Die Deutsche Bahn hat ihre Planung für die bevorstehende Generalsanierung der Strecke zwischen Lehrte und Berlin bestätigt, zugleich aber angekündigt, den bisherigen Umleitungsfahrplan zu überarbeiten. Grund sind Verzögerungen bei der Elektrifizierung der parallel verlaufenden Lehrter Stammbahn, die nach heutiger Einschätzung erst Ende 2027 fertiggestellt sein wird.
Ursprünglicher Plan und die neue Ausgangslage
Ursprünglich sollte die Stammbahn schon in diesem Jahr elektrifiziert sein. Dann hätten Züge während der kommenden Generalsanierung und der damit verbundenen Streckensperrung zwischen Lehrte und Berlin zumindest in eine Richtung über diese Strecke geleitet werden können. Diese Möglichkeit fällt nun weg. Die Bahn kündigte an, in den nächsten Wochen gemeinsam mit der Branche und den betroffenen Regionen ein neues Verkehrskonzept zu entwickeln.
Welche Maßnahmen erwogen werden
Als mögliche Konsequenz nannte das Unternehmen, geplante Sperrungen auf anderen Streckenabschnitten zu verkürzen oder zeitlich zu verschieben. Dabei werde insbesondere über Maßnahmen in den Abschnitten zwischen Halle und Eichenberg sowie zwischen Bebra und Fulda nachgedacht.
„insbesondere zwischen Halle und Eichenberg sowie zwischen Bebra und Fulda“
Für den bereits terminierten ersten Bauabschnitt der Generalsanierung zwischen Lehrte und Berlin, der in diesem Jahr vom 2. Oktober bis 12. Dezember stattfinden soll, ändert sich nach Bahnangaben nichts. Das veröffentlichte Verkehrskonzept für Reisende im Regional- und Fernverkehr bleibe unverändert.
Was Pendler und Reisende jetzt wissen müssen
Die Deutsche Bahn hat betont, dass kurzfristig keine Änderungen für die anstehende Bauphase im Herbst und Winter dieses Jahres geplant sind. Gleichwohl dürften die genannten Verschiebungen und eine Neuausrichtung des Umleitungsverkehrs Auswirkungen auf Fern- und Regionalverbindungen im kommenden Jahr haben. Details zu Ersatzverbindungen, Fahrtzeiten oder Ersatzverkehren sollen im Zuge der neuen Konzeptentwicklung folgen.
- Feststehend: Erster Bauabschnitt 2. Oktober bis 12. Dezember bleibt unverändert.
- Unklar: Umleitungsrouten für 2027/2028 werden neu geplant.
- Begründung: Elektrifizierungsarbeiten an der Lehrter Stammbahn verzögern sich bis Ende 2027.
Großes Programm: Sanierung vieler Korridore
Die Generalsanierungen sind Teil eines großen Programms der Deutschen Bahn: Bis Mitte der 2030er Jahre sollen mehr als 40 stark ausgelastete Streckenkorridore umfassend saniert werden. Das Ziel ist, die Zuverlässigkeit des Netzes zu verbessern. Allerdings haben Verzögerungen und Probleme bei zwei zuletzt durchgeführten Projekten die Bahnführung veranlasst, das Konzept kritisch zu prüfen und Zeitpläne anzupassen. Bahnchefin Evelyn Palla kündigte bereits eine Überprüfung des Vorgehens an.
Regionale Folgen und Koordination
Weil viele Regional- und Fernverkehrsverbindungen in der Praxis auf wenige Ausweichstrecken angewiesen sind, haben Verzögerungen bei Infrastrukturprojekten wie der Elektrifizierung direkte Folgen für den Fahrplan. Die Bahn will deshalb in Abstimmung mit der Branche und den betroffenen Ländern und Regionen alternative Lösungen entwickeln. Dazu zählen neben zeitlichen Verschiebungen von Sperrungen auch kürzere Bauphasen auf anderen Streckenabschnitten.
| Faktor | Stand |
|---|---|
| Elektrifizierung Lehrter Stammbahn | Fertigstellung Ende 2027 |
| Erster Bauabschnitt Lehrte–Berlin | 2.10.–12.12. dieses Jahres (bestätigt) |
| Geplante Gesamtmaßnahme | Mehr als 40 Korridore bis Mitte der 2030er Jahre |
Ausblick
Reisende und Pendler müssen sich darauf einstellen, dass der Fahrplan für 2027/2028 noch Änderungen erfahren wird. Konkrete Alternativrouten, Ausgleichsangebote oder Fahrplananpassungen will die Deutsche Bahn in den kommenden Wochen gemeinsam mit Verkehrsunternehmen und regionalen Partnern erarbeiten. Bis dahin bleibt der bestätigte Bauzeitraum für den Herbst dieses Jahres bestehen.
Ich bleibe dran und berichte weiter, sobald die Deutsche Bahn Details zum neuen Verkehrskonzept vorlegt.