Am frühen Morgen landete ein russisches Regierungsflugzeug des Typs Il-96-300 am Flughafen Köln/Bonn. Nach Angaben von Flugdaten- und Medienauswertungen war die Maschine zuvor am Moskauer Flughafen Wnukowo gestartet und nahm Kurs über die Ostsee, bevor sie deutschen Luftraum erreichte und gegen 9.30 Uhr in der Wahner Heide aufsetzte. Ziel des Sonderflugs war nach Informationen des Auswärtigen Amts die Ausreise von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des russischen Generalkonsulats in Bonn.
Genehmigung und diplomatischer Hintergrund
Ein Sprecher des Auswärtigen Amts bestätigte, dass es eine Genehmigung für einen russischen Sonderflug „im Zusammenhang mit der Ausreise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des russischen Generalkonsulats Bonn“ gebe. Die Bundesregierung hatte zuvor angekündigt, das Konsulat in Bonn als Reaktion auf einen versuchten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig zu schließen. Betroffene Konsulatsangehörige müssen demnach bis Freitag das Land verlassen.
Die Schließung war Teil bilateraler Maßnahmen, nachdem Ermittler erste Hinweise in Richtung Russland registrierten. Russland bestreitet die Verantwortung für den Drohnenversuch in Leipzig. In Reaktion auf die Entscheidung kündigte Russland seinerseits die Schließung des deutschen Generalkonsulats in St. Petersburg an.
Flugverlauf und Rechtslage
Normalerweise dürfen russisch registrierte Flugzeuge aufgrund von Sanktionen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg nicht in die Europäische Union einfliegen. Für diesen Sonderfall lag jedoch eine Erlaubnis deutscher Behörden vor. Der Vierstrahler der russischen Regierungsflugabteilung „Rossija“ umflog auf dem Weg nach Deutschland mehrere Staaten und bog über die Ostsee in Richtung deutscher Luftraum. Aus Flugdaten geht hervor, dass die Maschine nahe der Insel Rügen in die Bundesrepublik einflog.
- Start: Moskauer Flughafen Wnukowo, früher Morgen
- Einflug in deutschen Luftraum: über die Ostsee nahe Rügen
- Landung: Flughafen Köln/Bonn (Wahner Heide), etwa 9.30 Uhr
- Zweck: Rücktransport von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Generalkonsulats Bonn
Konsequenzen für Bonn
Die Schließung des Generalkonsulats betrifft Bonn unmittelbar: Das Haus, das seit Jahrzehnten diplomatische und konsularische Aufgaben in der Region wahrnimmt, wird bis zum angekündigten Fristende geräumt. Für lokale Dienstleister, Beschäftigte und Besucher bedeutet dies kurzfristige Umstellungen. Konkrete Auswirkungen auf konsularische Dienstleistungen, etwa Unterlagen oder Termine für deutsche Bürgerinnen und Bürger in Bonn, nannte die Bundesregierung bislang nicht. Für Fragen sollen Betroffene die offiziellen Kanäle des Auswärtigen Amts nutzen.
| Datum / Zeit | Ereignis |
|---|---|
| Früher Morgen | Start der Il-96 in Moskau-Wnukowo |
| Gegen 8.30 Uhr | Einflug über Ostsee nahe Rügen |
| Etwa 9.30 Uhr | Landung Flughafen Köln/Bonn |
„Es gebe eine Genehmigung für einen russischen Sonderflug im Zusammenhang mit der Ausreise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des russischen Generalkonsulats Bonn“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts.
Nach Medienberichten soll die Il-96 noch am selben Tag zurück nach Moskau fliegen. Offizielle Bestätigungen zu Passagierzahlen oder weiteren Details zur Rückreise liegen bislang nicht vor.
Für Bonn stellt die Episode einen weiteren Schritt in einem sich verschärfenden bilateralen Konflikt dar, der nicht nur abstrakte Außenpolitik bleibt, sondern hier vor Ort Auswirkungen zeigt: Ein Konsulat, das als Anlaufstelle für Menschen und Institutionen diente, wird geschlossen, Mitarbeiter müssen in kürzester Frist abreisen, und der Flughafen Köln/Bonn fungierte als logistische Drehscheibe für die Rückführung. Beobachter erwarten, dass sich die diplomatische Situation in den kommenden Tagen weiter konkretisieren wird.
Die zuständigen Behörden in Bonn und beim Flughafen Köln/Bonn konnten kurzfristig keine weiteren Auskünfte zum Ablauf geben; das Auswärtige Amt verwies weiterhin auf die getroffene Genehmigung und die laufenden Absprachen zur Schließung des Konsulats.