Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hat nach Angaben der Gruppe erneut Angriffe in Saudi-Arabien erklärt, darunter auf Ziele in der Hauptstadt Riad sowie auf Anlagen des saudischen Ölkonzerns Aramco in der Hafenstadt Janbu am Roten Meer. Die Huthis gaben an, Dutzende ballistische Raketen und Drohnen abgefeuert zu haben; als Folge seien mehrere größere Brände entstanden.
Angaben der Huthis und saudische Reaktion
Ein Sprecher der Huthi-Miliz erklärte, die Attacken richteten sich gegen „sensible Ziele“ in Riad und gegen Einrichtungen in Janbu. Saudi-arabische Stellen bestätigten Angriffe auf Riad und weitere Orte, machten jedoch zunächst keine konkreten Angaben zu möglichen Schäden.
„sensible Ziele“
Die saudische Militärführung teilte mit, die luftabwehr habe eine in Richtung Riad abgefeuerte Rakete abgefangen und zerstört. Auch Angriffe auf Janbu und weitere Städte seien abgewehrt worden, hieß es von Seiten der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition im Jemen.
Kontext: Eskalation im Jemen-Krieg und Bedeutung der Meerenge
Nach Berichten hatten die Huthis vor rund einer Woche eine rapide Offensive an der Westküste des Jemen durchgeführt und damit die Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandab erlangt. Diese Schifffahrtsstraße am Eingang zum Roten Meer ist für den internationalen Handel und für Ölexporte von hoher Bedeutung. Durch die Einnahme der Meerenge verfügen die Huthis nach Einschätzung von Beobachtern faktisch über weitreichenden Zugriff auf diesen Teil der Wasserstraße.
Die Bedeutung dieser Route ist durch die aktuelle Krise in der Straße von Hormus weiter gestiegen: Saudi-Arabien versucht, einen Teil seiner Exporte nach Asien über das Rote Meer umzuleiten, was die Sicherheit entlang der neuen Routen zusätzlich in den Fokus rückt.
Auswirkungen auf Zivilverkehr und Infrastruktur
Augenzeugen berichteten von einem Brand an einem Treibstofftank am Internationalen Flughafen von Riad, der den Flugverkehr zeitweise unterbrach. Zu einer offiziellen Bestätigung der Ursache des Feuers lagen zunächst keine Angaben vor.
| Ort | Berichtete Wirkung |
|---|---|
| Riad | Abgefangene Rakete, Brände, zeitweise Flugunterbrechung |
| Janbu (Rotes Meer) | Angriffe auf Aramco-Anlagen, Brände |
| Westküste des Jemen / Bab al-Mandab | Kontrolle durch Huthi-Miliz; Zugriff auf Schifffahrtsweg |
Folgen für die Region und internationale Verkehre
Die Übernahme strategischer Küstenabschnitte durch die Huthis und die damit verbundenen Angriffe auf saudische Ziele verschärfen die ohnehin gespannte Sicherheitslage in der Region. Insbesondere die Fähigkeit der Huthi-Miliz, Raketen und Drohnen auf weit entfernte Ziele einzusetzen, stellt eine direkte Bedrohung für kritische Infrastruktur dar.
Für die internationale Schifffahrt und die Energieversorgung kann das verschlechterte Sicherheitsumfeld bedeuten, dass Umleitungen, erhöhte Versicherungskosten und strengere Sicherungsmaßnahmen notwendig werden. Saudi-Arabien als Unterstützer der international anerkannten jemenitischen Regierung ist weiterhin Ziel konfrontativer Angriffe, die sich als Reaktion auf saudische Luftangriffe im Jemen verstehen.
- Direkte Angriffe: Huthis geben Dutzende Raketen und Drohnen als eingesetzt an.
- Saudische Abwehr: Luftabwehr meldet erfolgreiche Abfangaktionen.
- Strategische Lage: Kontrolle über Bab al-Mandab erhöht Risiken für Handel und Ölexporte.
Die Lage bleibt volatil. Offizielle Stellen in Saudi-Arabien veröffentlichten bisher nur begrenzte Details über Schäden und Opfer. Beobachter betonen, dass die Kontrolle wichtiger Meeresengen und die Fähigkeit zur Durchführung grenzüberschreitender Angriffe die Chance auf weitere Eskalationen erhöht und internationale Reaktionen wahrscheinlicher macht.