Simon Ehammer hat an der Leichtathletik-EM in Birmingham die Silbermedaille im Weitsprung gewonnen und damit eine Saison abgeschlossen, die er selbst als die bisher beste seiner Karriere bezeichnete. Der 26-jährige Appenzeller blieb trotz einer kurzen Verwirrung um einen angeblichen Protest gelassen und kündigte an, den Erfolg in einem Pub in Birmingham feiern zu wollen.
Höhepunkte einer aussergewöhnlichen Saison
Ehammer zog nach dem Wettkampf eine klare Bilanz: «Die Beste bis jetzt! Alles, was jetzt in den nächsten Wochen noch kommt, ist Zugabe.» Die Medaille in Birmingham ergänzt eine Serie von Spitzenleistungen in diesem Jahr: Er wurde Hallen-Siebenkampf-Weltmeister in Torun (Polen) und siegte im Zehnkampf in Götzis, wobei er die Schweizer Bestmarke verbesserte. Der EM-Podestplatz im Weitsprung rundet diese herausragende Saison ab.
Verwirrung um Protest bei der Siegerehrung
Die Siegerehrung verzögerte sich kurz, weil zunächst von einem Protest die Rede war. Zuerst hiess es, dieser sei aus Portugal eingereicht worden, später wiederum, er stamme vom Coach des Drittplatzierten Bozhidar Saraboyukov. Grund sei ein mutmasslicher Abdruck eines T-Shirts nach dessen viertem Sprung gewesen, der Sprung selbst sei aber offenbar sehr weit gewesen. Saraboyukov zeigte sich laut Angaben ebenfalls über diese Version überrascht. Ehammer selbst sagte, er könne nicht genau sagen, was geschehen sei.
«Die Beste bis jetzt! Alles, was jetzt in den nächsten Wochen noch kommt, ist Zugabe.»
Feiern, Erholen, Heimauftritte
Für Ehammer hatte der Abend dennoch eine klare Richtung: feiern. Nach ersten Gratulationen im Stadion, unter anderem von seiner Frau Tatjana, plante er, nach der Dopingkontrolle noch in ein Pub zu gehen und den Erfolg ausklingen zu lassen. Für den Rest der Saison kündigte er an, die verbleibenden Anlässe «entspannt» anzugehen, da die wichtigsten Ziele bereits erreicht seien. Konkret nannte er die Heim-Events in Lausanne und Zürich sowie die neu eingeführten Ultimate Championships in Budapest.
- Lausanne: 21. August
- Zürich: 27. August
- Ultimate Championships in Budapest: 11.–13. September
Konsequenzen und Ausblick
Der EM-Erfolg stärkt Ehammers Position als einer der vielseitigsten und erfolgreichsten Schweizer Leichtathleten der Gegenwart. Seine Erfolge in unterschiedlichen Disziplinen – Hallen-Siebenkampf, Zehnkampf und nun Weitsprung – unterstreichen seine Vielseitigkeit und seine Konstanz über die Saison hinaus. Das entspannte Herangehen an die verbleibenden Saisonwettkämpfe deutet darauf hin, dass er sich auf Erholung und selektive Starts fokussieren will, statt auf eine forciert hohe Wettkampfbelastung.
| Wettkampf | Resultat / Bemerkung |
|---|---|
| EM Birmingham | Silber im Weitsprung |
| Hallen-WM Torun | Sieger im Siebenkampf |
| Götzis | Sieger im Zehnkampf, Schweizer Bestmarke verbessert |
Ob und wie sich die Form in den Heimauftritten in Lausanne und Zürich oder bei den Ultimate Championships in Budapest noch weiter steigern lässt, bleibt abzuwarten. Ehammer selbst wirkt zuversichtlich, dass die Formkurve sogar noch nach oben zeigen kann. Für das Schweizer Publikum bedeutet sein Sommer 2026 vor allem eines: ein Athlet, der mit Vielseitigkeit und konstant hohen Leistungen das Interesse an der Leichtathletik weiter befeuert.
Für den Moment gilt: Nach Silber folgt Pub – und vielleicht ein Brunch am nächsten Morgen, wie aus dem Umfeld verlautete. Sportlich ist die Botschaft klar: Ehammer hat seine Saisonziele erreicht und kann die restlichen Auftritte ohne Druck angehen.