Historischer Pegel in Köln — weitere Abnahme erwartet
Der Pegel des Rheins in Köln hat nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) einen historischen Tiefstand erreicht. Der aktuell gemessene Wert liegt bei 56 Zentimetern; für den Tagesverlauf wird ein weiterer Rückgang auf 54 Zentimeter erwartet. Für den späten Freitagabend prognostiziert das Amt einen Pegelstand von nur noch 47 Zentimetern.
Folgen für Schifffahrt und Gütertransport
Trotz des niedrigen Wassers können Schiffe den Rhein weiterhin befahren, allerdings mit deutlich reduzierter Ladefähigkeit. Das WSA weist darauf hin, dass die Fahrrinne tiefer liegt als die Messwerte am Ufer; in Köln beträgt die Differenz beispielsweise 1,11 Meter. Praktisch bedeutet das für die Logistikbranche eine Einschränkung: Transporte müssen mit weniger Fracht erfolgen, was zu höheren Kosten und logistischen Engpässen führen kann.
- Aktueller Pegel Köln: 56 cm (erwartet 54 cm, später 47 cm)
- Fahrrinne in Köln: etwa 1,11 m tiefer als Uferpegel
- Prognose für NRW: Pegel in Köln, Düsseldorf, Emmerich und Duisburg-Ruhrort sinkend bis Freitagabend
Landesweite Lage und historische Vergleiche
Auch an anderen Pegeln in Nordrhein-Westfalen werden neue Negativrekorde erwartet oder bereits registriert. In Düsseldorf lag der historische Tiefstand bislang bei 10 Zentimetern vom 7. August; aktuell wurden 12 Zentimeter gemessen, mit einer Prognose von 2 Zentimetern für Freitagabend. In Duisburg-Ruhrort wurde ein Negativ-Rekord von 140 Zentimetern vom 8. August erneut erreicht.
| Ort | Aktueller Wert | Erwartung (Fr) | Historischer Referenzwert |
|---|---|---|---|
| Köln | 56 cm | 47 cm | Oktober 2018 (älterer Tiefstwert) |
| Düsseldorf | 12 cm | 2 cm | 10 cm (7. August) |
| Duisburg-Ruhrort | 140 cm | — | 140 cm (8. August) |
Behördenwarnung und Ausblick
Das WSA mahnt zur Vorsicht: Die in den Pegelvorhersagen genannten Werte können Folgen für die Wasserwirtschaft, die Schifffahrt und damit verbundene Wirtschaftsbereiche haben. Moritz Axt, Sprecher des Amtes, kommentierte die Lage mit dem Hinweis, man könne kaum glauben, „was man da sieht“. Für die kommende Woche erwartet das Amt zwar einen leichten Anstieg der Pegel, betont aber zugleich: „Das stellt noch keine Entspannung dar.“
„Man kann es kaum glauben, was man da sieht.“ — Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes
Die Pegelstände in NRW bleiben auf sehr niedrigem Niveau. Die aktuellen Prognosen würden, sollten sie eintreten, die historischen Tiefstwerte aus dem Herbst 2018 an den genannten Messstellen um mehr als 20 Zentimeter unterschreiten. Für Köln bedeutet das eine zusätzliche Belastung der ohnehin beeinträchtigten Wasserführung und eine anhaltende Herausforderung für Hafen- und Logistikbetriebe.
Die Stadt und betroffene Unternehmen müssen mit kurzfristigen Anpassungen bei Transportplänen und möglichen Preisfolgen rechnen. Für die Bevölkerung bleibt die Situation vor allem ein sichtbares Zeichen für die anhaltenden Trockenheitsverhältnisse und deren direkte Auswirkungen auf Verkehr und Wirtschaft entlang des Rheins.