Ein großflächiger Waldbrand bei Hürtgenwald in der Eifel bedroht weiter Ortschaften und hat bereits umfangreiche Evakuierungen ausgelöst. Nach Angaben der Landesregierung und des Kreises Düren stehen mehrere hundert Hektar Wald in Flammen; die Gefahr für Wohngebiete bleibt akut.
Ausmaß und Evakuierungen
Die Behörden gehen von einer betroffenen Mindestfläche von 200 Hektar aus; es könne bereits deutlich mehr sein und „möglicherweise kratzen wir hier an der 300“-Hektar-Marke, sagte NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) bei einem Besuch der Einsatzkräfte. Aufgrund der Lage mussten Teile der Gemeinde Hürtgenwald geräumt werden. Betroffen ist insbesondere der Ortsteil Gey: Rund 1.800 Bewohner verließen nach Angaben einer Kreis-Sprecherin ihre Häuser und Wohnungen.
„Wir haben hier in Hürtgenwald mit einem Ausmaß zu tun, mit dem wir so nichts zu tun hatten in Jahrzehnten. Das ist einfach eine andere Hausnummer.“
Nähe zum Ort und Einsatzlage
Der Kreis Düren meldete, dass sich die Flammen im Laufe des Vormittags den Siedlungsbereichen näherten; laut Kreissprecherin waren die Feuerfronten nur noch etwa 150 bis 200 Meter vom Ortsteil Gey entfernt. Landrat Ralf Nolten (CDU) wies darauf hin, dass entscheidend sei, ob das Feuer in die Baumkronen übergreife. Solange dies nicht geschehe, würden Boden-Löschzüge versuchen, durch gezielte Einsätze einen nassen Schutzriegel vor den Siedlungen zu halten.
Reaktionen und Eindrücke
Ministerin Gorißen beschrieb die Situation bei ihrer Anreise als eindringlich: Aus weiter Entfernung habe sie bereits dichte Rauchsäulen gesehen. Die Bilder, so die Ministerin, wirkten „apokalyptisch“ und seien ein „sehr trauriges Bild, den Wald brennen zu sehen.“ Sie zeigte sich zugleich beeindruckt von der Hilfsbereitschaft der Menschen vor Ort.
Maßnahmen vor Ort
Vor Ort sind Feuerwehren und weitere Einsatzkräfte mit Löschzügen im Einsatz. Die Warn-App Nina hatte die höchste Warnstufe „Extreme Gefahr“ ausgegeben. Nach bisherigen Angaben versuchen Einsatzkräfte, die Ausbreitung des Feuers entlang des Bodens zu stoppen und ein Übergreifen in die Baumkronen zu verhindern.
- Evakuierung des Ortsteils Gey: ca. 1.800 Personen
- Betroffene Fläche: geschätzt mindestens 200, möglicherweise bis zu 300 Hektar
- Abstand zu Wohnbebauung: rund 150–200 Meter laut Kreisangaben
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Evakuierte | 1.800 |
| Geschätzte Mindestfläche | 200 Hektar |
| Mögliche Fläche | bis zu 300 Hektar |
| Entfernung zu Gey | ca. 150–200 m |
Die Situation bleibt dynamisch. Solange das Feuer nicht in die Baumkronen übergreift, beurteilen Einsatzkräfte die unmittelbare Gefahr für die Siedlungen als beherrschbar; ein Ausbreiten der Flammen in die Kronen würde die Lage jedoch deutlich verschärfen und neue Herausforderungen an Luft- und Boden-Löschkräfte stellen.
Für die kommenden Stunden sind weiterhin erhöhter Einsatz und Beobachtung angekündigt. Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, die Anweisungen der Behörden zu beachten und Warnmeldungen wie die der App Nina ernst zu nehmen. Die Landesregierung und der Kreis Düren beobachten die Lage eng und unterstützen die Einsatzkräfte vor Ort.
Ein Hoffnungsschimmer bleibt die Umsicht der Einsatzkräfte und die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung — beides Faktoren, die in solchen Stunden oft den entscheidenden Unterschied machen.