Die Diakonie Saarland will mit einer einfachen, haptischen Geste der Einsamkeit begegnen: Kleine Steinherzen, versehen mit einer Hilfsadresse, sollen im ganzen Bundesland verteilt werden. Die Initiative „Schenk ein Herz“ wurde von der Diakonie gemeinsam mit Sozialpädagoge und Coach Markus Ternes sowie Diakonin Christiane Poersch entwickelt und jüngst mit dem Nachhaltigkeitspreis der Sparkassen-Finanzgruppe ausgezeichnet.
Konzept: ein Stein, eine Botschaft, ein Kontakt
Die Idee beruht auf einer niederschwelligen Ansprache: Wer einen Stein findet, soll spüren, dass jemand an ihn gedacht hat und zugleich die Möglichkeit haben, Kontakt aufzunehmen. Auf den Steinen ist eine kurze Hilfsadresse aufgebracht. Als direkte Anlaufstelle fungiert die E-Mail-Adresse offeneohren@dwsaar.de. Die Diakonin, die diese Adresse betreut, garantiert laut Projektinformation eine persönliche Antwort innerhalb von 48 Stunden.
„Das Herz baut die Brücke“, sagte Markus Ternes über die symbolische Kraft der kleinen Steinherzen.
Praktische Umsetzung und erste Schritte
Zur Umsetzung wurden zunächst finanzielle Mittel aus dem Preisgeld verwendet: Mit den 500 Euro des Preises sind erste Steine in Produktion gegangen. Aktuell sind laut Projektangaben 100 Stück in Herstellung. Sie sollen von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden, von Klientinnen und Klienten sowie von Bekannten verteilt, gefunden, behalten oder weitergegeben werden.
- Die Steine sollen bewusst physisch und „nicht digital“ erlebbar sein.
- Verteilt werden sie in unterschiedlichen Lebensumfeldern, um ein breites Publikum zu erreichen.
- Gefundene Personen sollen ermutigt werden, die angegebene Kontaktmöglichkeit zu nutzen.
Warum eine analoge Geste derzeit Sinn macht
Projektinitiator Ternes betont die symbolische Kraft von Gegenständen, die haptisch erfahrbar sind. In einer zunehmend digitalisierten Welt gewännen solche Erfahrungen an Bedeutung, weil sie unmittelbar und persönlich wirken können. Die Idee war nach eigenen Angaben aus dem Eindruck entstanden, nach einem Gespräch von einem akuten Hilfsbedarf handeln zu müssen.
Wer ist Ansprechpartnerin?
Als feste Ansprechpartnerin steht Diakonin Christiane Poersch hinter der Adresse offeneohren@dwsaar.de. Sie erklärte dem Projektteam, dass es ihr bei dem Angebot um eine direkte, wertschätzende Geste gehe, die ohne große Worte auskomme. Die persönliche Antwort innerhalb von 48 Stunden ist Teil des Konzepts, um Niedrigschwelligkeit mit Verlässlichkeit zu verbinden.
Erwartungen und Grenzen des Projekts
Die Initiative setzt nicht auf klassische Beratungsstrukturen mit langfristiger Begleitung, sondern auf eine erste Kontaktaufnahme und eine niederschwellige Ansprache. Das Projektteam plant, die Verteilung und die Resonanz zu beobachten, um anschließend weitere Schritte zu planen. Entscheidungen über eine Ausweitung oder zusätzliche Angebote sollen auf Basis erster Erfahrungen getroffen werden.
Was die Initiative für das Saarland bringt
„Schenk ein Herz“ zielt auf eine lokale Stärkung des Zusammenhalts. Durch die Einbindung von Haupt- und Ehrenamtlichen eröffnet das Projekt zudem Beteiligungsmöglichkeiten vor Ort. Gerade für Menschen, die soziale Kontakte nur schwer herstellen, kann eine solche Geste eine Tür öffnen – sei es, indem sie Mut zur Kontaktaufnahme gibt oder einfach Nähe signalisiert.
| Element | Information |
|---|---|
| Projektname | „Schenk ein Herz“ |
| Auszeichnung | Nachhaltigkeitspreis der Sparkassen-Finanzgruppe |
| Erstproduktion | 100 Steine (gefördert mit 500 € Preisgeld) |
| Kontakt | offeneohren@dwsaar.de |
| Antwortzeit | 48 Stunden (persönliche Rückmeldung) |
Wie Interessierte mitmachen können
Die Diakonie ruft dazu auf, das Projekt lokal zu unterstützen: Mitarbeitende und Ehrenamtliche können Steine verteilen oder beim Bekanntmachen des Angebots helfen. Konkrete Mitmach- oder Verteilformen sollen bei Bedarf gemeinsam mit den örtlichen Einrichtungen abgestimmt werden. Wer einen Stein findet, kann ihn behalten, weitergeben oder die angegebene Adresse kontaktieren.
Das Projekt gehört zu einer Reihe von Initiativen im Saarland, die auf kreative, niedrigschwellige Weise dem Thema Einsamkeit begegnen. Es bleibt abzuwarten, wie die Resonanz in den kommenden Wochen ausfällt und ob das Modell auf weitere Orte ausgeweitet wird.
Von der WE NEWS-Redaktion Saarland