Rheinpegel in Köln weiter im Sinkflug
Der Wasserstand des Rheins in Nordrhein-Westfalen sinkt weiter – in Köln wurde am Dienstag ein historischer Tiefststand registriert. Nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein lag der gemessene Pegel in Köln aktuell bei 56 Zentimetern und soll im Tagesverlauf auf 54 Zentimeter fallen. Für den späten Freitagabend werden 47 Zentimeter erwartet.
Das Amt weist darauf hin, dass trotz niedriger Uferpegel die Fahrrinne deutlich tiefer liegt: In Köln beträgt der Unterschied beispielsweise 1,11 Meter. Das ermöglicht weiterhin die Passage von Schiffen, allerdings nur mit eingeschränkter Ladung.
Prognose und regionale Entwicklung
Laut Prognose werden die Pegelstände in mehreren NRW-Städten bis Freitagabend noch deutlich zurückgehen, darunter Düsseldorf, Emmerich und Duisburg-Ruhrort. An den Messstellen Köln, Düsseldorf und Duisburg-Ruhrort stammten die bisherigen historischen Tiefstwerte vor der aktuellen Trockenphase vom 23. Oktober 2018. Sollte die Vorhersage eintreten, würden die Werte von 2018 an diesen Stellen um mehr als 20 Zentimeter unterschritten.
„Man kann es kaum glauben, was man da sieht“, sagte Moritz Axt, Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein.
Für die kommende Woche wird zwar ein leichter Anstieg der Pegel erwartet, das Amt betont jedoch: „Das stellt noch keine Entspannung dar.“
Weitere Messwerte in NRW
Die Lage an anderen Pegeln zeigt den regionalen Charakter der Niedrigwasserlage:
- Düsseldorf: Historischer Tiefstand 10 Zentimeter (7. August); aktuell wurden 12 Zentimeter gemessen; für Freitagabend werden 2 Zentimeter erwartet.
- Duisburg-Ruhrort: Negativ-Rekord von 140 Zentimetern (8. August) wurde am Dienstagmittag erneut erreicht; für Freitagabend sind 139 Zentimeter und bis Samstag 130–131 Zentimeter vorhergesagt.
| Messstelle | Aktuell | Vorhergesagt (Freitagabend) | Alter Tiefstwert 2018/Datum |
|---|---|---|---|
| Köln | 56 cm (sinkt auf 54 cm) | 47 cm | — (Tiefstwerte vor Trockenheit 23.10.2018) |
| Düsseldorf | 12 cm | 2 cm | 10 cm (7. August) |
| Duisburg‑Ruhrort | 140 cm | 139 / 131 cm (Freitag/Samstag) | 140 cm (8. August) |
Auswirkungen für Schifffahrt und Wirtschaft
Die niedrigeren Pegel bedeuten für die Binnenschifffahrt verminderte Ladekapazitäten. Betreiber müssen Fracht reduzieren, um die sichere Durchfahrt in der Fahrrinne zu gewährleisten. Das kann logistische Ketten stören und zu höheren Transportkosten führen, insbesondere für großvolumige Güter, die traditionell über den Rhein transportiert werden.
Für die Kölner Hafenwirtschaft und angeschlossene Industrien sind solche Einschränkungen relevant: Reduzierte Frachtmengen können Umladevorgänge am Hafen verteuern und Lieferfristen verlängern. Direkte Auswirkungen auf die städtische Trinkwasserversorgung sind aus den vorliegenden Angaben nicht genannt; das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt fokussiert seine Warnungen auf Navigation und Schifffahrt.
Was das für Anwohner bedeutet
Für Bewohnerinnen und Bewohner von Rheinuferbereichen sind derzeit vor allem veränderte Uferverhältnisse sichtbar: höhere Prallwasserlinien, freiliegende Uferflächen und veränderte Freizeitbedingungen am Wasser. Freizeitaktivitäten wie Rudern oder Kanufahren können durch die geringe Wassertiefe beeinträchtigt sein. Die Behörden rufen zu erhöhter Vorsicht an exponierten Stellen auf.
Die Entwicklung bleibt kurzfristig dynamisch: Sollten die prognostizierten weiteren Rückgänge eintreffen, ist mit neuen Belastungen für die Schifffahrt und mögliche Folgeeffekte in Industrie und Handel zu rechnen. Die zuständigen Stellen beobachten die Lage kontinuierlich und aktualisieren Vorhersagen fortlaufend.
Quelle: Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein (dpa-Informationen).