Für die bevorstehende Oberbürgermeisterwahl in Hanau tritt mit Khurrem Akhtar ein Bewerber an, der sich als Unternehmer und Gründungsmitglied des Team Todenhöfer (heute Gerechtigkeitspartei) präsentiert. Akhtar, geboren am 21. Januar 1977 in Frankfurt am Main, will nach eigener Aussage das Amt übernehmen, um die Stadt mit neuen Ideen und einer wirtschaftsorientierten Perspektive zu führen. Insgesamt stehen sechs Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl.
Beruflicher Hintergrund und Motivation
Akhtar beschreibt sich selbst als praxisorientierten Bürger, der nicht nur kritisiert, sondern „lösungsorientiert mit anpackt“. Er hebt seine Erfahrung als Unternehmer und Betriebswirt hervor und sieht darin eine Qualifikation, die frische Impulse in die Kommunalpolitik bringen könne. In seinen Aussagen betont er die Rolle als
„Brücke und Bindeglied“, um Hanau sozial und gesellschaftlich zusammenzuführen.
Seine bisherige politische Erfahrung umfasst eine frühere Kandidatur als Oberbürgermeister in Frankfurt am Main im Jahr 2023. Für Hanau positioniert er sich als Alternative zu den bisherigen Führungskräften der Stadtverwaltung.
Schwerpunkte seines Programms
Akhtars Schwerpunkt liegt deutlich auf der wirtschaftlichen und digitalen Neuausrichtung von Hanau. Er nennt mehrere Punkte, die aus seiner Sicht dringend angegangen werden müssen:
- Die digitale Transformation und die Anpassung an das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz für die lokale Arbeitswelt.
- Die Förderung von Unternehmen und Start-ups mittels einer vorgeschlagenen Sonderwirtschaftszone mit ermäßigter Gewerbesteuer.
- Die Ansiedlung einer Universität mit Schwerpunkt KI und Informationstechnologie in Hanau, um Fachkräfte anzuziehen und Forschung zu fördern.
Zu weiteren kommunalpolitischen Herausforderungen zählt er die wirtschaftliche Lage der Stadt. Akhtar bezeichnet Hanau als überschuldet und verweist zugleich auf ungelöste gesellschaftliche Folgen der Anschläge vom 19. Februar. Diese Punkte will er nach eigenen Angaben in seine Agenda einbeziehen.
Konkrete Vorschläge und mögliche Folgen
Die Forderung nach einer Hochschule mit Fokus auf KI und einer Sonderwirtschaftszone zielt auf eine langfristige wirtschaftliche Umgestaltung. Solche Maßnahmen könnten:
| Vorschlag | Erwarteter Effekt (nach Akhtar) |
|---|---|
| Universitätsansiedlung (KI/IT) | Fachkräftegewinn, Forschungsimpulse |
| Sonderwirtschaftszone mit ermäßigter Gewerbesteuer | Ansiedlung von Start-ups und Unternehmen |
| Förderung digitale Transformation | Zukunftsfähige Arbeitsplätze |
Ob und wie schnell solche Vorhaben umgesetzt werden könnten, hängt von vielen Faktoren ab: von landes- und bundespolitischen Rahmenbedingungen, von Finanzierbarkeit angesichts der bestehenden städtischen Verschuldung sowie von Kooperationen mit Hochschulen und Wirtschaftspartnern. Akhtar selbst positioniert die Vorschläge als Chancen, die Stadt „in eine bessere Zukunft“ zu führen.
Kontext der Wahl und offene Fragen
Die Kandidatur kommt in einer Phase, in der die Stadt den angekündigten Rücktritt des bisherigen Oberbürgermeisters Claus Kaminsky bewältigen muss. Kaminsky, ein langjähriges SPD-Mitglied und „Urgestein“ der Stadtpolitik, hat seinen Rückzug bekanntgegeben. Akhtar tritt damit gegen fünf weitere Bewerberinnen und Bewerber an. Im Wahlkampf dürften neben wirtschaftlichen Themen auch Fragen der sozialen Integration, Erinnerungsarbeit an die Anschläge vom 19. Februar sowie die Tragbarkeit großer Infrastrukturprojekte für eine verschuldete Kommune eine zentrale Rolle spielen.
Akhtars Profil verbindet unternehmerische Kompetenz mit dem Anspruch, gesellschaftliche Themen zusammenzuführen. Wie die Wählerinnen und Wähler in Hanau diese Kombination bewerten, wird sich im Verlauf des Wahlkampfs zeigen. Entscheidend bleiben die Plausibilität seiner Konzepte vor dem Hintergrund der finanziellen Lage der Stadt und der Realisierbarkeit großer Bildungs- und Wirtschaftsvorhaben.