In Hamburg hat der Bau eines Wasserstoff-Anlagenparks auf dem Gelände des früheren Kraftwerks Moorburg begonnen. Der städtische Netzbetreiber Hamburger Energienetze errichtet dort eine Gasdruckregelanlage, eine Verdichterstation und eine Einspeiseanlage. Das Unternehmen bezeichnet die Anlage als „H2‑Connector“ und sieht sie als zentrale Infrastruktur für die Einspeisung und den Transport von Wasserstoff in die Industrie rund um den Hafen.
Funktion des Anlagenparks und Anschluss an HH‑Win
Der H2‑Connector wird nach Angaben des Netzbetreibers als Schnittstelle zwischen Erzeugung, Fernleitungsnetz und industriellem Verbrauch dienen. Bereits seit Dezember des vergangenen Jahres wird auf dem Gelände ein 100‑Megawatt‑Elektrolyseur gebaut. Mit dessen Strom wird Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten; der erzeugte Wasserstoff soll in das im Bau befindliche Industrienetz HH‑Win eingespeist werden.
„Der H2‑Connector wird eine grüne Schaltstelle für Wasserstoff, das bundesweite Netz und unsere Fabriken und Industrie im Hafen“,
so Hamburgs Energiesenatorin Katharina Fegebank (Grüne).
Die einzelnen Komponenten haben klar definierte Aufgaben: Die Gasdruckregelanlage ist für den Import gasförmigen Wasserstoffs aus dem Fernleitungsnetz vorgesehen und reduziert den Druck; die Verdichterstation dient dem Export und erhöht den Druck, die Einspeiseanlage bringt den vom Elektrolyseur erzeugten Wasserstoff kontrolliert in das Netzwerk.
- Standort: Ehemaliges Kraftwerk Moorburg, Hamburger Südwesten
- Wichtige Bauteile: Gasdruckregelanlage, Verdichterstation, Einspeiseanlage
- Erzeugung: 100‑Megawatt‑Elektrolyseur (im Bau seit Dezember)
- Ziel: Versorgung von Industriearealen über das HH‑Win‑Netz
- Geplanter Start: Herbst 2027 (Inbetriebnahme des Netzes)
Bedeutung für Hafen und Industrie
Das Projekt reiht sich in die zunehmenden Bemühungen ein, die industrielle Energieversorgung klimafreundlicher zu gestalten. Die geplante Einspeisung in HH‑Win soll ab Herbst 2027 Industrieareale rund um den Hafen mit Wasserstoff versorgen. Damit würden Unternehmen vor Ort Zugriff auf ein rohstoffliches Energieträgerangebot erhalten, das für Prozesse mit hohem Wärmebedarf oder als chemischer Grundstoff relevant ist.
Für Hamburg als Hafenstandort hat der Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur mehrere Facetten: Er stärkt die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Betriebe durch neue Versorgungspfade, bietet Potenzial für Logistik‑ und Dienstleistungsdienstleistungen rund um den Wasserstoffumschlag und kann langfristig zur Dekarbonisierung industrieller Prozesse beitragen. Gleichzeitig bedeuten solche Großprojekte Investitionen in Technik, Netzanschlüsse und Sicherheitsinfrastruktur.
| Komponente | Aufgabe |
|---|---|
| Gasdruckregelanlage | Reduktion des Drucks beim Import aus dem Fernleitungsnetz |
| Verdichterstation | Erhöhung des Drucks für den Export in andere Netze |
| Einspeiseanlage | Kontrollierte Einspeisung des vom Elektrolyseur erzeugten Wasserstoffs |
| Elektrolyseur (100 MW) | Erzeugung von grünem Wasserstoff durch Wasserelektrolyse |
Ausblick und offene Fragen
Die geplante Inbetriebnahme des Netzes im Herbst 2027 markiert einen wichtigen Meilenstein. Für Anwohnerinnen und Anwohner wie auch die kommunalpolitische Debatte bleiben Fragen zu Sicherheit, Lärm, Verkehrsbewegungen durch Baustellen sowie zu möglichen wirtschaftlichen Effekten offen. Der Netzbetreiber hat den Bau angekündigt; Details zu Bauzeiten, Beschäftigungszahlen vor Ort oder zu möglichen Verkehrsmaßnahmen während der Bauphase wurden in der Mitteilung nicht genannt.
Langfristig wird sich zeigen, in welchem Umfang das HH‑Win‑Netz und der H2‑Connector zur regionalen Energiewende beitragen können. Klar ist, dass Hamburg mit dem Projekt seine Infrastruktur für alternative Energieträger ausbaut und den Hafenstandort für eine potenziell wachsende Wasserstoffwirtschaft positioniert.