marktplatz präsentierte Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Medienprojekte ihre Entwicklungen.
Regional verankerte Akteure präsent
Die Triennale wurde von der Medienanstalt Rheinland-Pfalz gemeinsam mit der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg und der Landesmedienanstalt Saarland getragen. Auf dem Marktplatz der Veranstaltung in Kaiserslautern stellten unter anderem das DFKI, die RPTU, die Zeitung DIE RHEINPFALZ, Europe Direct Kaiserslautern und die Medieninitiative klicksafe ihre Projekte und Forschungsergebnisse vor.
| Veranstaltung | Ort | Schwerpunkte |
|---|---|---|
| Medien Triennale Südwest (5. Veranstaltung) | Kaiserslautern | Künstliche Intelligenz, Medienkompetenz, demokratische Regeln |
Folgen für lokale Medien und Bildung
Für Redaktionen in Kaiserslautern und der Region bedeutet die thematische Schwerpunktsetzung konkrete Aufgaben: Die Integration von KI-gestützten Prüfverfahren in den redaktionellen Workflow, die Ausbildung von Mitarbeitenden im Umgang mit manipulativen Medieninhalten und die stärkere Vermittlung von Medienkompetenz an Schulen und Jugendeinrichtungen. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Medien betonten am Rande der Veranstaltung, dass digitale Souveränität sowie verbindliche Regelungen für KI entscheidend seien, um Vertrauen in öffentliche Information wiederherzustellen und Desinformation entgegenzuwirken.
Die Präsenz lokaler Akteure wie der RPTU und Europe Direct unterstreicht zugleich den regionalen Anspruch: Kaiserslautern versteht sich als Ort, an dem Forschung, Bildung und Medienpraxis zusammengeführt werden, um Antworten auf die Herausforderungen durch KI zu erarbeiten.
Weitere Informationen und Fotos zur Veranstaltung stellten die Veranstalter online zur Verfügung.