Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad haben am Wochenende in Bayern mehrere Wald- und Wiesenbrände Feuerwehren an ihre Belastungsgrenzen gebracht. Der bislang größte Einsatz ereignete sich im unterfränkischen Waldaschaff, wo sich die Flammen auf rund 30 Hektar ausbreiteten. Nach Angaben der Einsatzleitung waren seit Beginn des Brandes mehr als 800 Einsatzkräfte an den Löscharbeiten beteiligt.
Verletzte, Evakuierungen und nächtliche Nachlöscharbeiten
Die Einsatzkräfte berichteten von teils schwer zugänglichem Gelände und kräftigem Wind, was die Löscharbeiten erschwerte. Bei dem Feuer wurden nach Polizei- und Feuerwehrangaben fünf Feuerwehrleute sowie eine Passantin verletzt. Um ein Übergreifen der Flammen auf Wohnbereiche zu verhindern, wurden mehrere Häuser vorsorglich geräumt; rund 80 Menschen fanden vorübergehend in einer Sporthalle Unterschlupf.
"Die Löschmaßnahmen zeigten am Abend Wirkung, sodass sich das Feuer in der Nacht nicht mehr ausbreitete."
Während der Nacht waren rund 200 Einsatzkräfte mit Nachlöscharbeiten beschäftigt, um tieferliegende Glutnester zu suchen und zu löschen. Dafür musste an vielen Stellen der Waldboden mit speziellen Werkzeugen geöffnet werden, um Glutnester vollständig abzulöschen.
Technische Unterstützung und Hilfe aus der Landwirtschaft
Zur Unterstützung der Bodenkräfte setzten die Einsatzleitungen zwei Hubschrauber ein, die gezielt Löschwasser abwarfen. Zudem unterstützten Landwirtinnen und Landwirte die Feuerwehren mit Wassertransporten.
- Fläche: rund 30 Hektar
- Verletzte: 5 Feuerwehrleute, 1 Passantin
- Einsatzkräfte gesamt: mehr als 800
- Nachtdienst: rund 200 Kräfte für Nachlöscharbeiten
- Evakuierte: rund 80 Personen in einer Sporthalle
Die Kombination aus hoher Temperatur, teils starkem Wind und schwer zugänglichem Gelände stellte die Einsatzkräfte vor große körperliche Herausforderungen. Die Feuerwehr warnte vor weiter bestehen- den Glutnestern, die unter Humus- und Laubschichten noch lange Zeit wieder aufflammen können.
Folgen und laufende Maßnahmen
Nachdem die unmittelbare Gefahr für die Wohnbebauung gebannt erschien, konnten die Bewohnerinnen und Bewohner die Sporthalle wieder verlassen und in ihre Häuser zurückkehren. Die Feuerwehr betonte allerdings, dass das Gebiet weiterhin als Brandstelle betrachtet werde und ein Betretungsverbot gelten könne, solange Nachlöscharbeiten andauerten und Glutnester nicht vollständig beseitigt seien.
Um ein erneutes Aufflammen zu verhindern, setzen die Einsatzkräfte auf eine Kombination aus Luftunterstützung, Bodenlöschungen und systematischem Aufspüren von Glutnestern. Die Arbeiten erfordern laut Sprecher intensive Handarbeit und spezielle Werkzeuge, weil tieferliegende Glut oft nur durch mechanisches Auflockern des Bodens erreicht werden könne.
Appell an die Bevölkerung
Angesichts der anhaltenden Hitzeperiode und des erhöhten Waldbrandrisikos mahnten Feuerwehr und Behörden zu besonderer Vorsicht. Offenes Feuer, Grillen in Wäldern, das Wegwerfen glimmender Zigaretten sowie ungeeignete Fahrzeuge auf trockenen Flächen können Brände auslösen und die Lage schnell verschärfen.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Betroffene Fläche | rund 30 Hektar |
| Einsatzkräfte | mehr als 800 (davon 200 nachts) |
| Evakuierte | rund 80 Personen |
| Verletzte | 5 Feuerwehrleute, 1 Passantin |
Für die kommenden Tage bleibt die Lage laut Einsatzkräften angespannt, solange die Hitze- und Trockenperiode anhält. Die Behörden rufen dazu auf, Warnhinweise und mögliche Betretungsverbote ernst zu nehmen und sich bei Beobachtungen von Rauch oder Feuer unverzüglich an die Feuerwehr zu wenden.
Die Brandursache war zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch Gegenstand von Untersuchungen; dazu machten die Behörden vor Ort keine näheren Angaben.
Korbinian Huber, Korrespondent Bayern