Gesellschaft Völklingen Saarland (SL)

Völklingen: 20 Jahre Tafel – Dankbarkeit und zugleich ein wachsender Hilfebedarf

Die Völklinger Tafel hat ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert. Trotz Dankbarkeit für Ehrenamtliche und Spender macht die steigende Nachfrage mit aktuell rund 700 Nutzern und einer Warteliste von 20 bis 30 Menschen die Arbeit der Einrichtung schwieriger.

Völklingen: 20 Jahre Tafel – Dankbarkeit und zugleich ein wachsender Hilfebedarf
©Illustration KI Nadine Klein / we-news.com

Völklingen. Die Völklinger Tafel hat am Donnerstag ihr 20-jähriges Bestehen begangen – begleitet von Dank, aber auch von nachdenklichen Tönen. Bei Gottesdienst, Reden und einem gemeinsamen Essensbüffet zeigte sich die Ambivalenz des Jubiläums: Freude über das Geleistete einerseits, Sorge über die gestiegene Nachfrage andererseits.

Ein Angebot mit wachsender Bedeutung

Seit ihrer Abspaltung von der Tafel in Saarbrücken vor zwei Jahrzehnten versorgt die Völklinger Einrichtung Menschen mit Lebensmitteln. Aktuell nutzen nach Angaben der Diakonie rund 700 Personen das Angebot. Dabei ist ein Viertel dieser Nutzer Kinder. Trotz dieses Umfangs gebe es weiterhin eine Warteliste, berichtete die stellvertretende Abteilungsleiterin der Fachabteilung Offene Soziale Arbeit (OSA) bei der Diakonie Saar, Claudia Rebmann.

„Am besten wäre es natürlich, wenn man die Tafel gar nicht benötigen würde.“

Rebmann machte deutlich, dass der Wunsch, die Tafel überflüssig zu machen, mit der Realität kollidiere: In den vergangenen Jahren habe der Bedarf zugenommen. Anlass hierfür seien unter anderem Fluchtbewegungen aus Syrien und der Ukraine sowie die Folgen der Coronapandemie, die die Arbeit der Tafel stark beansprucht hätten.

Organisation und Beschränkungen

Die Kunden der Völklinger Tafel sind in sechs Gruppen eingeteilt; jede Gruppe kann nur alle drei Wochen Lebensmittel abholen. Dieses System soll die Verteilung organisieren und die begrenzten Ressourcen steuern. Dennoch stehen laut Diakonie derzeit noch 20 bis 30 Menschen auf der Warteliste.

  • Aktuelle Nutzerzahl: etwa 700 Personen
  • Anteil Kinder: rund 25 Prozent
  • Warteliste: 20–30 Personen
  • Abholrhythmus: jede Gruppe alle drei Wochen

Da die Tafel im Haus der Diakonie untergebracht ist, bestehen unmittelbare Verknüpfungen zu weiteren Beratungsangeboten. Diese Nähe ermögliche eine niedrigschwellige Vermittlung von Hilfen, berichtete Rebmann: Menschen kämen nicht nur wegen Lebensmittelspenden, sondern häufig auch, um Beratung und Unterstützung in anderen Lebensbereichen zu erhalten.

Freiwillige, Spender und lokale Unterstützung

Die Diakonie betonte den hohen Einsatz der Ehrenamtlichen und die Bedeutung der Lebensmittelspender für das Fortbestehen der Tafelarbeit. Ohne diese Unterstützung wäre das Angebot nicht aufrechtzuerhalten. Zugleich unterstrich die stellvertretende Abteilungsleiterin die doppelte Stimmungslage: Dankbarkeit für das Engagement einerseits, der Wunsch nach strukturellen Lösungen gegen Armut andererseits.

Aspekt Angabe
Gesamtzahl Nutzer ca. 700
Kinderanteil 25 %
Warteliste 20–30 Personen
Ausgabeintervall jeweils alle drei Wochen pro Gruppe

Die Veranstaltung zum Jubiläum bot neben festlichen Elementen auch Raum für Gespräche über die Zukunft: Wie lässt sich die Hilfe für Bedürftige dauerhaft sicherstellen? Welche zusätzlichen Beratungs- und Unterstützungsangebote sind erforderlich? Konkrete Lösungen wurden bei der Feier nicht angekündigt; die Diskussion um dauerhafte Entlastung der Tafel bleibt offen.

Lokale Bedeutung bleibt hoch

Für Völklingen bleibt die Tafel ein wichtiger Anker in der sozialen Landschaft. Dass ein Viertel der Nutzer Kinder sind, zeigt die besondere Dringlichkeit, an Prävention und langfristige Hilfe zu denken. Die Diakonie verweist auf die Notwendigkeit weiterer Unterstützung – sowohl durch Ehrenamtliche als auch durch konstante Spenden.

Die 20-Jahr-Feier war deshalb weniger selbstbezogenes Feiern als ein Blick auf die Realität: Dankbarkeit für das bislang Geleistete, verbunden mit der klaren Erkenntnis, dass die Hilfsangebote in der Stadt weiterhin gefragt sind.

Nadine Klein
Nadine KI Korrespondentin Saarland online

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