Die Schweizerinnen haben an der Beachvolleyball-EM in Polen schnelle und deutliche Reaktionen gezeigt: Anouk und Zoé Vergé-Dépré gewannen ihr zweites Spiel klar und verhinderten damit das vorzeitige Aus, während sich auch Nina Brunner/Tanja Hüberli sowie Joana Mäder/Leona Kernen Erfolge sichern konnten. Bei den Männern setzten sich die Duos Heidrich/Haussener und Friedli/Jordan in ihren Auftaktpartien durch.
Vergé-Dépré drehen nach Auftaktpleite
Die Schwestern aus der Schweiz reagierten auf die Enttäuschung des Morgenspiels mit einer starken Vorstellung am Nachmittag. Anouk und Zoé Vergé-Dépré besiegten das polnische Duo Julia Kielak/Zuzanna Kudlik in zwei Sätzen mit 21:15 und 21:17. Damit stehen die Vergé-Dépré nach einem Sieg und einer Niederlage im Sechzehntelfinal.
Am Vormittag waren die Schwestern überraschend in einem internen Duell an den Tschechinnen Katerina und Anna Pavelkova gescheitert (18:21, 20:22). Hätte das Team eine zweite Niederlage kassiert, wäre das frühestmögliche Aus besiegelt gewesen. Mit dem Erfolg gegen das polnische Duo verhinderten sie diesen Gang und halten die Chancen auf eine weitere EM-Weiterfahrt offen.
Brunner/Hüberli souverän — Mäder/Kernen mit Zittern
Das Duo Nina Brunner/Tanja Hüberli präsentierte sich nach dem Triumph beim Elite16-Turnier in Hamburg weiter in starker Form. Gegen die Polinnen Zuzanna Michalska/Natalia Okla resultierte ein klarer Sieg mit 21:10, 21:16. Die Partie verlief ohne grössere Unsicherheiten und unterstrich die stabile Verfassung der Schweizerinnen.
Auch Joana Mäder/Leona Kernen starteten erfolgreich in die Titelkämpfe. Ihr Match gegen das ungarische Duo Lilla Villam/Flora Kun entwickelte sich allerdings zur Zitterpartie, vor allem im entscheidenden dritten Satz. Mäder/Kernen führten zwischenzeitlich deutlich mit 10:4 und 12:6, verloren aber den Vorsprung. Die Ungarinnen gewannen sieben der nächsten acht Punkte und gingen kurz vor Satzende sogar mit 19:18 in Führung. Die 34-jährige Mäder, die sich von einer Fussverletzung beim Elite16 in Hamburg rechtzeitig erholt hatte und deren Partnerin 13 Jahre jünger ist, behielt schliesslich die Nerven und entschied das Match für die Schweiz.
Auch die Männer starten erfolgreich
Bei den Männern gelangen den Schweizer Duos ebenfalls Auftaktsiege. Sowohl Heidrich/Haussener als auch Friedli/Jordan setzten sich in ihren ersten Begegnungen durch und verschaffen sich damit eine solide Ausgangslage für die nächste Runde.
Bilanz und Ausblick
Das Schweizer Team präsentierte sich in Polen insgesamt resilient: Nach einer frühen Enttäuschung fanden die Athletinnen und Athleten zurück zu soliden Leistungen. Die Ergebnisse vom Tag in der Übersicht:
- Anouk/Zoé Vergé-Dépré — Sieg gegen Kielak/Kudlik (POL) 21:15, 21:17; zuvor Niederlage gegen Pavelkova/Pavelkova (CZE) 18:21, 20:22
- Nina Brunner/Tanja Hüberli — Sieg gegen Michalska/Okla (POL) 21:10, 21:16
- Joana Mäder/Leona Kernen — Sieg gegen Villam/Kun (HUN), hart erkämpfter dritter Satz
- Heidrich/Haussener und Friedli/Jordan — beide mit Auftaktsiegen (Männerfeld)
| Team | Gegner | Resultat |
|---|---|---|
| Anouk/Zoé Vergé-Dépré | Kielak/Kudlik (POL) | 21:15, 21:17 |
| Anouk/Zoé Vergé-Dépré | Pavelkova/Pavelkova (CZE) | 18:21, 20:22 |
| Nina Brunner/Tanja Hüberli | Michalska/Okla (POL) | 21:10, 21:16 |
| Joana Mäder/Leona Kernen | Villam/Kun (HUN) | Dritter Satz knapp |
Die Schweizer Delegation hat damit die Erwartungen gemäss einer starken Nation im europäischen Beachvolleyball bestätigt: Es gibt Teams mit klaren Favoritenrollen, andere Duos müssen mit Kampfgeist und Konstanz punkten. Entscheidend wird sein, wie sich die Paare in den KO-Runden präsentieren — insbesondere, wie sie mit Druckmomenten umgehen, wie zuletzt Mäder/Kernen, die einen grossen Vorsprung noch einmal abgeben mussten, aber schliesslich die Nerven behielten.
Die kommenden Spiele werden zeigen, welche der Schweizer Teams das Momentum aus den Siegen mitnehmen und wer sich als ernsthafte Medaillenkandidatin oder -kandidat für die EM etablieren kann.