Der traditionelle Trachtenmacher Trachten Schaber aus Immenstadt setzt bewusst auf handwerkliche Herstellung in Europa und stemmt sich damit gegen die Massenproduktion aus Fernost. Angesichts der Dominanz von Textilien «Made in China» und aus Bangladesch will das Unternehmen mit lokal gefertigten Dirndl, Lederhosen und Trachtenmode ein Zeichen für Nachhaltigkeit und Langlebigkeit setzen.
Vom Etikett zur Überzeugung
Ein Blick auf das Herkunftsetikett vieler Kleidungsstücke zeigt: Ein Grossteil der in Deutschland verkauften Textilien stammt aus China, gefolgt von Bangladesch. Die Betreiberfamilie Schaber geht einen anderen Weg. Tobias, Lisa und Johannes Schaber produzieren ihre Kollektionen in Bayern, Österreich und anderen europäischen Ländern. Dabei setzen sie auf traditionelle Handwerkstechniken und Materialien, die langlebig sind – eine Hirschlederhose etwa «hält oft ein Leben lang», wie die Berichtquelle hervorhebt.
Corona als Wendepunkt
Die Corona-Pandemie stellte auch Trachten Schaber vor Herausforderungen. Der Betrieb nutzte die Zeit jedoch zur Neuausrichtung: Produktionsabläufe wurden überdacht und modernisiert, ohne das handwerkliche Kerngeschäft aufzugeben. Die Kombination aus Bewahren von Tradition und Einführen innovativer Abläufe soll die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Billigimporten stärken.
Handwerk trifft Innovation
Trachten Schaber zeigt, dass traditionelle Betriebe nicht zwangsläufig nur in die Vergangenheit blicken. Die Familie verbindet klassisches Können mit zeitgemässen Prozessen, um effizienter zu arbeiten und gleichzeitig die Fertigung in Europa zu halten. So möchte das Unternehmen nachhaltig produzieren und langfristig bestehen.
- Produktion: Fertigung in Bayern, Österreich und weiteren europäischen Ländern.
- Sortiment: Massgeschneiderte Dirndl, Lederhosen und Trachtenmode für Freizeit, Vereine und Beruf.
- Philosophie: Gegen Fast Fashion, für langlebige, handwerklich gefertigte Kleidung.
Was das für Kundinnen und Kunden bedeutet
Käuferinnen und Käufer erhalten Kleidungsstücke, die nach traditionellen Standards gefertigt sind und auf Langlebigkeit ausgelegt sind. Das hat mehrere Folgen: Reparaturen und Nachmass sind leichter möglich, gebrauchte Stücke behalten ihren Wert länger, und die Produktionsbedingungen sind in Europa in der Regel transparenter als bei anonymen Importen. Wer bewusst konsumiert, findet hier eine Alternative zur Wegwerfmode.
| Aspekt | Trachten Schaber |
|---|---|
| Produktionsstandorte | Bayern, Österreich, Europa |
| Schwerpunkt | Handwerkliche Fertigung, traditionelle Techniken |
| Reaktion auf Corona | Neuausrichtung, Optimierung von Abläufen |
Die Quelle zeigt keine konkreten Zahlen zu Produktionsmengen oder Umsätzen, wohl aber ein klares Bild der Ausrichtung: Qualität statt Quantität. Für Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet dies, dass eine Investition in ein hochwertiges Trachtenstück längerfristig sinnvoll sein kann – finanzielle Erwägungen vorausgesetzt.
Ausblick: Tradition als Standortvorteil
Im Wettbewerbsumfeld der Textilbranche kann regionale Handwerkskunst ein Vorteil sein. Hohe Transparenz in der Lieferkette, kurze Transportwege und die Möglichkeit, individuell anzupassen, sind Argumente, die zunehmend zählen. Trachten Schaber demonstriert, wie ein Traditionsbetrieb mit traditionellen Werten und moderner Betriebsführung eine Nische besetzen kann.
«Trachten Schaber setzt auf traditionelles Handwerk und innovative Abläufe», heisst es in der Bildlegende zur Firmenaufnahme.
Für Leserinnen und Leser in der Schweiz bleibt die Kernfrage: Wollen wir Kleidung, die lokal oder regional gefertigt wird, mit höheren Preisen und längerer Nutzungsdauer? Betriebe wie Trachten Schaber liefern Antworten — und Modelle, die auch hierzulande Schule machen könnten.