Stuttgart. Der derzeit von Baden‑Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir genutzte Dienstwagen, ein vollelektrischer Mercedes‑EQS 580 4MATIC, gilt laut einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) als das klimaschonendste Fahrzeug unter den Amtswagen der Länderchefs. Das Leasing dieses Fahrzeugs endet im Januar 2027, wie das Staatsministerium in Stuttgart auf Anfrage mitteilte. Welche Ausstattung oder welches Modell Özdemir danach fahren wird, wurde bislang nicht bekanntgegeben; das Ministerium betonte jedoch, dass es erneut ein Elektrofahrzeug werden solle.
DUH‑Ranking: Spitzenplatz durch niedrigen CO2‑Ausstoß
Der Mercedes‑EQS liegt in der DUH‑Auswertung mit einem ausgewiesenen CO2‑Ausstoß von 66 Gramm pro Kilometer an der Spitze. Auf dem zweiten Platz folgt demnach Schleswig‑Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) mit einem Wert von 67 Gramm pro Kilometer. Die Untersuchung positioniert die Fahrzeuge der Länderchefs nach ihren Klimawerten und macht damit einen Aspekt der öffentlichen Beschaffung transparent.
| Ministerpräsident | Fahrzeug | CO2 (g/km) |
|---|---|---|
| Cem Özdemir (Baden‑Württemberg) | Mercedes‑EQS 580 4MATIC (elektrisch) | 66 |
| Daniel Günther (Schleswig‑Holstein) | (Modell nicht genannt) | 67 |
Kein Neuzugang, sondern Fortführung eines Modells
Der Wagen, mit dem Özdemir fährt, ist kein Neukauf der Amtszeit: Bereits sein Vorgänger Winfried Kretschmann nutzte dasselbe Fahrzeug. Das unterstreicht die Kontinuität in der Fahrzeugwahl der Staatskanzlei und zeigt, dass die Entscheidung für ein vollelektrisches Modell nicht nur symbolisch ist, sondern auch praktisch umgesetzt wird.
Öffentlicher Dienstwagen: Transparenz‑ und Klimafrage
Die Frage, welches Fahrzeug künftig Dienstwagen des Ministerpräsidenten sein wird, ist aus mehreren Blickwinkeln von öffentlichem Interesse: Sie betrifft die Vorbildwirkung für klimafreundliche Mobilität, die ökonomische Seite öffentlicher Beschaffung und die Transparenz staatlichen Handelns. Konkrete Angaben zur finanziellen Dimension des Leasingvertrags oder zu den Kriterien der Neuauswahl macht das Staatsministerium in der vorliegenden Mitteilung nicht.
- Leasingende: Januar 2027
- Derzeitiges Modell: Mercedes‑EQS 580 4MATIC (vollelektrisch)
- DUH‑Wert: 66 g CO2/km
- Nachfolge: noch nicht bekannt, Ministerium kündigt Elektrofahrzeug an
Politische und symbolische Bedeutung
Dass das Staatsministerium bereits zusichert, das nächste Fahrzeug wiederum elektrisch zu wählen, ist politisch bedeutsam: Baden‑Württemberg präsentiert sich damit als Bundesland, das seine Spitzenrepräsentanten mit klimafreundlicher Mobilität ausstattet. Für die öffentliche Debatte bleibt jedoch offen, wie die Kriterien der Anschaffung konkret aussehen werden — etwa Beschaffungsvolumen, ökologische Bilanz über den kompletten Lebenszyklus oder die Frage der heimischen Wertschöpfung in der Wahl bestimmter Hersteller.
Solche Details wurden in der vorliegenden Mitteilung nicht genannt. Ebenso unklar ist, ob zukünftige Dienstwagen stärker an kommunalen Ladeinfrastrukturen und dienstlichen Nutzungsprofilen ausgerichtet werden. Die Ankündigung, es solle erneut ein Elektrofahrzeug sein, signalisiert jedoch eine Fortsetzung des eingeschlagenen Kurses.
Ausblick und Nachfragen
Bis zum Leasingende im Januar 2027 dürften weitere Fragen an das Staatsministerium und möglicherweise an beteiligte Dienstleister auftauchen: Welche Modelle stehen zur Auswahl, welche vertraglichen Optionen (Kauf statt Leasing) werden geprüft, und inwiefern fließen ökologische Kriterien in die Vergabe ein? Antworten darauf stehen derzeit noch aus und sind Gegenstand künftiger Recherchen und Anfragen.
Die DUH‑Untersuchung hat die Diskussion um Dienstwagenwerte der Regierungschefs öffentlich gemacht und damit einen Anstoß für mehr Transparenz bei der staatlichen Mobilität gegeben. Für Baden‑Württemberg bleibt festzuhalten: Der amtierende Ministerpräsident fährt derzeit mit einem der klimaschonendsten Dienstwagen in Deutschland — ob das so bleibt, wird die Beschaffungsentscheidung nach Ablauf des Leasings zeigen.