Mehrere Meldungen innerhalb einer Woche
Die Stadtwerke Cottbus melden eine Zunahme von Fällen mutmaßlichen Haustürbetrugs. Innerhalb von knapp einer Woche gingen dem Unternehmen demnach etwa zehn Meldungen aus der Kundenzentrale ein. Räumlich lässt sich das Geschehen momentan eingrenzen: Betroffen sei vor allem der Postleitzahlbereich 03042, also der Ortsteil Sandow.
Wichtig für Betroffene: Widerrufsfrist beginnt später
Für Kunden, die Opfer der Masche geworden sein könnten, hat der Versorger eine zentrale Information: Nach seinen Angaben kam bisher „bislang niemand zu spät“ mit einem Widerruf. Entscheidend ist der Beginn der gesetzlichen Widerrufsfrist: Sie läuft demnach erst ab dem Zeitpunkt, an dem der neue Anbieter die Vertragsbestätigung mit allen Vertragsdaten zugeschickt hat – nicht bereits ab der Unterschrift an der Haustür. Die Stadtwerke erklären, dass sie Kunden beim Widerruf unterstützen und, nach Bestätigung durch den neuen Versorger, die Kündigung zurücknehmen können.
So erkennen Sie echte Mitarbeiter
Die Stadtwerke geben drei Merkmale an, an denen Verbraucher echte Mitarbeitende erkennen können. Diese Hinweise sollen helfen, falsche Vertreter zu entlarven und ungewollte Vertragsabschlüsse zu vermeiden:
- Dienstausweis: Mitarbeitende der Stadtwerke weisen sich mit einem gültigen Ausweis der SWC oder der EVC aus.
- Kein Interesse an Vertragsdaten: Fremddienstleister, die beispielsweise Zählerwechsel vornehmen, fragen nicht nach Vertragsinhalten oder der letzten Abrechnung.
- Keine unangekündigten Besuche: Mitarbeiter der Stadtwerke kommen nicht ohne vorherige Ankündigung, wenn es um Strom- oder Erdgasverträge geht.
„Bislang kam niemand zu spät.“
Unterschiede zu früheren Aktionen
Bereits im März hatten die Stadtwerke vor ähnlichen Vorgehensweisen gewarnt. Damals und jetzt handelt es sich laut Angaben der SWC um unterschiedliche Maschen, mit denen Anbieter oder Vertreter versuchen, Kunden zu Vertragswechseln zu bewegen oder an daten zu gelangen. Die jüngsten Fälle zeigen, dass die Betrüger offenbar weiter aktiv sind und gezielt bestimmte Wohngebiete ansteuern.
Was Betroffene tun sollten
Die Stadtwerke empfehlen Betroffenen, sich umgehend an das Kundenzentrum zu wenden, wenn Zweifel an der Seriosität eines Vertreterbesuchs bestehen oder bereits ein Vertrag unterzeichnet wurde. Da die Frist zum Widerruf nach Angaben des Versorgers erst mit der Übersendung der vollständigen Vertragsbestätigung beginnt, können Kunden gegebenenfalls noch reagieren.
| Aspekt | Empfehlung der Stadtwerke |
|---|---|
| Erkennbarkeit | Ausweis verlangen; bei Unsicherheit das Kundenzentrum kontaktieren |
| Vertragsfragen | Fremdleister interessieren sich nicht für Vertragsdaten |
| Besuchsankündigung | Mitarbeiter kommen nicht unangekündigt |
Für Bewohner von Sandow und angrenzenden Vierteln gilt besondere Aufmerksamkeit: Prüfen Sie Identifikation, nehmen Sie sich Zeit und unterschreiben Sie keine Vertragsunterlagen unter Druck. Bei Unsicherheiten empfehlen die Stadtwerke, direkt das Kundenzentrum zu kontaktieren, damit mögliche Vertragswechsel gestoppt oder widerrufen werden können.
Die Stadtwerke betonen, dass bislang keine Fälle bekannt sind, in denen durch verspätetes Handeln irreversible Nachteile entstanden sind. Dennoch rufen sie zu Vorsicht auf und bitten, verdächtige Anrufe oder Besuche zu melden, damit weitere Aufklärung und Unterstützung möglich werden.