Abschied vor dem Bürgerfest: Würdigung im Amphitheater
Im Amphitheater am Schloss Philippsruhe ist der Abschied von Claus Kaminsky als Oberbürgermeister von Hanau vorgefeiert worden. Die Veranstaltung am ersten Septemberwochenende diente nach Angaben der Stadt als offizielle Würdigung des 66-jährigen Kommunalpolitikers, der Ende September in den Ruhestand geht. In der Zeremonie wurde Kaminsky die Ehrenbürgerschaft seiner Heimatstadt verliehen, die höchste kommunale Auszeichnung Hanaus.
Kontinuität und große Projekte
Kaminsky stand insgesamt 31 Jahre im Amt: Zuvor war er fünf Jahre Bürgermeister, anschließend 23 Jahre Oberbürgermeister. Während seiner Amtszeit prägte er nach Ansicht von Rednern das Stadtbild und die Verwaltungsarbeit nachhaltig. Als markante Leistungen wurden in den Ansprachen insbesondere die groß angelegten Umbau- und Wiederaufbauprojekte in der Innenstadt genannt. In der Würdigung wurde der aktuelle Umbau der Innenstadt als ein „zweiter Wiederaufbau“ nach dem Zweiten Weltkrieg bezeichnet, womit die langfristige Bedeutung dieser Vorhaben für das Selbstverständnis Hanaus unterstrichen wurde.
Politische und gesellschaftliche Bedeutung
Der Innenminister des Landes Hessen, Roman Poseck (CDU), der als Vertreter der Landesregierung sprach, stellte Heraushebungen aus Kaminskys Karriere vor und betonte die Bedeutung seines Rückzugs. Er nannte mehrere Wendepunkte, die Kaminskys Amtszeit prägten: die Wiedererlangung der Kreisfreiheit Hanaus, die nunmehrige Selbstständigkeit der Stadt zum Jahresanfang, sowie die Auseinandersetzung mit dem rassistisch motivierten Anschlag vom 19. Februar 2020, bei dem neun Menschen mit Migrationshintergrund getötet wurden.
„Er ist über sich hinausgewachsen“,
so formulierte Poseck seine Einschätzung der Rolle Kaminskys als „Stimme der Stadt“, die in schwierigen Zeiten Orientierung und Zusammenhalt vermittelt habe.
Persönliche Verdienste und Begleiter
In der Laudatio erinnerte Martin Bieberle, langjähriger Mitarbeiter und enger Vertrauter Kaminskys, an die Zusammenarbeit über Jahrzehnte. Bieberle, der Kaminsky als „Schatten“ bezeichnete, hob die persönliche Verbundenheit und die gemeinsame Verwaltungsarbeit hervor. Die Ehrung im Amphitheater fand zugleich am Rande des großen Hanauer Bürgerfests statt, sodass zahlreiche Bürgerinnen und Bürger der Veranstaltung beiwohnen konnten.
- Ehrung: Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Hanau
- Dauer im Amt: 31 Jahre kommunale Verantwortung (5 Jahre Bürgermeister, 23 Jahre Oberbürgermeister)
- Signalwirkung: Betonung von Wiederaufbau, Kreisfreiheit und Aufarbeitung des Anschlags vom 19. Februar 2020
Kontext und Ausblick
Die Auszeichnung und die öffentliche Verabschiedung markieren den Beginn eines Übergangsprozesses in der Stadtführung. Obwohl Kaminsky noch einige Diensttage hat, wurde mit der Festveranstaltung bereits der symbolische Übergang zum Ruhestand eingeläutet. Die Ehrung zum Ehrenbürger setzt ein deutliches Zeichen der Stadt, die Leistungen Kaminskys institutionell anzuerkennen. Zugleich erinnert die Veranstaltung daran, dass die anstehenden politischen und städtebaulichen Entscheidungen künftig neue personelle und inhaltliche Verantwortungen erfordern.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Alter | 66 Jahre |
| Amtszeit insgesamt | 31 Jahre |
| Oberbürgermeister | 23 Jahre |
| Veranstaltungsort | Amphitheater am Schloss Philippsruhe |
Mit Blick auf die Zukunft Hanaus, so die teilnehmenden Redner, bleibe die Aufgabe, die begonnenen Projekte zu begleiten und den gesellschaftlichen Zusammenhalt weiter zu stärken. Die Ehrung Kaminskys ist zugleich Erinnerung an die Herausforderungen, die die Stadt in jüngerer Zeit durchlebt hat, und an die Rolle der kommunalen Führung bei deren Bewältigung.