Magdeburg — Beim Wahlkampfabschluss der Linken in Sachsen-Anhalt haben Spitzenpolitikerinnen der Partei am Freitag einen entschiedenen Kurs gegen Rechtsextremismus und gegen die AfD bekräftigt. Eva von Angern, die sachsen-anhaltische Spitzenkandidatin der Linken, machte deutlich, dass es nach ihrer Auffassung „keine rechtsextreme Regierung“ in dem Bundesland geben werde.
Klare Ansage gegen eine Koalition mit Rechtsextremen
Von Angern, die seit 2002 dem Landtag angehört und bereits 2021 Spitzenkandidatin der Linken war, sagte in Magdeburg: „Diese wird es in Sachsen-Anhalt nicht geben - nach dem 6. September nicht und auch nicht später.“ Damit richtete sie sich direkt an Wählerinnen und Wähler, die in Umfragen und Gesprächen angesichts der anstehenden Landtagswahl die Sorge vor einer rechtsgerichteten Regierung geäußert hatten.
Die Parteiführung brachte beim Abschluss zudem prominente Unterstützerinnen und Unterstützer auf die Bühne. Unter dem Label der sogenannten „Silberlocken“ traten bekannte Linken-Politiker wie Gregor Gysi, Dietmar Bartsch und Bodo Ramelow auf, die ebenfalls vor einer Stimmabgabe für die AfD warnten.
„Wir lassen uns die Heimat nicht von Rechtsextremen wegnehmen“, sagte von Angern.
Kritik an Bundesregierung und Medien
Co-Parteichefin Ines Schwerdtner nutzte die Veranstaltung zu scharfer Kritik an der Bundespolitik, insbesondere an Kanzler Friedrich Merz (CDU). Sie monierte geplante Änderungen bei der Rente und warf Merz vor, die Lebensrealitäten in Ostdeutschland nicht zu kennen. Die Wut der Menschen sei zwar berechtigt; man dürfe sie aber nicht den Rechten überlassen, sagte Schwerdtner.
Parallel übte Heidi Reichinnek, Fraktionschefin der Linken im Bundestag, Kritik an der medialen Berichterstattung im Zuge der Landtagswahl. Sie beklagte eine negative Schlagzeilenproduktion durch Hauptstadtjournalisten und forderte mehr Aufmerksamkeit für zivilgesellschaftliches Engagement in Vereinen, Kirchen und Gewerkschaften.
Wahlkampfthema soziale Sicherung und Demokratie
Die Redebeiträge verbanden das Thema Rechtsaußen mit sozialen Fragestellungen: Die Linke stellte sich als Schutzmacht für soziale Errungenschaften dar und warf der AfD vor, „gegen die arbeitenden Menschen“ zu agieren und zu versuchen, das gemeinsam Aufgebaute zu zerstören. Die Partei suchte so, sozialpolitische Fragen mit der Verteidigung demokratischer Grundprinzipien zu verknüpfen.
Folgende Punkte standen beim Abschluss im Mittelpunkt:
- Bekräftigung, keine rechtsextreme Regierung zuzulassen.
- Kritik an Bundespolitik, insbesondere Rentenplänen.
- Vorwurf, Medien würden einseitig und negativ über den Wahlkampf berichten.
- Appell an zivilgesellschaftliches Engagement als Gegenpol zur AfD.
Prominente Unterstützung der Kampagne
Die Beteiligung der erfahrenen Linken-Politiker Gysi, Bartsch und Ramelow sollte die Mobilisierungskraft der Partei stärken. In den Statements der „Silberlocken“ klang durch, dass die Partei in den verbleibenden Tagen vor der Wahl verstärkt auf die Verhinderung eines Erstarkens der AfD setzen will.
| Name | Rolle / Hinweis |
|---|---|
| Eva von Angern | Spitzenkandidatin der Linken in Sachsen-Anhalt |
| Ines Schwerdtner | Co-Parteichefin der Linken |
| Heidi Reichinnek | Linken-Fraktionschefin im Bundestag |
| Gregor Gysi, Dietmar Bartsch, Bodo Ramelow | Unterstützer („Silberlocken“) |
Kontext und Bedeutung vor der Wahl
Der Wahlkampfabschluss findet nur wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt statt. Vor dem Hintergrund landesweiter Debatten um Sicherheit, soziale Sicherung und die politische Ausrichtung des Bundeslandes ist das klare Signal der Linken an die Wählerinnen und Wähler als Versuch zu verstehen, die Partei als Bollwerk gegen Rechts und zugleich als soziale Alternative zu positionieren.
Ob das Signal reicht, um Wählerinnen und Wähler zu mobilisieren oder Wechselwähler zurückzugewinnen, wird sich am Wahlsonntag zeigen. Die Linke setzt auf die Kombination aus prominenter Rückenstärkung, klaren Warnungen vor der AfD und dem Appell an zivilgesellschaftliches Engagement als Gegengewicht zu rechtspopulistischen und rechtsextremen Kräften.
Die Veranstaltung in Magdeburg dokumentiert, wie sehr die Frage nach der politischen Richtung des Landes in den letzten Tagen des Wahlkampfs dominiert: Es geht nicht nur um konkrete Sachfragen, sondern um die Grundsatzentscheidung, welche Kräfte künftig das Land prägen sollen.