In Sachsen ist die Zahl der tödlichen Unfälle beim Baden in diesem Jahr deutlich angestiegen. Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ertranken bis zum 15. September 19 Menschen in Gewässern des Freistaates – damit liegt die Zahl mehr als doppelt so hoch wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Seen als Hauptschauplatz, Sommermonate besonders betroffen
Die meisten Unglücke ereigneten sich demnach an Seen, dort kamen laut DLRG 11 Menschen ums Leben. Die Opfer verteilten sich überwiegend auf die Sommermonate: Im Juni wurden 3, im Juli 4 und im August 5 tödliche Badeunfälle registriert. Die DLRG führt die Zunahme zum Teil auf das anhaltend warme Wetter und den dadurch verstärkten Andrang an Badestellen zurück.
Wer ist betroffen?
Ein Großteil der gemeldeten Opfer war männlich: Die DLRG nannte 14 Männer und 3 Frauen; zu zwei Fällen machte die Mitteilung keine nähere Angabe. Besonders häufig traten tödliche Unfälle in den Altersgruppen 21 bis 30 Jahre sowie 81 Jahre und älter auf, in beiden Gruppen wurden jeweils 4 Todesfälle registriert.
- Gesamtzahl (bis 15. September): 19
- Todesfälle in Seen: 11
- Monatliche Verteilung (Juni–August): 3 / 4 / 5
- Geschlechterangaben (DLRG): 14 Männer, 3 Frauen (weitere Angaben nicht detailliert genannt)
DLRG fordert Aufklärung und Investitionen
Die DLRG kritisiert, dass viele Menschen die Gefahren in natürlichen Gewässern unterschätzten. Die Rettungsorganisation fordert verstärkte Aufklärungsarbeit, eine bessere Ausstattung von Schwimmbädern und mehr Engagement für den schulischen Schwimmunterricht. In der Mitteilung wies die DLRG darauf hin, dass bundesweit gerade bei jungen Menschen ein Großteil der Verunglückten männlich sei.
„Bund, Länder und Kommunen müssen zusammen flächendeckend deutlich mehr in die marode Schwimmbadlandschaft und den schulischen Schwimmunterricht investieren“,
so DLRG-Präsidentin Ute Vogt in der Mitteilung. Die Organisation macht damit die kommunale und staatliche Infrastruktur sowie den Ausbildungsstand bei Schwimmfähigkeiten zu zentralen Stellschrauben zur Prävention.
Vergleich zum Bundestrend
Während die DLRG für Sachsen ein deutliches Plus bei den Badetoten meldet, lag die Zahl der bundesweiten tödlichen Wasserunfälle laut Mitteilung mit 320 Fällen insgesamt etwas unter dem Vorjahreswert (328). Allerdings verzeichnete die DLRG während der Badesaison zwischen Anfang Mai und Mitte September bundesweit 248 Todesfälle, damit zwölf mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
| Kategorie | Sachsen (bis 15.9.) | Bund (Badesaison, Anfang Mai–15.9.) |
|---|---|---|
| Gesamtzahl Todesfälle | 19 | 248 |
| Häufigster Ort | Seen (11) | — |
Präventive Maßnahmen vor Ort
Die Zahlen unterstreichen, dass Prävention auf mehreren Ebenen nötig ist: bessere Information an beliebten Badestellen, ausreichende Rettungsdienste und Wachdienste in der Saison sowie langfristige Investitionen in kommunale Bäder, damit Kinder und Jugendliche sichere Schwimmkompetenzen erwerben können. Die DLRG setzt sich seit Jahren für einen verpflichtenden und gut ausgestatteten Schwimmunterricht ein.
Für die unmittelbare Praxis bedeutet das für Bürgerinnen und Bürger: Vorsicht an freien Gewässern walten lassen, nicht unterschätzen, wie schnell Strömungen oder Unterwasserhindernisse gefährlich werden können, und besonders auf junge Männer und ältere Menschen achten, die statistisch häufiger betroffen sind.
Konkrete politische Reaktionen der Landesregierung oder der Kommunen in Sachsen auf die aktuellen Zahlen wurden in der dpa-Mitteilung nicht genannt. Die DLRG-Meldung stellt die Forderung nach mehr Engagement in Bildung und Infrastruktur in den Vordergrund, um künftige Unglücke zu vermeiden.