Hintergrund und Forderung
In Delmenhorst regt sich seit längerem Widerstand gegen den Zustand der Brücke über die Graft, die den äußeren Graftring mit der Binnengraft verbindet. Der 69-jährige Behindertenbeirats-Mitstreiter Artur Diegel bringt das Thema seit rund zehn Jahren immer wieder ein. Sein vordringliches Anliegen: Die neue Überführung muss barrierefrei werden, damit sie von älteren Menschen mit Rollator, Rollstuhlfahrern und Eltern mit Kinderwagen genutzt werden kann.
Warum die Dringlichkeit wächst
Die bestehende Holzbrücke gilt als marode; die Tragkonstruktion beschreibt die Verwaltung als brüchig. Behörden haben ihr eine Reststandzeit von nur noch wenigen Jahren attestiert. Der jetzige Bau ist nur über jeweils drei Treppenstufen an beiden Seiten zugänglich, was zahlreiche Nutzergruppen ausschließt.
Konkrete Vorstellungen für den Neubau
Diegel und andere Befürworter plädieren für eine geschwungene, stufenlose Brücke mit einer direkten Rampe von zehn Metern Länge, die den Höhenunterschied ausgleicht und barrierefreien Zugang ermöglicht. In seinen öffentlichen Äußerungen stellt Diegel die Frage:
„Welche andere Stadt verfügt über so ein attraktives, fußläufig erreichbares Naherholungsgebiet?“
Sein Argument: Die Graft sei ein wichtiger Erholungsraum in der Stadtmitte, der für breite Bevölkerungsgruppen zugänglich bleiben müsse.
Politischer und verwaltungsseitiger Stand
Obwohl das Projekt über Jahre diskutiert wird, kommt die Umsetzung nur schleppend voran. Diegel bewirbt sich deshalb um eine dritte Amtszeit im Behindertenbeirat, um weiter am Prozess beteiligt zu sein; die Wahlen sind für den 9. September angesetzt. Die Wahlordnung verlangt, dass Kandidatinnen und Kandidaten am Wahltag mindestens 16 Jahre alt sind, seit drei Monaten ihren ersten Wohnsitz in Delmenhorst haben und eine amtlich anerkannte Behinderung nachweisen können.
| Aspekt | Aktueller Stand |
|---|---|
| Brückenzustand | Marode, Tragkonstruktion brüchig |
| Reststandzeit | Nur noch wenige Jahre |
| Wünschbare Lösung | Geschwungene, stufenlose Brücke mit 10‑m‑Rampe |
| Wahl Behindertenbeirat | 9. September |
Folgen für Anwohner und Nutzer
Eine neue, barrierefreie Brücke würde den Zugang zum Naherholungsgebiet Graft deutlich verbessern und ältere Menschen sowie Familien stärker einbinden. Bei anhaltender Verzögerung besteht das Risiko, dass die jetzige Verbindung früher gesperrt werden muss als geplant, was Wege verlängern und Nutzergruppen ausschließen würde.
- Betroffene Gruppen: Senioren, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Eltern mit Kinderwagen
- Gefahren: Sperrung der maroden Brücke bei weiterem Verfall
- Chancen: Attraktivere, inklusivere Naherholung durch barrierefreie Lösung
Die Diskussion um die Graftbrücke zeigt, wie infrastrukturelle Entscheidungen vor Ort viele Bereiche zugleich berühren: Mobilität, Freizeitnutzung und soziale Teilhabe. Solange Planung und Finanzierung nicht gesichert sind, bleibt jedoch offen, wann eine sichere und für alle nutzbare Querung realisiert wird.
Berichtigt und bestätigt werden die nächsten Schritte voraussichtlich nach den Wahlen zum Behindertenbeirat und weiteren Beratungen in den zuständigen Gremien. Die Stellungnahme der Stadtverwaltung zu Zeitplan und Finanzierung steht derzeit noch aus.