Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat München als Bewerberstadt für deutsche Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 ausgewählt. In der außerordentlichen Mitgliederversammlung setzte sich die bayrische Bewerbung gegen das Konzept aus Köln/Rhein-Ruhr durch und erhielt 91 Stimmen, während die Gegenkandidatur 50 Stimmen erzielte. Die Entscheidung fiel im Kurhaus von Baden-Baden vor zahlreichen Delegierten und Gästen.
Abstimmung und Szenen nach der Entscheidung
Bei der Bekanntgabe kam es zu einer kleinen Panne: DOSB-Präsident Thomas Weikert zog den Umschlag so aus, dass der Name des Gewinners bereits sichtbar wurde. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wartete den kurzen Moment ab und gab dann lächelnd die Stadt bekannt:
„Wer es eben nicht gesehen hat, dem sage ich: Sieger ist München !“Auf der Bühne und in der Delegation der siegreichen Stadt brach daraufhin Jubel aus; unter den Feiernden waren auch Ministerpräsident Markus Söder und Oberbürgermeister Dominik Krause.
Finanzielle Dimension und Erwartungen
Für die Austragung der Spiele rechnet die Bewerbung mit Gesamtkosten in der Größenordnung von rund 10 Milliarden Euro. Neben der reinen Finanzierungsfrage stehen für die Verantwortlichen umfangreiche Aufgaben an: der Abbau von Sanierungsrückständen bei bestehenden Sportstätten, die Modernisierung der Infrastruktur und Maßnahmen zur Förderung von Sport und Bewegung, insbesondere bei Kindern.
- Abstimmungsergebnis: 91 : 50 Stimmen zugunsten Münchens
- Kalkulierte Gesamtkosten: rund 10 Milliarden Euro
- Zentrale Ziele: Sanierung von Sportstätten, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Förderung der Kinderbewegung
Argumente für München
Ein entscheidendes Argument für die Bewerbung Münchens war die Nutzung bereits existierender Anlagen: Viele Sportstätten wurden bereits bei den Sommerspielen 1972 verwendet, was die Planungen kompakter und infrastrukturell plausibler erscheinen lässt. Die Jury und die DOSB-Mitglieder sahen in diesem Konzept offenbar einen Vorteil gegenüber einem weitläufigeren Modell wie dem der Rhein-Ruhr-Region.
Politische und gesellschaftliche Erwartungen
Die Bewerbung soll nach Ansicht ihrer Befürworter nicht nur sportliche Veranstaltungen ermöglichen, sondern auch breitere gesellschaftliche Ziele verfolgen. Dazu zählen die Zusammenführung einer gespaltenen Gesellschaft, die Beseitigung von Sanierungsstau bei Sportstätten und die Bekämpfung von Bewegungsarmut unter Kindern. Ministerpräsident Markus Söder äußerte sich zurückhaltend angesichts der umfangreichen Aufgaben, die mit dem Zuschlag verbunden sind; ein lautes Triumphgeheul unterblieb in seinen Äußerungen.
Nächste Schritte und Ausblick
Mit der innerdeutschen Entscheidung ist nun die nationale Vorarbeit geleistet; der Bewerbung Münchens stehen allerdings noch mehrere Hürden bevor. Intern bedeutet der Zuschlag die Mobilisierung weiterer politischer Unterstützung, die Konkretisierung von Finanzierungsmodellen und die Erstellung detaillierter Planungen für Renovierungen und Neubauten. International wird die Bewerbung eines umfassenden Prozesses unterliegen, in dem das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Kandidatenplätze vergibt und weitere Kriterien anlegt.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Abstimmungsergebnis | 91 : 50 |
| Voraussichtliche Kosten | rund 10 Milliarden Euro |
| Genutzte frühere Spiele | Sommer 1972 |
Die Entscheidung markiert den Beginn einer intensiven Phase für die Münchner Bewerbung und für den deutschen Sport insgesamt. Ob die Stadt gegenüber internationalen Kandidaten bestehen kann, hängt nun von der weiteren politischen Unterstützung, klaren Finanzierungszusagen und überzeugenden Konzepten für Nachhaltigkeit und Breitenwirkung ab.